Bei diesem Dessert schwelge ich in Erinnerungen an unsere USA-Reise, die schon einige Jahre zurückliegt. Wenn mein Mann und ich darüber reden, dann kommt immer irgendwann die Rede auf unsere erste Begegnung mit dem Brotpudding.
Unsere Begeisterung für diesen Dessert-Klassiker aus New Orleans hielt sich zunächst in Grenzen. Bei einer Dinner-Cruise mit dem Mississippi-Schaufelraddampfer „Natchez“ gab es den sogenannten Bread Pudding. Ich konnte mir damals nicht erklären, was der Kellner da schwungvoll in eine Dessertschale platschen ließ – irgendwie eine matschige undefinierbare Masse. Ähm … ja. Nicht gerade Esskultur. Neugierig war ich dennoch und habe davon gekostet – es schmeckte tatsächlich deutlich besser als es aussah.
Inhalt
Was ist eigentlich Brotpudding?
Falls du mit dem Begriff so überhaupt nichts anfangen kannst: dabei handelt es sich um eine sehr delikate Form der Resteverwertung. Altbackenes Brot (besonders gut eignen sich Brioche, Weißbrot, Tostbrot) wird in eine Milch/Sahne/Eier-Mischung eingeweicht und mit diversen weiteren Zutaten im Wasserbad gebacken. Bread Pudding ist insbesondere in den USA und in England sehr beliebt. Eine richtig leckere, aber leider auch ziemlich mächtige Nachspeise – nicht diätkompatibel!

Wenn du also beispielsweise etwas Brioche vom Sonntagsfrühstück übrig hast, dann probiere doch dieses Rezept einfach aus – es ist wunderbar, wenn der Pudding im Ofen ist und ein verführerischer Duft von Vanille und Zimt sich in der Küche verbreitet.
Brotpudding aus New Orleans – Geschichte und Tradition
Der Brotpudding aus New Orleans ist eines der bekanntesten Dessers der kreolischen Küche und fest mit der Geschichte Louisianas verbunden. Ursprünglich stammt Brotpudding aus Europa, vor allem aus Frankreich und Großbritannien, wo süße Brotspeisen seit Jahrhunderten zur Resteverwertung dienten. Mit den französischen Kolonisten fand dieses einfache, aber nahrhafte Gericht im 18. Jahrhundert nach Nordamerika – und damit auch nach New Orleans.
Dort entwickelte sich der klassische Brotpudding zu einer regionalen Spezialität. Die kreolische Küche von New Orleans ist geprägt von französischen, spanischen, afrikanischen und karibischen Einflüssen. Diese kulinarische Vielfalt spiegelt sich auch im Bread Pudding wider: Eier, Milch oder Sahne, Zucker und aromatische Gewürze wie Zimt und Vanille sorgen für eine saftige, fast cremige Konsistenz und einen intensiven Geschmack.
Besonders typisch für den Brotpudding aus New Orleans ist eine reichhaltige Bourbon- oder Whiskeysoße, die warm über das Dessert gegossen wird. Was früher als schlichtes „Arme Leute Essen“ galt, ist heute ein beliebtes Dessert in Restaurants, Cafés und traditionellen Diners – vom French Quarter bis zum Garden District.
Brotpudding-Varianten aus aller Welt – von Europa bis New Orleans
Der Brotpudding aus New Orleans ist zwar besonders bekannt, doch die Idee hinter dem Dessert ist weltweit verbreitet. Überall dort, wo Brot ein Grundnahrungsmittel war, entstanden im Laufe der Zeit süße Brotspeisen zur Resteverwertung. Diese Brotpudding-Varianten aus aller Welt unterscheiden sich ein wenig in Zutaten, Zubereitung und Geschmack und spiegeln damit die jeweilige Esskultur wider.
In Großbritannien und Irland zählt der Bread and Butter Pudding zu den klassischen Desserts. Hier werden gebutterte Brotscheiben mit Rosien geschichtet und mit einer Eier-Milch-Mischung überbacken. Gewürzt mit Zimt oder Muskat und serviert mit Vanillesoße oder Custard, gilt diese Variante als eher schlicht und weniger süß als der amerikanische Bread Pudding.
Auch die Variante in Frankreich und Belgien setzt auf Zurückhaltung und feine Aromen. Beim Pudding de painkommen häufig Früchte wie Äpfel oder Birnen sowie Zitrusschalen zum Einsatz. Die Konsistenz ist meist kompakter, der Geschmack elegant und ausgewogen – typisch für die französisch geprägte Dessertkultur.
Im deutschsprachigen Raum ist Brotpudding vor allem als Scheiterhaufen, Ofenschlupfer oder Semmelpudding bekannt. Altbackene Brötchen oder Hefezopf werden mit Äpfeln, Rosinen und Mandeln kombiniert und im Ofen gebacken. Serviert mit Vanillesoße zählt diese Variante zu den beliebtesten traditionellen Süßspeisen der Hausmannskost.
Auch in Italien existiert mit dem Budino di pane eine eigene Form des Brotpuddings. Verfeinert mit Zitronenschale, Pinienkernen oder Amaretti, steht hier der feine Geschmack im Vordergrund.
In Spanien erinnert der Pudin de pan eher an einen Karamellflan und wird häufig gestürzt serviert.
Im direkten Vergleich zeigt sich der Brotpudding aus New Orleans besonders üppig und aromatisch. Reichhaltige Zutaten, warme Gewürze und vor allem die charakteristische Bourbon- oder Whiskeysoße machen ihn zu einem der beliebtesten Südstaaten-Desserts. Eben diese reichhaltige Zubereitung hebt ihn von den meist schlichteren europäischen Varianten ab und gibt ihm seinen besonderen Charakter.
Brotpudding als Dessert
Da mir der Bread Pudding in New Orleans recht gut geschmeckt hat, musste ich ihn unbedingt zu Hause einmal zubereiten. Ein passendes Rezept, das geschmacklich dem Original aus New Orleans nahekommen müsste, war schnell gefunden. Nun galt es zu überlegen, wie das Ganze ein wenig attraktiver serviert werden könnte. Eine matschige Masse in der Dessertschale – wie auf der „Natchez“ erlebt – mochte ich nicht auf den Tisch bringen.
Da kam mir die Idee, die Crème Brûlée Schälchen zu verwenden. Damit wird der Brotpudding direkt portionsweise in einer servierfähigen Form gebacken und außerdem ist das angesichts der Sättigungseigenschaften dieses Desserts auch gleich eine angenehme Portionsgröße. Ich habe statt altbackenem Brot einige American Sandwich Scheiben verwendet, die ich gerade vorrätig hatte.

