Mit dem Zug nach Prag – Tipps von Fahrkartenkauf bis Entschädigungsanspruch

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

Umweltfreundlich reisen: mit dem Zug nach Prag. Erfahrungsbericht und nützliche Tipps für die Reise per Bahn. Von Fahrkartenkauf bis Entschädigungsanspruch.

Auf meiner Reise-Bucket List ist dieser Kurztrip schon seit längerem aufgeführt: eine Reise in die Goldene Stadt an der Moldau. Prag habe ich vor mehr als 30 Jahren einmal besucht. Die Erinnerungen an diese damalige Reise sind nicht mehr sehr präsent – was wohl daran liegen kann, dass das Gehirn dazu neigt, Unangenehmes auszublenden. Ich weiß noch, dass unser Zelt damals in einem heftigen Dauerregen nahezu unterging.

Grund genug, nun einen neuen Anlauf zu wagen. Diesmal nicht mit dem Zelt – dem habe ich nach der damaligen Erfahrung endgültig entsagt – sondern ich habe ein schönes Hotel für unseren Aufenthalt gebucht. Das Verkehrsmittel für unsere Reise nach Prag ist allerdings heute wie damals das gleiche. Und das hat nichts mit Nostalgie zu tun.

Zug statt Flug … und statt Autofahrt

Bevor Web-Meeting, Jabber, Skype & Co Einzug in unseren Büroalltag hielten, war ich tatsächlich sehr viel beruflich in ganz Deutschland unterwegs. Präsenzmeetings waren an der Tagesordnung und ich war als bekennende Bahnfahrerin so ein wenig Exotin unter meinen Kollegen, die meist mit dem Flugzeug oder Auto anreisten. Ich fand die Fahrt mit dem Zug bequemer, weil ich auf langen Strecken am Laptop arbeiten, lesen oder auch einfach nur entspannen konnte. Klar gab es Zugverspätungen oder auch Zugausfälle – aber hey, meine Kollegen standen auch mit dem Auto im Stau oder ihr Flug wurde gecancelt. Jedenfalls bin ich immer irgendwie angekommen.

Auf Basis dieser Erfahrungen kam mir der Gedanke, für die Reise nach Prag die Bahn zu nutzen. Zug statt Autofahrt sozusagen, mit dem tollen Nebeneffekt, dass das auch gleichzeitig eine halbwegs umweltfreundliche Variante ist.

Ein Blick ins Web-Portal der Deutschen Bahn zeigte, dass wir nur einmal in Dresden umsteigen müssen und die Fahrkarten auch zu einem außerordentlich günstigen Preis zu haben sind. Hin- und Rückfahrt mit dem Intercity/Eurocity würden im „Super Sparpreis EU“ für zwei Personen gerade mal 99,60 Euro kosten, zuzüglich 18 Euro für die Platzkarten. Das hat dann letztlich auch meinen Mann überzeugt, die Reise nicht mit dem Auto zu machen.

Die Buchung der Tickets im Portal der Deutschen Bahn

Die Tickets buchen wir über das Online-Portal der Deutschen Bahn. Das geht ganz einfach. Ich empfehle, bereits vor der Buchung einen Account mit Benutzernamen und Passwort anzulegen, auf den du dann auch später per App zugreifen kannst. Zur App aber später mehr.

Für die Fahrkarten-Buchung nun die gewünschten Daten eingeben – Start- und Zielbahnhof, ungefähre Abfahrts- oder Ankunftszeiten, Bahncard vorhanden Ja/Nein –  und dann mögliche Verbindungen anzeigen lassen. Für die Auslandstarife muss ich nun noch unser Alter eingeben, da diese zum Teil altersabhängig sind. Schließlich bekomme ich eine Preisübersicht einschließlich der jeweiligen Konditionen angezeigt.

Ich wähle den nicht stornierbaren Super Sparpreis EU und füge noch Platzkarten hinzu.

Die Bezahlung des online-Tickets ist auf verschiedenen Wegen möglich:

  • Paydirekt
  • SEPA-Lastschrift
  • Sofort.
  • Kreditkarte
  • PayPal

Nach Abschluss der Buchung wird mir das Ticket als pdf-Datei an die in meinem Profil hinterlegte Mailadresse zugesandt. Ausgedruckt – fertig. Als Backup habe ich das Ticket auch noch in meinem Account. Und dann ist da noch die App DB Navigator – aber dazu später mehr.

