Polarlichtreise nach Finnisch Lappland – 7 Tipps für deinen Urlaub im Winterwunderland

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

Ganz oben auf meiner Reise Bucket List steht seit Langem dieser Wunsch:

In Lappland vom Polarlicht verzaubern lassen, auf einer Foto-Tour das Nordlicht einfangen und vom Glas-Iglo aus in den Sternenhimmel schauen.

In Muonio, 200 Kilometer oberhalb des Polarkreises in Finnisch Lappland, sollte dieser Traum nun Realität werden.

Natürlich gibt es keine Garantie, dass man bei einer Reise nach Finnisch Lappland auch wirklich Polarlichter beobachten kann. Das ist immer mit Glück verbunden – auch wenn es Zeiten im Jahr gibt, zu denen die Chancen auf die grünen, tanzenden Lichter sehr gut sind. Und wir hatten dieses Glück – unsere Reise Anfang März nach Finnisch Lappland wurde zur wirklichen Polarlichtreise.

An drei Tagen konnten wir während unseres einwöchigen Aufenthaltes die zauberhaften grünen Lichter über den Himmel tanzen sehen. Dieses Erlebnis ist unbeschreiblich. Ich habe versucht, diese Momente fotografisch einzufangen – und es ist mir dank ausführlicher Vorbereitung auch recht gut gelungen. Mehr dazu und viele Tipps rund um das Thema Polarlichtfotografie findest du im separaten Beitrag „Polarlichter fotografieren – 7 Tipps für gelungene Nordlicht-Fotos“ (noch in Arbeit).

Die Highlights in Finnisch Lappland

Aber natürlich hat Finnisch Lappland noch viel mehr zu bieten: Eine wundervolle verschneite Winterlandschaft und die verschiedensten Aktivitäten in winterlicher Umgebung:

Polarlichtreise Finnisch Lappland
Highlights in Finnisch Lappland
  • Husky-Schlittenfahrten
  • Ausflüge mit dem Schneemobil
  • Besuch einer Rentierfarm und eine Fahrt mit dem Rentier-Schlitten
  • Glamping unter den Sternen
  • Eishotel und Eisbar
  • Eisangeln
  • Wanderungen durch die verschneite Winterlandschaft
  • … und noch viel mehr.

In diesem Zusammenhang gleich ein wichtiger Hinweis: plane bei einer Reise in den Hohen Norden unbedingt genug Zeit für mehrere dieser Highlights ein! Glaube mir: jedes einzelne ist ein Erlebnis, welches lange in Erinnerung bleibt!

Lappland im Winter – ja, es ist kalt, aber mit der richtigen Kleidung kein Problem!

Große Augen bei Freunden und Verwandten, als wir unser Reiseziel erwähnen.

Finnland? Oberhalb des Polarkreises? Da ist es doch im Winter schrecklich kalt!

Nun, das lässt sich nicht bestreiten – der Winter in Lappland kann wirklich sehr, sehr kalt werden. Knackig kalt sozusagen. Während unseres Aufenthaltes in Muonio zeigte das Thermometer – 27 Grad Celsius. Bei solchen Temperaturen ist natürlich unbedingt eine entsprechende Kleidung erforderlich.

Ich empfehle Kleidung nach dem Zwiebelprinzip: mehrere Schichten übereinander tragen. Dabei sollte die Kleidung nicht zu eng sein und gut isolieren.

Die Schuhe sollten über eine dicke Sohle und ein separates Innenfutter verfügen, das möglichst noch herausnehmbar ist. Außerdem Mütze, Schal und gefütterte Handschuhe. Sehr gut bewährt – insbesondere bei den Schlitten- und Schneemobiltouren – hat sich eine Schlupfmütze.

Viele Hotels in Finnisch Lappland bieten auch einen ganz besonderen Service und stellen die passende Outdoorbekleidung leihweise für die Dauer des Aufenthaltes zur Verfügung. Das hat gleich drei Vorteile:

  • Die Kleidung ist den örtlichen Erfordernissen angepasst und hält ausreichend warm.
  • Man muss sich nicht für einen kurzen Urlaubsaufenthalt teure Winterkleidung zulegen, die man in unseren heimischen Breiten wirklich selten benötigt.
  • Die dicke Winterkleidung belastet nicht das Reisegepäck.

