Sehenswürdigkeiten in Peru – Lima, die Stadt im Nebel

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

Lima ist die ein wenig unterschätzte Hauptstadt von Peru. Wenn man an dieses Südemerikanische Land denkt, dann fällt jedem wohl zuerst Machu Picchu ein. Vielleicht auch noch die Nazca-Linien oder der Titicaca-See. Erst im zweiten Step kommt der Gedanke an Lima. Dabei beginnt für die meisten Peru Reisenden die Route hier, nachdem sie auf dem internationalen Flughafen Lima gelandet sind. So wie wir auch – und vom Flughafen geht es dann direkt zu unserem Hotel. Ein paar Tage verbringen wir in Lima und setzen dann erst unsere Reise zu den anderen Stationen in Peru fort.

Unsere Ausgangsbasis für Lima: das County Club Lima Hotel

Unser Hotel liegt im ruhigen Stadtteil San Isidro, ungefähr 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Das haben wir bewusst so gewählt, wollen wir doch nach dem anstrengenden Flug ein wenig Ruhe haben. Erbaut im Jahr 1927, wurde das Country Club Lima Hotel  zum peruanischen Kulturerbe erklärt. Das Haus strahlt spanischen Kolonialcharme aus und könnte ebenso in Madrid oder Barcelona stehen. Wenn man die Treppenstufen emporsteigt und die Lobby voller Kunstwerke aus dem 16. Jahrhundert betritt, fühlt man sich zurückversetzt in eine andere Zeit.

Country Club Hotel Lima Peru

Foyer Country Club Hotel Lima Peru

Das Zimmer ist passend zum Stil des Hotels mit schweren Möbeln im Kolonialstil eingerichtet und angemessen groß. Am nächsten Morgen sind wir wieder fit und ausgeschlafen und genießen das Frühstück auf der wundervollen Außenterrasse des Restaurants. Wir stellen fest: die Entscheidung für dieses Hotel war definitiv richtig! Es gibt ein umfangreiches Frühstücksbuffet und wir lassen es uns schmecken. Eine Konfitüre fällt uns auf; sie ist gelb-orange und hat einen leicht säuerlichen Geschmack. Die Aufschrift sagt uns nichts, also fragen wir nach: es ist eine Konfitüre von der Andenbeere, auch Physalis genannt. (Davon inspiriert habe ich später zu Hause ein Rezept für eine Physalis-Konfitüre entwickelt.)

Bevor wir zur Stadtbesichtigung in Lima starten und einen ersten Eindruck der Hauptstadt von Peru gewinnen, bleibt noch Zeit für einen kurzen Rundgang im Hotel. Es gibt sogar einen kleinen Garten mit Pool … den wir aber in der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes leider nicht nutzen werden. Wir möchten schließlich etwas von Lima sehen und nicht nur faul am Pool herumliegen.

Plaza de Armas – das Herz der Altstadt

Wir haben heute einen privaten Guide, bzw. eine Reiseleiterin. Sie führt uns zuerst einmal zum Plaza Mayor. Dieser Platz, auch Plaza de Armas genannt, bildet wie in den meisten Städten Südamerikas das Herzstück der Metropole Lima.

Gleichzeitig ist dieser Platz der Ort der Stadtgründung Limas durch Francisco Pizarro im Jahre 1535 und damit der älteste Platz der Stadt.

Kathedrale von Lima
Kathedrale am Plaza de Armas – Lima, Peru

 

1821 wurde an diesem Ort die Unabhängigkeit Perus erklärt. So ist es nicht verwunderlich, dass den Platz eine Denkmal ziert, das zu Ehren des Unabhängigkeitskämpfers Jose de San Martin errichtet wurde. Ein kleines Detail an diesem Denkmal ist dann aber doch sehr ungewöhnlich und zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich: Auf dem Sockel befindet sich eine Statue der Madre Patria – mit einem kleinen Lama auf dem Kopf. Die Erklärung: Bei der Erschaffung des Denkmals kam es zu einem Missverständnis zwischen Künstler und den Handwerkern, welche die Bronzefigur herstellten. Das spanische Wort Llama kann sowohl Flamme als auch Lama bedeuten. Und so kam es, dass die die Madre Patria nun statt einer Votivflamme (Llama votiva) ein niedliches Kameltier trägt. Wir finden es irgendwie lustig, dass das so belassen wird und nun für alle Touristen ein interessantes Fotomotiv darstellt.

Lima Peru Denkmal Jose San Martin
Denkmal Jose de San Martin – Lima, Peru

 

Lima Madre Patria mit Lama
Madre Patria mit einem kleinen Lama auf dem Kopf

 

Rings um den Platz befinden sich viele historische Gebäude: der Präsidentenpalast, der erzbischöfliche Palast und die Kathedrale von Lima, die eine der schönsten in Peru sein soll.

Kloster San Francisco – Katakomben unter Lima

Die Kathedrale können wir leider nicht besichtigen, sie ist aus irgendwelchen Gründen geschlossen. Das ist etwas, womit wir uns in Peru noch mehrfach abfinden müssen: nicht alles ist planbar, manchmal müssen wir unsere Pläne ganz kurzfristig ändern. Stattdessen besuchen wir das Kloster San Francisco, ein prachtvolles, im 17. Jahrhundert erbautes Gebäude im Kolonialstil.