Brotpudding – das Rezept für den Dessert-Klassiker aus New Orleans
Kochutensilien
- 3 CrèmeBrûlée Schälchen
- Messbecher
- Quirl
- Esslöffel
- Küchenwaage
- Schneidebrett
- Messer
- Behälter für Wasserbad (z.B. Auflaufform oder Fettpfanne des Backofens)
Zutaten
- 30 Gramm Sultaninen
- 1 EL Cognac (alsalkoholfreie Alternative kannst du Apfelsaft verwenden)
- 15 Gramm Butter
- 3 Scheiben Amerian Sandwich (alternativ Brioche, Weißbrot, Tostbrot)
- 1 Stück Ei
- 100 ml Schlagsahne flüssig
- 100 ml Vollmilch 3,5% Fettgehalt
- 1 TL Vanillepaste
- 30 Gramm brauner Zucker
- etwas Zimt
Zubereitung
- Die Sultaninen in dem Cognac (es geht auch Rum oder Whiskey) einweichen. Sie sollten die Flüssigkeit später bei der Weiterverarbeitung komplett aufgesogen haben, deshalb erledigst du diesen Schritt zuerst.
- Dann kannst du den Backofen schon einmal auf 175°C vorheizen.
- Ei, Sahne, Milch, Zucker und Vanillepaste miteinander gut verquirlen und die Mischung zur späteren Verwendung bereitstellen.

- Die American Sandwich Scheiben mit der Butter bestreichen und in kleine Stücke schneiden. Diese kleinen Stücke nun gemeinsam mit den eingelegten Sultaninen in die Crème Brûlée Schälchen schichten. Pro Schälchen benötigst du eine Scheibe Brot, gern ein wenig andrücken, damit die Form gut gefüllt ist. Ich habe die Rinde abgeschnitten, das ist allerdings nicht unbedingt nötig.

- Die Mischung aus Ei, Sahne, Milch, Zucker und Vanillepaste nun vorsichtig über das Brot gießen, so dass es sich mit der Flüssigkeit vollsaugt. Die Schälchen können ruhig bis zum Rand gefüllt sein. Die Oberfläche noch mit Zimt und ein wenig Zucker bestreuen.

- Vor dem Backen zunächst 10 Minuten stehen lassen, damit alles gut durchzieht.

- Die Schälchen im Wasserbad in den Backofen geben und ca. 45 Minuten bei Ober-/Unterhitze backen. Nach der Hälfte der Backzeit schauen, ob sie nicht zu dunkel werden und ggf. mit Alufolie abdecken. (Ich habe bei dem Brotpudding auf den Fotos keine Alufolie verwendet.)