Diesen Service bietet auch das Hotel, welches wir für unsere Polarlichtreise nach Finnisch Lappland ausgewählt hatten und so werden wir vor Ort nahezu komplett eingekleidet: Thermo-Stiefel, dicke Baumwollsocken, ein Thermo-Overall, Ober- und Unterhandschuhe, Schlupfmütze. Den Thermo-Overall wählen wir so aus, dass Jeans und Fleecejacke und bei Bedarf auch die lange Ski-Unterwäsche noch darunter passen.

Tatsächlich habe ich während unseres Aufenthaltes in Finnisch Lappland nicht ein einziges Mal gefroren. Weder beim Polarlicht-Schauen, noch bei der Husky-Schlittentour oder bei dem Ausflug mit dem Schneemobil. Auch nicht, als ich unbedingt einen Schnee-Engel im unberührten Schnee machen musste.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Schneeengel
So macht man einen Schnee-Engel!

Finnisch Lappland Tipps #1: Ein richtiges Winterwunderland – das Hotel Harriniva bei Muonio

Für unseren Urlaub in Finnisch Lappland haben wir das Hotel Harriniva gewählt. Dieses befindet sich in der Nähe des kleinen Ortes Muonio, ca. 200 Kilometer oberhalb des Polarkreises, direkt an der finnisch-schwedischen Grenze.  Eine Maschine der Finnair bringt uns nach einer Zwischenlandung in Helsinki nach Kittilä – von dort aus sind es noch 80 Kilometer bis zum Hotel Harriniva. Wir haben schon im Voraus einen Transfer gebucht und ein Bus bringt uns ganz bequem bis zum Hotel.  Beim Blick aus dem Busfenster bin ich froh, nicht selbst fahren zu müssen: alles ist weiß, die Straßen von einer dicken Schicht festgefahrenen Schnees bedeckt.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Landschaft
Verschneite Winterlandschaft in Finnisch Lappland

Das Hotel ist rustikal-gemütlich und bietet vielerlei Annehmlichkeiten. Neben dem bereits erwähnten Ausleih-Service der winterlichen Outdoor-Kleidung können wir auch einen „Aurora-Alarm“ buchen. Gegen ein geringes Entgelt bekommen wir über eine App umgehend eine Nachricht, wenn draußen Polarlichter zu sehen sind. Perfekt! Das richte ich sofort auf meinem Handy ein.

Das Hotel liegt direkt am Flussufer, es gibt einen Wellnessbereich mit – natürlich – finnischer Sauna, die wir allerdings während unseres Aufenthaltes nicht nutzen. Auch wenn wir eine ganze Woche hier sind – das passt einfach zeitlich nicht. Zu viele andere Aktivitäten werden im Hotel Harriniva noch geboten und locken zum Ausprobieren. Von Husky-Schlittentour, über  Snow-Mobile bis Rentierfarm; das wird wirklich ein erlebnisreicher Urlaub!

Polarlichtreise Finnisch Lappland Hotel Harriniva
Eingangsbereich Hotel Harrininva

Unser Zimmer im Hotel Harriniva

Das Hotel verfügt über 64 Zimmer und Suiten im Hauptgebäude, außerdem gibt es noch einige Hütten am Flussufer. Unser Zimmer befindet sich im Hauptgebäude und ist gemütlich-rustikal eingerichtet. Mir gefällt dieser Stil sehr gut, er passt irgendwie hierher.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Harriniva Zimmer
Doppelzimmer im Hotel Harriniva