Aufregung eine Woche vor der Fahrt

Für ein wenig Aufregung sorgt die Deutsche Bahn dann genau eine Woche vor Beginn unserer Reise: ich erhalte eine eMail mit dem Hinweis: Es liegen Fahrplanänderungen zu Ihrer Verbindung vor. Ähm ja – aber was wird denn nun geändert? Aus der Mail ist das leider nicht ersichtlich, erst ein Klick auf den Link zum Onlineportal der Bahn bringt Klarheit: aus unserer durchgängigen Zugverbindung von Magdeburg bis Dresden ist eine Umsteige-Verbindung geworden. Wir müssen nun in Leipzig den Zug wechseln, sollen aber dennoch in Dresden den Anschlusszug nach Prag erreichen.

Von meinem Mann höre ich ein leichtes Grummeln und so etwas wie „ … wir hätten doch das Auto nehmen sollen“.

Eine etwas holprige Hinfahrt

Mit dem Intercity IC2449 von Magdeburg nach Leipzig

Gähn … ganz früh am Morgen ist es noch, als der Wecker klingelt. Mit dem Zug nach Prag – das bedeutet in unserem Fall: früh aufstehen. Unser Zug fährt um 5:59 Uhr am Magdeburger Hauptbahnhof ab. Das bedeutet, wir müssen sehr früh aufstehen. Auf ein Frühstück verzichten wir erst einmal, während der Zugfahrt ist später genug Zeit dafür. Am Bahnhof gibt es einen Bäcker, bei dem wir für unterwegs belegte Brötchen und Kuchen kaufen.

Auf dem Bahnsteig

Pünktlich sind wir auf dem Bahnsteig und … tadaa … pünktlich fährt auch unser Zug. Ein doppelstöckiger Intercity. Diese Züge sind einerseits gut, weil in den Wagen ausreichend Platz für Gepäck vorgesehen ist. Andererseits keine Spur von Barrierefreiheit – viele Stufen sind zu überwinden, um zu den Sitzplätzen zu gelangen.

Eine angenehme Fahrt von Magdeburg nach Leipzig, die Ankunft ist pünktlich. Soweit gut. Als wir gerade am Hauptbahnhof Leipzig aussteigen wollen, ertönt eine Durchsage im Zug: dieser Zug fährt als IC 2349 weiter nach Dresden. Wie jetzt? Weshalb dann die eMail eine Woche vor Abfahrt?

Wir gehen zurück zu unseren Sitzplätzen und verstauen unser Gepäck wieder. Nur wenige Minuten später …

Ein defekter Triebwagen und das Problem-Management der Bahn

Nachdem wir unseren Koffer wieder im Gepäckständer verstaut und erneut unsere nun schon vertrauten Plätze eingenommen haben, warten wir auf die Abfahrt des Zuges. Statt dessen ertönt wenige Minuten später eine erneute Durchsage: wegen eines Triebwagendefekts kann der Zug nun doch nicht weiterfahren. Alle Fahrgäste mögen bitte aussteigen, es wird ein neuer Zug bereitgestellt.

Mein Gemütszustand bewegt sich irgendwo zwischen Ärger und Erleichterung. Ärger darüber, dass wir nun eine Verspätung einfahren und *Ironiemodus an* Erleichterung, dass der Triebwagen es wenigstens bis zum Hauptbahnhof Leipzig geschafft hat. Es hätte ja schlimmer kommen können und der Triebwagen hätte auch auf offener Strecke den Dienst versagen können. *Ironiemodus aus* Diese durchaus positive Seite des Ganzen sieht mein Mann leider nicht und ist einfach nur verärgert.

Dann erleben wir das katastrophale Problem-Management der Bahn. 20 Minuten Verspätung werden bei der nächsten Durchsage prognostiziert. Noch würden wir damit am Hauptbahnhof Dresden den Eurocity nach Prag erreichen. Aaaaaber … aus den 20 Minuten werden dann häppchenweise immer mehr. Erst 30 Minuten, dann 60 Minuten. Die Bahn findet anscheinend keinen neuen Triebwagen.