So wird der Brotpudding serviert
Dieses Dessert sollte noch warm gegessen werden. Der klassische New Orleans Bread Pudding wird mit einer dickflüssigen Whiskey-Soße serviert – also noch einmal eine kalorienreiche Sahnesoße als Ergänzung. Alternativ passt auch eine Fruchtsoße ganz hervorragend. Ich persönlich mag den Brotpudding ja am liebsten pur, nur mit ein wenig Zimtzucker bestreut.

FAQ – Häufige Fragen zum Brotpudding aus New Orleans
Was ist der Unterschied zwischen Brotpudding und Bread Pudding?
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. Bread Pudding ist der englische Begriff für Brotpudding. In New Orleans bezeichnet er eine besonders reichhaltige Variante, die oft mit einer warmen Bourbon- oder Whiskeysoße serviert wird.
Welches Brot eignet sich am besten für Brotpudding?
Am besten eignet sich leicht trockenes der altbackenes Brot, da es die Flüssigkeit gut aufnimmt. Typisch sind Weißbrot, Brioche oder Baguette.
Warum ist Brotpudding in New Orleans so beliebt?
Bread Pudding gehört zur kreolischen Küche von New Orleans und hat sich von einem einfachen Restegericht zu einem beliebten Dessert entwickelt. Die üppige Zubereitung und die berühmte Bourbonsoße machen ihn zu einem echten Südstaatenklassiker.
Welche Gewürze sind typisch für Brotpudding aus New Orleans?
Typische Gewürze sind Zimt, Muskatnuss und Vanille. Je nach Rezept kommen auch Nelken oder Piment zum Einsatz. Diese warmen Gewürze verleihen dem Brotpudding aus New Orleans seinen charakteristischen, aromatischen Geschmack.
Kann man Brotpudding vorbereiten?
Brotpudding lässt sich sehr gut vorbereiten. Er kann vollständig gebacken und später wieder aufgewärmt werden. Zum Aufwärmen eignet sich der Ofen besser als die Mikrowelle, da er die Konsistenz erhält. Alternativ kann die Brot-Ei-Mischung kurze Zeit im Kühlschrank durchziehen, bevor sie gebacken wird.
Wie lange ist Brotpudding haltbar?
Im Kühlschrank hält sich Brotpudding gut abgedeckt etwa zwei bis drei Tage.
Kann man Brotpudding einfrieren?
Ja, Brotpudding lässt sich gut einfrieren. Am besten portionsweise und luftdicht verpackt. Vor dem Verzehr den Brotpudding langsam im Kühlschrank auftauen lassen und anschließend im Ofen erwärmen. Die Soße sollte möglichst frisch zubereitet werden.
Gibt es alkoholfreie Alternativen zur Bourbonsoße?
Ja, diese kann problemlos durch Vanillesoße oder Karamellsoße ersetzt werden. Auch eine Schokoladen- oder Fruchtsoße passen sehr gut zum Bread Pudding.
Wie ist deine Meinung zum Brotpudding?
Abschließend möchte ich dich um ein Feedback zu diesem Artikel und dem Rezept bitten. Hast du Brotpudding schon einmal in New Orleans probiert oder selbst zu Hause zubereitet (vielleicht sogar nach diesem Rezept)? Oder kennst du vielleicht eine ganz besondere Variante aus einem anderen Land?
Teile deine Erfahrungen, Tipps oder Fragen gern in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch und deine persönlichen Brotpudding-Geschichten!








Von Brotpudding habe ich schon mal gehört, aber ganz pur könnte ich ihn mir nicht vorstellen! Ich brauche zu solchen Desserts immer Beeren oder anders Obst 🙂
Liebe Grüße
Jana
Brotpudding habe ich ja noch nie gehört! Klingt spannend ;-).
Du hast mich jedenfalls so neugierig gemacht dass ich dein Rezept ausprobieren werde. Meine Kinder werden Augen machen, wenn ich sie mit Brotpudding überrasche. Danke auf jeden Fall für diese Rezeptidee.
lg
Nena
Das klingt ja mega lecker! Ich muss das unbedingt ausprobieren! Ich habe auch so Schälchen, die könnte ich gut befüllen. Danke für das Rezept!
Lieben Gruß, Bea
Lecker, das kannte ich noch gar nicht! Eine geniale Idee und sieht ja wirklich gut auf deinen schönen Bildern aus, kannst du mir was vorbei bringen!? 🙂 lg melissa