Restaurant und Bar im Hotel Harriniva

Ebenfalls um Hauptgebäude befinden sich das Restaurant und eine Bar. Wir haben Halbpension gebucht und sind damit auch sehr zufrieden. Das Frühstücksbuffet ist gut und umfangreich, so dass wir gut in den Tag starten können. Abends bedienen wir uns bei Vor-  und Nachspeise am Buffet und  haben zum Hauptgang die Wahl zwischen 2-3 Gerichten, davon eine vegetarische Variante.  Von mir eine klare Empfehlung für die Halbpension –  es ist alles sehr schmackhaft und eine Alternative gibt es ohnehin nur ca. 3 Kilometer entfernt in Muonio.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Harriniva Restaurant
Restaurant im Hotel Harriniva
Polarlichtreise Finnisch Lappland Harriniva Bar
Bar im Hotel Harriniva

Die finnische Kota

Sie hat es mir auf Anhieb angetan und ist eines meiner liebsten Fotomotive im Hotelbereich: die finnische Kota. Die Kota ist ein traditionell finnisches Holzhäuschen, das als Grillhütte genutzt wird. Damit ist Grillen bei jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter möglich – also auch im kalten finnischen Winter. In der Mitte der Kota ist eine offene Feuerstelle, darüber leitet ein großer Kamin die Rauchgase ab. Ringsherum sind Tische und Bänke.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Kota
Die typische finnische Kota im Hotel Harriniva

Wir nehmen an einem Vortrag über das Naturphänomen Polarlicht teil und im Anschluss an diesen Vortrag lädt der Guide zum gemeinsamen Pfannkuchen-Backen in die Kota ein. Die Pfannkuchen werden in langstieligen Pfannen über dem offenen Feuer gebacken. Was für ein Spaß! Beim Wenden landet mein erster Pfannkuchen erst einmal mit vollem Schwung in den Flammen – ooops, ein wenig Übung gehört offensichtlich dazu. Egal – versuche ich es eben noch einmal! Der zweite gelingt dann besser – und schmeckt mit Zucker und Marmelade natürlich ganz hervorragend.

 Polarlichtreise Finnisch Lappland Kota
Pfannkuchen zubereiten in der finnischen Kota

Finnisch Lappland Tipps #2: Ausflüge durch die verschneite Winterlandschaft bei Muonio

Es fällt direkt auf den ersten Blick auf: der Schnee ist überall strahlend weiß. Auch auf den Straßen kein schmutzig-grauer Schneematsch, wie wir das aus dem deutschen Winter kennen. Es ist schlicht zu kalt, als dass der Schnee antauen und matschig-schmutzig werden könnte. Die verschneite weiße Winterlandschaft ist wunderschön und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Mit der richtigen Bekleidung ist das auch gar kein Problem.

Das Schweizer Cafe in Muonio

Zwei unserer Ausflüge führten uns zum Schweizer Café. Es befindet sich inmitten des kleinen Ortes Muonio und ist absolut einen Besuch wert. Vom Hotel Harriniva aus sind es ungefähr 45 Minuten Fußweg. Bei schönem Wetter ein angenehmer Spaziergang, nach dem wir dann im Café ein sehr leckeres Stück Torte und einen Swiss Kaffee genießen. Interessant ist es auch, dem Konditor beim Fertigen der Sachertorten zuzuschauen, die er gerade während unseres Besuches in der Schaubäckerei fertigt.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Schweizer Cafe
Das ist Finnisch Lappland: Schneetreiben am Schweizer Cafe in Muonio

Polarlichtreise Finnisch Lappland Schweizer Cafe

Die Brücke zwischen Finnland und Schweden

Beim unserem Spaziergang zum Schweizer Café kommen wir am ehemaligen Grenzübergang nach Schweden vorbei. Der Fluss trennt die beiden skandinavischen Länder und wird an dieser Stelle von einer Brücke überspannt. Der Grenzposten ist nicht mehr besetzt, lediglich diverse Schilder weisen auf die hier verlaufende Grenze hin. Wie schön ist es doch, hier einfach so hinüber spazieren zu können. Nur wenige Schritte und wir befinden uns in einem anderen skandinavischen Land. Auf der Mitte der Brücke versuchen wir uns zunächst mit einem Selfie am Grenzpfeiler. Schließlich kommt doch noch ein anderer Tourist und kann ein Foto von uns machen.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Brücke Schweden
Auf der Grenzbrücke zwischen Finnland und Schweden bei Muonio