Anzeigetafel auf dem Bahnsteig

Ich lasse mir die Verspätung am Servicepoint auf der Fahrkarte bestätigen. Damit ist gleichzeitig die Zugbindung des Super Sparpreis EU – Tickets aufgehoben und wir können mit jedem beliebigen Zug weiterfahren. Auf einem anderen Gleis fährt ein ICE ebenfalls nach Dresden – wir entschließen uns, mit diesem Zug weiterzufahren. Diese Alternative haben wir uns selbst gesucht – ein entsprechender Hinweis über Lautsprecher am Gleis? Fehlanzeige! Stattdessen wird nun endlich mit 60 Minuten Verspätung die Bereitstellung des IC2349 angekündigt.

Mit dem Intercity-Express ICE1553 Von Leipzig nach Dresden

Unser ICE verlässt nun tatsächlich vor dem verspätet eingesetzten IC den Leipziger Bahnhof. Der Zug ist überfüllt, alle Plätze sind belegt und in den Gängen hat eine Gruppe Jugendlicher auf dem Fußboden platzgenommen.

Der Zug fährt pünktlich ab, kann aber für uns auch nicht mehr retten, was inzwischen leider unangenehme Tatsache ist: unseren Anschlusszug in Dresden nach Prag werden wir leider nicht mehr erreichen.

Anschlussverlust und ein unterbesetztes Service Center am Dresdner Hauptbahnhof

Die Reise mit dem Zug nach Prag ist also doch nicht ganz so easy, wie ich mir vorgestellt hatte. Unser Anschlusszug von Dresden nach Prag ist längst abgefahren, als wir endlich am Hauptbahnhof Dresden ankommen. Anschlussverlust heißt das im Bahndeutsch.

Leider sind damit auch unsere Platzkarten hinfällig. Da wir bis zur Abfahrt des nächsten Eurocity nach Prag nun ungefähr 1 ½ Stunden Zeit haben, möchte ich die Platzkarten kostenlos umtauschen. Das geht im Reisezentrum am Bahnhof. Eigentlich.

In den Reisezentren der Bahn wurde vor geraumer Zeit ein System eingeführt, wonach man zunächst an einem Automaten eine Nummer ziehen und dann warten muss, bis diese Nummer aufgerufen wird. Ich habe die Nummer 1117. Ein Blick auf die Anzeigetafel zeigt, dass vor mir bereits 12 andere Menschen warten. Das kann dauern – von sieben Schaltern sind nämlich gerade mal zwei geöffnet. Ist ja auch nur Sommer-Reisesaison.

Reisezentrum Bahnhof Dresden

Platzkarten für den nächsten Zug nach Prag erhalte ich leider nicht, als ich endlich an der Reihe bin.  Aus unerfindlichen Gründen sind für diesen Eurocity keine Platzkarten mehr buchbar, obwohl das System für den Zug nur eine geringe Auslastung anzeigt. Der Mitarbeiterin ist das sichtlich unangenehm und sie bietet mir stattdessen die Erstattung der Platzkarten-Reservierungsgebühr für den verpassten Zug an. Außerdem bestätigt sie mir noch mit Stempel und Unterschrift den Anschlussverlust.

Mit dem Eurocity EC171 EC173 von Dresden nach Prag

Mit dem Zug nach Prag

Nachdem wir uns noch einen Snack zum Mittagessen gekauft haben, begeben wir uns zum Bahnsteig. Der Eurocity ist pünktlich …. und völlig überfüllt. Wir finden mit viel Glück noch zwei freie Plätze. Platz für Koffer? Fehlanzeige! Überall im Gang steht Gepäck. Dazwischen Reisende, die keinen Sitzplatz gefunden haben.

In Summe kommen wir durch den Anschlussverlust mehr als zwei Stunden später in Prag an, als wir eigentlich geplant hatten. Das ist nicht wirklich dramatisch und hätte durch einen Stau auf der Autobahn auch passieren können. Was zählt: wir sind angekommen und freuen uns auf die Goldene Stadt an der Moldau.

Geht doch! Eine angenehme Rückfahrt

Drei Tage verbringen wir in Prag, besuchen das historische Rathaus mit der Aposteluhr, die Prager Burg, steigen auf die Prager Kopie der Pariser Eiffelturms und – last but not least – genießen die leckeren Spezialitäten der tschechischen Küche. Dann steht auch schon die Heimfahrt an, natürlich wieder mit der Bahn. Ich hoffe inständig, dass diesmal alles reibungslos läuft!