Der zugefrorene Muonionjoki

Unter der Grenzbrücke fließt der Muonionjoki, der momentan von einer dicken Eisschicht bedeckt ist. An vielen Stellen ist diese Eisschicht mehr als einen Meter dick und in Ufernähe zeigen Hundeschlitten- und Schneemobil-Spuren, dass das Eis an dieser Stelle trägt. Dennoch ist Vorsicht geboten – an einigen Stellen ist die Strömung so stark, dass sich keine feste Eisdecke bilden kann. So gibt es am Hotel auch Schilder, die vor einem vollständigen Überqueren des Flusses warnen.

Finnisch Lappland Tipps #3: Die Harriniva Huskyfarm

Sie sind wunderschön, kräftig und können unglaublich schnell laufen: die 400 Schlittenhunde der Harriniva Huskyfarm sind wahre Energiebündel. Mit ihrem dicken Fell sind sie bestens an die kalten Temperaturen im hohen Norden angepasst. Auch im Winter leben sie in der Anlage im Freien. Die Farm ist in mehrere Bereiche eingeteilt, in denen jeweils eine größere Anzahl Tiere als Rudel lebt. In den Bereichen befinden sich mehrere Zwinger, in denen einige Hunde untergebracht sind und auch jeweils Bereiche, in denen die Hunde frei herumlaufen können. Die Guides sind fest den Bereichen zugeordnet, betreuen die Hunde und gehen auch mit den Gästen auf Tour.

Einige der hier lebenden Tiere werden auf Grund ihres hohen Alters nicht mehr für die Schlittentouren eingesetzt und verbringen ihr Rentner-Dasein auf der Farm.

Ganz besonders gefällt mir natürlich auch der Kindergarten der Huskyfarm: die Welpen sind wirklich allerliebst.

Die meisten Tiere jedoch arbeiten als Schlittenhunde und ziehen die Touristen im Hundeschlitten durch die finnische Winterlandschaft. Das entspricht ihrem Naturell: sie wollen laufen – möglichst schnell, lange und weit.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Husky

Husky-Schlittenfahrt

Als wir ankommen, sind die Hundegespanne bereits startbereit. Die Huskys sind eingespannt und liegen vor dem Schlitten im Schnee. Aufmerksam verfolgen sie mit den Augen ihren Guide. Nachdem alle Gäste eingewiesen und auf die Schlitten aufgeteilt sind, werden die Hunde immer unruhiger. Sie wissen, dass es jetzt gleich losgeht und können es kaum erwarten. Jeweils sechs Hunde ziehen einen Schlitten und sind paarweise jeweils rechts und links an einer Zentralleine angespannt. Ganz vorn laufen die Leithunde, die beiden Hunde in der Mitte helfen, das Tempo zu halten und die beiden Tiere direkt vor dem Schlitten sind die stärksten.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Huskys
Husky-Schlittenfahrt in Finnisch Lappland

Die Kraftpakete stemmen sich mit aller Macht in die Riemen und der Schlitten ist nur noch schwer zu halten. Endlich löst der Helfer die Leine, mit welcher der Schlitten am Baum gesichert ist. Nun langsam die Fußbremse lösen und schon setzt sich der Schlitten in Bewegung. Mit einem Mal ist es ganz ruhig – das Jaulen der Hunde ist verstummt und es ist nur noch das Kratzen der Kufen über den Schnee zu hören. Nach kurzer Zeit tauchen wir ein in die unberührte Winterlandschaft, gleiten auf schmalen Pfaden durch eine Landschaft, die in eine dicke Schneedecke eingehüllt ist.

Der Fahrtwind schlägt mir eisig in das Gesicht – wie froh bin ich jetzt über den warmen Thermoanzug, Mütze und Handschuhe und den Schal, den ich mir zum Schutz noch ins Gesicht gezogen habe. Den Huskys macht die Kälte nichts aus – im Gegenteil: bei minus 15 Grad laufen sie so richtig zur Hochform auf. Bei jedem Stop stecken sie erst einmal den Kopf in den kalten Schnee – und dann warten sie voller Ungeduld darauf, dass es weitergeht.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Huskys
Husky-Schlittenfahrt – kurzer Halt

Die zwei Stunden vergehen wie im Flug und viel zu schnell endet der Ausflug wieder dort, wo er zuvor auch begonnen hat. Eines der schönsten Erlebnisse während unseres Urlaubs in Finnisch Lappland.

Finnisch Lappland Tipps #4: Die Ferienanlage Torassieppi mit Eishotel und Glamping unter dem Polarlicht

Torassieppi ist eine kleine Ferienanlage mit nur wenigen Hotelzimmern, einigen Hütten, einem Eishotel und luxuriösen Zelten in Iglu-Form, direkt am gleichnamigen See. Außerdem gibt es hier eine Husky-Farm mit ca. 150 Tieren und eine Rentierfarm. Kurz gesagt: es ist alles da, was man für einen abwechslungsreichen Urlaub in Finnisch Lappland so braucht!

Eine Nacht im Eishotel gefällig?

Alljährlich im November wird das Eishotel errichtet. Mehrere Wochen dauert es, bis der Schnee über einem riesigen Ballon aufgeschüttet und verfestigt ist, die Innenräume hergerichtet, mit Strom versorgt und eingerichtet sind. Allen das Ausschmücken der Wände mit den wundervollen Schnitzereien muss ein enormer Aufwand sein! Die Figuren sollen Szenen aus der nordischen Mythologie darstellen und sehen faszinierend aus.  Es ist, als würden wir in eine andere Welt eintauchen.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Eishotel
Wandschnitzereien im Eishotel in Torassieppi
Polarlichtreise Finnisch Lappland Eishotel
Wandschnitzereien im Eishotel in Torassieppi

Durch ein großes Tor betreten wir das Eishotel und an dem langen Gang sehen wir rechts und links die Eingänge zu insgesamt 8 Zimmern. Türen gibt es nicht, die Zimmer sind durch einen groben Vorhang vom Gang abgeschirmt. Jedes Einzelne ist mit anderen Wandschnitzereien verziert. Für eine Übernachtung in dieser eisigen Umgebung erhalten die Gäste natürlich die entsprechende Ausstattung – einen dicken Schlafsack und auch eine Thermosflasche mit heißem Saft. Gleich nebenan befindet sich auch eine Eisbar, an der man vor dem Zubettgehen noch einen wärmenden Drink nehmen kann. Toiletten gibt es im Eishotel nicht – im Falle eines dringenden Bedürfnisses müssen die Gäste des Eishotels die ca. 100 Meter entfernten Toiletten an der Sauna aufsuchen.

Übrigens: es steht in der Nähe des Hotelgebäudes für Notfälle ein Warm-Raum zur Verfügung. Wer also mitten in der Nacht feststellt, dass das Eishotel doch nicht so das Richtige ist, kann jederzeit in einen beheizten und voll ausgestatteten Raum umziehen.

Ein heißer Drink an der Eisbar!

Wir verbringen die Nacht zwar nicht im Eishotel, aber ein Drink an der Eisbar muss unbedingt sein. Die Bar und auch die Tische sind aus purem klaren Eis, die Sitzgelegenheiten sind Baumstämme. Ich entscheide mich für eine heiße Schokolade mit Rum – getrunken wird aus einer Kuksa, der typischen Holztasse der Samen. Das Holz isoliert ein wenig und verlangsamt das Abkühlen des Getränkes.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Eisbar
Die Bar im Eishotel in Torassieppi

Glamping im Aurora Dome

Statt der Übernachtung im Eishotel haben wir uns für eine Nacht im Aurora Dome entschieden. Glamping in Eis und Schnee – in einem wohlig beheizten Zelt mit Ausblick auf den See Tora Sieppi, über dem wir hoffentlich auch wieder Polarlichter sehen können.