Der Prager Hauptbahnhof

Bei der Ankunft ist es mir gar nicht so sehr aufgefallen – der Prager Hauptbahnhof ähnelt eher einem riesigen Shopping-Center als einem Bahnhof. Gar nicht so einfach, sich auf den verschiedenen Ebenen zu orientieren – aber freundlicherweise sind die Wegweiser nicht nur in tschechischer Sprache, sondern auch noch in Englisch und sogar auch in Deutsch beschriftet.

So stehen wir nach wenigen Minuten vor der großen Anzeigetafel. Unser Zug wird zwar schon angezeigt, aber es ist noch nicht ersichtlich, von welchem Bahnsteig er abfahren wird. Anders als wir es von zu Hause gewohnt sind, wird hier das Gleis erst ca. 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges angezeigt.

Wir nutzen die Zeit, uns noch die frisch sanierte historische Bahnhofshalle anzuschauen. Sie liegt ein wenig abseits des Trubels, ist über eine Rolltreppe erreichbar und ist wirklich ein wahres Schmuckstück.

historische Bahnhofshalle Prag Hauptbahnhof

Mit dem Eurocity EC378 von Prag nach Dresden

Unser Zug wird in Prag eingesetzt und steht pünktlich zur Abfahrt bereit. Wir haben Platzkarten und finden auch sehr schnell unsere reservierten Plätze. Diesmal verfügt der Waggon über ein Gepäckregal und der Zug ist insgesamt deutlich leerer als auf der Hinfahrt. Ruhig und entspannt geht die Fahrt in Richtung Heimat. Aufatmen.

Umsteigen in Dresden

Erfreulicherweise erreichen wir pünktlich den Dresdner Hauptbahnhof, wo wir wieder umsteigen müssen. Ein wenig Appetit meldet sich und wir kaufen vor der Weiterfahrt noch schnell ein paar belegte Baguettes.

Der IC2444 wird in Dresden eingesetzt und steht schon am Gleis zum Einsteigen bereit. Perfekt.

Mit dem Intercity IC2444 von Dresden nach Magdeburg

In diesem Zug zeigt uns die Deutsche Bahn dann, wie angenehm bequemes und komfortables Reisen sein kann. Im Waggon stehen ausreichend Gepäckregale zur Verfügung. Kurz nach der Abfahrt des Zuges kommt eine Servicemitarbeiterin und fragt nach Getränkewünschen. Meine Kaffee-Bestellung nimmt sie auf und bringt uns den frisch aufgebrühten Kaffee kurze Zeit später. Einen guten Kaffee übrigens!

Direkt nachdem wir unsere reservierten Plätze eingenommen hatten, habe ich via App online eingecheckt. Daher können wir jetzt ganz in Ruhe Baguette und Kaffee genießen – der Zugbegleiter fragt uns gar nicht mehr nach unseren Fahrkarten. Wie in der Werbung …

Muss ich noch erwähnen, dass wir diesmal pünktlich ankommen?

Nach der Reise: Entschädigung für die verspätete Ankunft einfordern

Innerhalb der EU sind die Passagierrechte bei Verspätungen und Stornierungen einheitlich geregelt. Dies betrifft u.a. auch die Entschädigung bei verspäteter Ankunft. Bei Flugreisen sind die Regelungen mittlerweile den meisten bekannt, ihre Passagierrechte bei Bahnreisen kennen viele Reisende noch nicht.

Da hilft ein Blick in die Regelungen – zusammengefasst findest du diese im EU-Portal Ihr Europa. Natürlich gibt es auch dafür inzwischen eine App für das Smartphone. Sie heißt „Passagierrechte“ oder „Passenger Rights“ (nicht von dem englischen Titel schrecken lassen, die App ist komplett in deutscher Sprache).

Im EU-Portal oder auch in der App kannst du deine Fahrgastrechte für Flugzeug, Bahn, Schiff oder Bus nachlesen.

Wann und in welcher Höhe steht mir eine Entschädigung zu?