Insgesamt vier dieser Luxuszelte gibt es in Torassieppi und im Gegensatz zu anderen Anlagen, bei denen sich Zelt an Zelt reiht, ist das noch richtig individuell. Die Zelte stehen am Waldrand direkt am Ufer des zugefrorenen Sees, mit Ausblick in Richtung Nordwest.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Aurora Dome
Aurora Dome mit Blick auf den zugefrorenen See Tora Sieppi in Finnisch Lappland

An dieser Stelle nur soviel: es ist ein unvergessliches Erlebnis! Mehr zu diesem Abenteuer im Aurora Dome berichte ich in meinem separaten Beitrag  Glamping im Aurora Dome – ein Logenplatz unter dem Sternenhimmel – natürlich auch mit vielen Fotos von dieser Attraktion.

Was du unbedingt bei der Buchung beachten musst

Eine Nacht im Eishotel oder Glamping im Aurora Dome – was wäre deine Wahl? Wofür auch immer du dich entscheidest – bei der Buchung musst du mit der korrekten Bezeichnung genau aufpassen.

Während unseres Aufenthaltes in Torassieppi lernten wir zwei Pärchen aus Deutschland kennen, die sich bei der Buchung komplett vertan hatten. Sie hatten im Reisebüro gesagt, sie möchten im Iglu übernachten – und meinten wohl das Glamping im Aurora Dome, der von seiner Form her an einen Iglu erinnert. Allerdings werden die Zimmer im Eishotel unter der Bezeichnung „Snow Igloo“ vermarktet – und so kam es, dass das Reisebüro sie im Eishotel einbuchte. Die Überraschung der Gäste kannst du dir sicher vorstellen!

Finnisch Lappland Tipps #5: Die Rentierfarm in Torassieppi

Sie sind so knuffig und ihre Namen sind mir irgendwie aus dem Weihnachtsfilm „Santa Clause – eine schöne Bescherung“ sehr vertraut: Donner, Comet und natürlich auch Rudolph treffen wir auf der Rentierfarm in Torassieppi. Sie liegen in einem weitflächig eingezäunten Waldbereich zwischen den Bäumen, fast hätte ich sie übersehen. Über den Zaun, der uns von den Rentieren trennt, bin ich schon ein wenig froh. Auch wenn die Tiere hier in einer Farm gehalten werden und sie den Umgang mit Touristen gewohnt sind, bleiben sie doch immer halbe Wildtiere. Sie sind sehr scheu und schreckhaft und mögen keine hektischen Bewegungen.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Rentiere
Auf der Rentierfarm in Torassieppi

Wir haben ihr Lieblingsfutter dabei: getrocknete Flechten und Moose. Was im Sommerhalbjahr überall in den finnischen Wäldern zu finden ist, wird momentan im Freien von einer dicken Schneeschicht bedeckt und ist daher ein Leckerbissen für die Rentiere. Im Hotel haben wir eine kleine Tüte trockenes Moos gekauft – für 10 Euro muss das ein sehr delikates Moos sein. Aber es hilft, die scheuen Rentiere nah an den Zaun zu locken.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Rentiere

Rentier-Schlittenfahrt

Neben der Husky-Schlittentour ist eine Fahrt mit dem Rentierschlitten ein absolutes Muss bei einem Urlaub in Lappland. Die Schlitten mit den vorgespannten Rentieren stehen schon bereit, als wir am Treffpunkt ankommen. Mehrere Schlitten stehen hintereinander, die Rentiere sind jeweils an dem voranfahrenden Schlitten festgebunden. Ganz vorn steht ein Guide, der den Trek führen wird. Langsam geht es durch die winterliche Landschaft, rund um einen zugefrorenen See.

Ungefähr eine Stunde sind wir unterwegs – aber kalt wird uns im Rentierschlitten nicht. Wir sitzen auf Rentierfellen, die wirklich perfekt isolieren. Die langen Röhren-Haare verfügen über wärmeisolierende Lufttaschen. Dieser mit Luft gefüllte Hohlraum sorgt für die sehr gute Isolierung. Die Haare der Unterwolle sind sehr fluffig. Das Fell ist extrem dicht, je Quadratzentimeter verfügt es über rund 700 Röhren-Haare und 2000 Wollhaare.

Bis zu 80 km/h kann so ein Rentier in vollem Lauf erreichen. Der Guide weist uns extra noch einmal darauf hin, dass wir nicht mit Blitzlicht fotografieren dürfen und keine hektischen Bewegungen machen dürfen, um die Tiere nicht zu erschrecken. Nicht auszudenken was passiert, wenn eines der Rentiere mit vollem Tempo losrennt. Bei solcher Geschwindigkeit möchte ich nicht im Rentierschlitten sitzen – da bin ich froh, dass es während unserer Tour nur gemächlich im Schritt-Tempo vorangeht. Eine romantische Fahrt ist das und tatsächlich tanzen dabei auch noch Polarlichter über den wolkenlosen Nachthimmel. Besser geht es kaum! Für dieses Erlebnis verzichte ich doch gern einmal auf das Fotografieren und genieße die Tour einfach.

Finnisch Lappland Tipps #6: Eisangeln

Unsere Urlaubsunterkunft liegt direkt am Fluss und mein Mann ist Hobby-Angler – da liegt es nahe, dass auch Eisangeln auf unserem Urlaubsprogramm steht. Ich angele nicht mit, aber da das Wetter zum vereinbarten Termin ganz hervorragend ist, fahre ich mit und vertreibe mir die Zeit mit Fotografieren.

Der Fluss ist von einer dicken Eisschicht bedeckt und zunächst wird ein Angelloch gebohrt. Fast einen Meter muss der Bohrer durch die Eisdecke getrieben werden, bis er endlich in das darunter fließende Wasser eintaucht.  Nun noch schnell die Eisstücken aus dem Bohrloch schöpfen und dann kann die Angel ins Wasser.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Eisangeln
Vorbereitungen zum Eisangeln

Das Equipment – von Eisbohrer über Angel bis hin zum Köder – bringt der Guide mit, der den Ausflug begleitet. Die Angel halte ich zuerst für ein Spielzeug, kenne ich doch die großen Angelruten, die normalerweise zum Fischfang verwendet werden. Aber nein, so sehen Eisangeln wohl aus.  Auch wenn ich mir nur schwer vorstellen kann, dass damit ein Fisch aus dem Loch gezogen werden kann.

Immer wieder bilden sich Eisklumpen an der Angelschnur und müssen entfernt werden. Irgendwie eine mühsame Angelegenheit.  Nach einer halben Stunde wird ein neues Loch gebohrt – das macht man so, bekomme ich erklärt. Wenn in der Zeit kein Fisch gebissen hat, wird das wohl an dieser Stelle nichts mehr.

Einen Fang würde übrigens der Hotelkoch für uns zum Abendessen zubereiten – aber dazu kommt es heute nicht. Die Fische schwimmen heute alle an anderen Stellen und wir beenden den Angelausflug ohne einen einzigen Biss. Mir hat es trotzdem gefallen, es war für mich ein schöner Fotoausflug bei strahlender Wintersonne.

Finnisch Lappland Tipps #7: Schneemobil-Touren

Der Vollständigkeit halber soll es an dieser Stelle erwähnt werden, auch wenn mich der Ausflug mit dem Schneemobil nicht wirklich begeistert. Nun das ist sicher individuelles Empfinden – anderen Gästen hat die Fahrt mit diesen Geräten sehr gut gefallen.

Polarlichtreise Finnisch Lappland Schneemobile
Schneemobile in im Hotel Harriniva

Jeweils zwei Personen fahren auf einem Schneemobil. Der Fahrer muss mindestens 18 Jahre alt sein und einen Führerschein besitzen. Natürlich gibt es eine entsprechende Einweisung vor Beginn der Fahrt und jeder bekommt einen Schutzhelm.