Grob formuliert, gibt es zwei Stufen der Entschädigung. Diese orientiert sich immer am ursprünglich gezahlten Fahrpreis, bei Fahrkarten für die Hin- und Rückfahrt jeweils am gezahlten Fahrpreis für die einfache Fahrt:

  • Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof beträgt die Entschädigung 25% des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt
  • Ab 120 Minuten Verspätung am Zielbahnhof beträgt die Entschädigung 50% des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt

Bei unserer Reise mit dem Zug nach Prag sind wir mit mehr als 2 Stunden Verspätung angekommen, es handelte sich um eine durchgehende internationale Fahrkarte von Magdeburg bis Prag und die Verspätung sowie der Anschlussverlust wurden mir im Service-Center auf der Fahrkarte bestätigt. Es sollte also kein Problem sein, den Entschädigungsanspruch in Höhe von 50% des Fahrpreises geltend zu machen. Des halben Fahrpreises wohlgemerkt – die Verspätung betraf ja nur die Hinfahrt.

Die Fahrkarte für Hin- und Rückfahrt kostete 99,60 Euro – davon wird die Hälfte für die Hinfahrt angesetzt. Das bedeutet, ich kann (bei >120 Minuten Verspätung und 50% Entschädigung) mit einer Erstattung von 24,90 Euro rechen. Nicht gerade üppig, aber die Fahrkarte war ja auch nicht teuer. Nur zur Erinnerung: die Kosten für die verfallene Platzreservierung in Höhe von 9 Euro hatte mir die freundliche Mitarbeiterin im Reisezentrum Dresden ja direkt und unkompliziert erstattet.

Wie kann ich meinen Entschädigungsanspruch geltend machen?

Wie kann es anders sein – natürlich gibt es ein Formular, das auszufüllen und bei der Deutschen Bahn einzureichen ist. Dieses steht auf der Webseite der Deutschen Bahn als beschreibbare pdf-Datei zum Download bereit. Das Ausfüllen ist wirklich einfach, die Felder sind selbsterklärend.

>>> hier geht es zum Fahrgastrechte-Formular<<<

Ich habe das Fahrgastrechte-Formular heruntergeladen, alle Daten zu meiner Reise eingetragen und als Art der Entschädigung die Auszahlung/Überweisung gewählt (alternativ wäre auch ein Gutschein möglich). Das ausgefüllte Formular einschließlich der Fahrkarten kann ich nun entweder per Post an die darauf angegebene Adresse senden oder direkt im DB Reisezentrum in unserem Bahnhof hier vor Ort abgeben.

Ich entscheide mich für letztere Variante und habe ein Déjà-vu: wieder ziehe ich die Warte-Nummer 1117. Und wieder sind nur zwei Schalter besetzt. Aber jetzt bin ich schon einmal hier, nun warte ich auch. Nach einer halben Stunde reiche ich der freundlichen Mitarbeiterin mein ausgefülltes Formular und die mit vielen Stempeln versehene Fahrkarte über den Tresen. Sie schaut sich die Unterlagen kurz an und erklärt mir, dass sie mir das Geld leider nicht sofort auszahlen kann. Das dürfe sie nur bei Fahrkarten innerhalb Deutschlands. Internationale Fälle werden im ServiceCenter Fahrgastrechte bearbeitet. Dorthin sendet sie jetzt meine Unterlagen und von dort bekomme ich dann Bescheid.

Das Ergebnis

Das Ganze liegt jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, etwa eine Woche zurück – gemäß der Regelungen im EU Passagierrecht muss ich die Entschädigung innerhalb eines Monats erhalten. Ich warte also erst einmal ab und werde an dieser Stelle natürlich berichten.

Ergänzung: nach ca. 1 ½ Wochen ist der Vorgang tatsächlich abgeschlossen und die 24,90 Euro wurden auf das angegebene Konto überwiesen. Das Ganze lief völlig unkompliziert und ohne nochmalige Rücksprache. Mit einem freundlichen Schreiben informierte mich das SeviceCenter Fahrgastrechte über den Abschluss der Bearbeitung und entschuldigte sich im Namen der Bahn noch einmal für die entstandenen Umstände.

Mein Resümee – würde ich wieder mit dem Zug nach Prag fahren oder doch lieber das Auto nutzen?

An dieser Stelle sei mir ein offenes Wort gestattet: Ich denke, wenn die große Masse bewegt werden soll, zugunsten der Zugfahrt auf Flüge innerhalb Deutschlands bzw. innerhalb Europas zu verzichten, dann müssen ganz einfach die Rahmenbedingungen stimmen. Damit meine ich die aufzuwendende Zeit, den Preis, die Verlässlichkeit und den Komfort.