Gefahren wird im Konvoi, unter Führung durch einen Guide. Von der wundervollen Landschaft sehen wir bei dieser Tour nicht wirklich viel – um nicht vom schmalen Pfad abzukommen, müssen wir uns auf das Fahren konzentrieren. Dennoch kommt es vor, dass so ziemlich jeder einmal abseits des nicht sehr breiten festgefahrenen Weges im Tiefschnee landet. Dann hält die Schneemobil-Karawane an und alle helfen, das Fahrzeug auszugraben und wieder flott zu machen. Die Strecke zieht sich und ich bin letztlich froh, als wir wieder zum Hotel zurückkehren.

Resümee

So ein Urlaub in Finnisch Lappland ist einfach wundervoll! Einen richtig kalten Winter mit viel Schnee (auch wenn die Leute vor Ort meinten, es würde im Vergleich zu anderen Jahren ca. ein Meter Schnee fehlen) erlebt man in unseren Breiten doch höchst selten. Das Hotel Harriniva war für uns eine sehr gute Wahl, die geschilderten Aktivitäten und Ausflüge waren unvergessliche Erlebnisse. Während ich diese Zeilen verfasse, würde ich am liebsten sofort wieder aufbrechen in den hohen Norden.

Alle Berichte zu unserer Polarlichtreise nach Finnisch Lappland

Polarlichtreise nach Finnisch Lappland – 7 Tipps für deinen Urlaub im Winterwunderland

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Polarlichter fotografieren – 7 Tipps für gelungene Nordlicht  Fotos


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5 Kommentare
  1. Hallo Cornelia,

    sehr schöner Bericht, ich hab ihn in der Reiseblogger-Gruppe auf Facebook entdeckt. Ich war dieses Jahr in Äkäskero und habe mit einem Huskyteam von dort eine Wildnistour gemacht, vielleicht sind wir uns ja mal über den Weg gefahren! 😀 Wir haben jedenfalls öfters Gruppen von Harriniva getroffen.

    Ich vermisse Lappland gerade auch wieder sehr, aber für mich geht es als nächstes nach Spitzbergen, Grönland und Island.

    Liebe Grüße
    Anuschka

    1. Cornelia

      Hallo Anuschka,
      das sind ja wirklich tolle Urlaubsziele für dieses Jahr! Wir waren im vergangenen Sommer auch auf einer Grönland-Kreuzfahrt und absolut begeistert! Auf dem Blog hier findest du auch Berichte dazu: https://www.silvertravellers.de/category/reisen/amerika/groenland/
      Island steht noch auf meiner Bucket List – eine Reise entlang der Ringstraße, das wäre es!
      Liebe Grüße
      Cornelia

  2. Liebe Cornelia,
    Das war bestimmt ein ganz einmaliges Erlebnis. Was für traumschöne Bilder Du mitgebracht hast! Mein Mann hat sich diesen Traum in Schwedisch Lappland erfüllt, ich lasse Dir den Link zu seinem Bericht mal da: https://travelsanne.de/schneemobiltour-schwedisch-lappland/
    Polarlichter hat er aber leider keine gesehen.
    Liebe Grüße von Sanne

    1. Cornelia

      Ah, Schwedisch Lappland ist bestimmt auch ganz toll. Danke für den Link – ergänzt den Beitrag super, weil ich ja zur Schneemobiltour nicht viel berichtet habe. War halt nicht meins – so unterschiedlich ist das eben.

  3. Also ich bin ja ein Sommermensch durch und durch, und würde dem Winter am Liebsten jedes Mal entfliehen. Aber ich glaube das ist auch, weil bei uns in AT sehr selten richtig schöner Schnee liegt, sondern oft nur Matsch 🙁 schöne weiße Weihnachten wären mal ein richtiger Traum. Deine Fotos machen jedenfalls unglaublich Lust auf diese wunderschöne Wintergegend!

    Liebe Grüße
    Alice Christina

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