Bezüglich der Verlässlichkeit und insbesondere des Problem-Managements besteht bei der Deutschen Bahn noch deutlich Luft nach oben, wie meine Erlebnisse auf der Hinfahrt eindrucksvoll gezeigt haben.

Der Komfort … ist noch ausbaufähig. In Magdeburg und Dresden gelangten wir mit dem Aufzug zum Gleis. In Prag war bei der Rückfahrt leider die Rolltreppe zum Gleis außer Betrieb – da hieß es Kofferschleppen über die Treppe.

Dennoch – ich würde wieder die Bahn wählen. Die Rückfahrt hat es rausgerissen. Schnell, bequem und pünktlich sind wir mit der Bahn von Prag zurück nach Magdeburg gereist. Das Umsteigen am Dresdner Hauptbahnhof war problemlos und es blieb sogar noch Zeit, am Bahnhof einen Snack zu kaufen. Im Intercity von Dresden nach Magdeburg gab es einen sehr freundlichen Service am Platz – und der Kaffee hat auch geschmeckt. GEHT DOCH!

„Lessons learned“ von unserer Reise mit dem Zug nach Prag

Beim nächsten Mal würde ich allerdings für eine Fahrt mit dem Zug nach Prag den Super Sparpreis EU für die 1. Klasse auswählen. Ja, mit zunehmendem Alter lege ich doch etwas mehr Wert auf Komfort und Ruhe – das wäre mir die geringe Preisdifferenz durchaus wert. Tatsächlich wären das für 2 Personen nur 42 Euro mehr gewesen. In der 2. Klasse kamen ja zu den Fahrtkosten von 99,60 Euro noch 18 Euro für die Platzkarten dazu, während in der 1. Klasse die Platzkarten beim Fahrpreis von 159,60 Euro bereits enthalten waren.

Mein Tipp also: immer auch schauen, ob es in der 1. Klasse ein günstiges Angebot gibt und auf jeden Fall die Zusatzkosten für Platzreservierungen bei der Vergleichsrechnung berücksichtigen!

Noch ein Tipp für deine Reise mit der Bahn

Die Bahn-App „DB Navigator“

Ich hatte sie schon erwähnt: die App „DB Navigator“. Bei dieser Reise mit dem Zug nach Prag habe ich sie selbst zum ersten Mal ausprobiert und für gut befunden.

Reiseauskunft oder Sparpreisfinder sind Features, die bei der Reiseplanung im Vorfeld der Reise oder bei Verspätung bei der Suche nach alternativen Verbindungen hilfreich sind. Während der Reise habe ich die Funktion „Ist mein Zug pünktlich?“ und den Komfort Check In genutzt.

Die App lässt sich durch Anmeldung mit dem beim Online-Kauf im Webportal der Deutschen Bahn angelegten Nutzer-Account  auch noch personalisieren. Einfach mit Benutzernamen und Passwort anmelden und dann sind die gekauften Tickets in der App verfügbar – ein Barcode, valide auch für die Fahrkartenkontrolle und Ersatz oder Backup für das ausgedruckte Papierticket.

Komfort Check In im Zug

Als wir unsere reservierten Plätze eingenommen haben und der Zug abfährt, meldet sich die App auf meinem Smartphone plötzlich mit einem akustischen Signal.

Ich werde an den Komfort Check In erinnert. Komfort Check in? Da gab es doch neulich eine Fernsehwerbung. Die Bahn bewirbt dieses Feature mit den Worten „Einsteigen, einchecken und zurücklehnen“  Auf dem reservierten Platz kann man über die App DB Navigator einchecken und damit das Ticket selbst entwerten. Der Zugbegleiter sieht das später bei seiner Runde auf dem Terminal und fragt nicht mehr nach der Fahrkarte. Natürlich bin ich neugierig, ob das auch wirklich funktioniert. Kennst du das, meist hat man doch gerade von seinem Sandwich abgebissen oder gerade den Laptop aufgebaut wenn die Fahrkartenkontrolle ansteht, und sucht dann hektisch in der Handtasche nach dem Ticket.

Und tatsächlich: bei seinem Rundgang spricht uns der Zugbegleiter gar nicht mehr an. Daumen hoch also für dieses Feature!

Alle Berichte zu unserem Besuch der Goldenen Stadt an der Moldau

Mit dem Zug nach Prag – meine Erfahrungen

Die Goldene Stadt an der Moldau – 3 Tage in Prag (noch in Arbeit)

Prag kulinarisch (noch in Arbeit)


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6 Kommentare
  1. Miuh

    Oh ja…! Mehr Zug fahren und so reisen würde ich unbedingt gerne wieder einmal! Seit ich kürzlich geschäftlich die 3 Stunden zwischen Zürich und Genf im Zug unterwegs war, bin wieder voller Vorfreude auf meine nächste, grössere Zugfahrt… Aber: bitte möglichst ohne umsteigen, nur das macht so richtig Spass 🙂 und natürlich auch keine solchen Pannen wie bei euch, da wird die Erholung und der Spass gehörig verdorben. Liebe Grüsse, Miuh

  2. Theresa

    Oh, diese Problematik mit verspäteten und überfüllten Zügen kenne ich zu gut. Dennoch bin ich ein großer Zugfan. Oft geht es sogar schneller als mit einem Flug. Den Tipp mit der 1. Klasse werde ich mir auf jeden Fall merken. Hatte da noch nie drüber nachgedacht bzw. ein Auge drauf. Mehr Komfort auf Reisen, gerade auf längern, ist doch immer willkommen.

    Liebe Grüße aus Berlin 🖤

  3. Myriam

    Innerhalb Deutschlands bin ich sowieso fürs Zugfahren. Mittlerweile habe ich auch dazu gelernt und suche extra nach Verbindungen mit viel Umstiegszeit aus oder ich nehme einen teilweise auch 2 Züge eher, wenn ich zu einer Messe oder zu einem interkontinentalen Flug anreise.
    Vom Gefühl her verbrachte ich bislang mehr Zeit bei Staus auf der Autobahn als dass ich auf verspätete Züge warten musste. Außerdem bevorzuge ich aus 2 Gründen Züge: Man kann ein bisschen im Zug umherlaufen und die Toiletten, wenn sauber, sind besser als im Flugzeug und Bus. Vor ein paar Tagen habe ich nach Verbindungen nach Dänemark und London mit dem Zug gesucht. Dänemark ist okay, aber nach London wäre ich via Paris 16 Stunden unterwegs – das geht nur, wenn schon die Anreise die eigentliche Reise ist und ich vielleicht 2 Tage in Paris bleibe und dann weiterfahre.

    Liebe Grüße

    Myriam

  4. Kim

    Ich liebe Zugreisen. Weil ich Rollstuhlfahrerin bin, nehme ich gerne nur Strecken, die ohne Umsteigen gehen, da es ansonsten zu problemlastig werden kann (vorsichtig formuliert) 😉 leider gibt es immer wieder Pannen mit den Einstiegshilfen, aber ich probiere es weiter fleißig und freue mich, wenn alles klappt. Nächste Woche geht es mit dem Zug nach München ❤️ die Entschädigungsansprüche merke ich mir^^

  5. Sigrid

    Vielen Dank für diese ausführliche Zusammenstellung. Auch ich möchte Prag in nächster Zeit wieder einmal besuchen – mein letzter Besuch liegt zwar „erst“ gut 7 Jahre her, aber auch hier von Österreich gibt es super Anbindungen mit der Bahn. 🙂 Sehr hilfreich fand ich auch deine Informationen bzgl. Entschädigungsansprüchen. Danke dafür.

  6. Julia

    Da bin ich ja schon fast ein bisschen froh, dass für die Zugreisen, die ich mir für Turin – Heidelberg und zurück herausgesucht habe, mitunter nur einen Umstieg in Mailand vorsehen…. ob sich das aber immer so realisieren lässt und ich nicht hin und wieder doch auf andre Verbindungen mit Umstieg z.B. auch in München ausweichen muss, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin kann die Trenitalia bei den Schnell- und Fernzügen eine bessere Pünktlichkeitsquote vorweisen, als die DB. Ich bin gespannt, was die Zukunft und Erfahrung zeigen wird. Danke für deinen Erfahrungsbericht und die hilfreichen Tipps u.a. zu den Fahrgastrechten. Artikel ist in der Lesezeichenliste gespeichert. LG Julia

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