Lima Peru Franziskanerkloster
Franziskanerkloster – Lima, Peru

 

Unsere peruanische Begleiterin weist uns auf eine Besonderheit auf dem Gemälde des Letzten Abendmahls in der Sakristei hin.  Hier werden die Apostel beim Essen von Meerschweinchen, Kartoffeln und Chili abgebildet, typisch peruanischen Gerichten. Die Erklärung dafür klingt einleuchtend: Viele der Malereien in den Kirchen und Kathedralen Perus stammen von Inka-Künstlern, es war ihnen jedoch nicht gestattet, ihre Werke zu signieren. Stattdessen haben sie Motive aus ihrer Kultur in die Gemälde einfließen lassen.

Die meistbesuchte Attraktion des Klosters befindet sich aber unter der Basilika: ausgedehnte Katakomben, ein unterirdisches Tunnel- und Hallensystem, das während der Kolonialzeit als Begräbnisstätte diente und heute besichtigt werden kann. Bis 1808 wurden hier die Gebeine von ca. 70.000 Toten zur letzten Ruhe gebettet.

Wir steigen die Treppen hinunter und so ein wenig gruselig ist das Ganze schon. In der Begräbnisstätte sind die Skelette der Toten sortiert und tatsächlich in Mustern angeordnet. In einer tiefen Grube liegen hunderte Schädel.

Huaca Pucllana – Tempel und Pyramide direkt in Lima, Peru

Eigentlich würden wir gern noch Pachacamac, ein präkolumbianisches Heiligtum in der Nähe von Lima, besichtigen. Aber die Ausgrabungsstätte ist ebenfalls aus unerfindlichen Gründen geschlossen. Die Alternative: Huaca Pucllana, eine Ausgrabungsstätte direkt in der Stadt, im Stadtviertel Miraflores.

Huaca Pucllana in Lima, Peru

Huaca Pucllana bedeutet „Ort der heiligen Spiele“ und das Alter dieser Ruinen wird auf das 5. Jahrhundert n. Chr. geschätzt. Das bedeutet, dass sie wesentlich älter als Machu Picchu sind. Da die Gebäude und die Pyramiden von Huaca Pucllana allerdings aus Lehmziegeln erbaut waren, sind sie nicht so gut erhalten wie die Häuser aus Granitblöcken, die in Machu Picchu vorzufinden sind.
Interessant ist dennoch die erkennbare Bauweise mit den leicht schräg aufgestellten Lehmziegeln, welche die Gebäude erdbebensicher machte.

Es ist Nachsaison und es sind nicht viele Besucher dort; wir können uns ganz in Ruhe umschauen.

Huaca Pucllana in Lima, Peru

Huaca Pucllana in Lima, Peru

Restaurant-Tipp: La Rosa Nautica

Der Tag war sehr schön und höchst interessant, aber auch recht anstrengend. So lassen wir uns auf dem Rückweg am Restaurant „La Rosa Nautica“ absetzen, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Lima, Peru Restaurant La Rosa Nautica

Das Restaurant liegt auf einer Seebrücke, die  in den Pazifik hinein gebaut ist. Es gefällt uns auf Anhieb, hat viel Charme und bietet einen fantastischen Ausblick auf das Meer und auf die Küste. Wir haben Glück: auch ohne vorherige Reservierung bekommen wir einen Tisch und genießen ein leckeres Essen. Nach dem Essen gehen wir über die Seebrücke zurück.

Die Gebäude der Stadt sind fast unter der tief hängenden Nebeldecke verschwunden – und dies ist ein typisches Bild für Lima, die Stadt im Nebel.

Lima Peru Stadt im Nebel

Der Himmel in Lima ist fast immer bewölkt und grau, und dennoch regnet es kaum einmal. Die Stadt liegt im Regenschatten der Anden und die hohe Luftfeuchtigkeit kommt ausschließlich von der kontinuierlich über den Pazifischen Ozean heranziehenden dichten Nebeldecke.

Alle Berichte zu den Stationen unserer Südamerika-Rundreise

Peru

Lima, die Stadt im Nebel

Cusco, der Nabel der Welt

Machu Picchu und das Heilige Tal der Inka

Argentinien

Buenos Aires (noch in Arbeit)

Iguazú Wasserfälle (noch in Arbeit)

Brasilien

Iguazú Wasserfälle (noch in Arbeit)

Rio de Janeiro (noch in Arbeit)


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6 Kommentare
  1. ein sehr schöner Reisebericht liebe Cornelia! ich habe mich mit Lima bisher nicht viel befasst, aber du hast mir doch ein bissel Interesse entlocken können, dort vl auch mal einen Abstecher hin zu machen … Peru finde ich ohnehin sehr spannend!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina

  2. Annika

    Ich würde total gern mal nach Peru, dein Blogpost hat Lust auf mehr gemacht!

    Liebe Grüße
    Annika

  3. Veronika

    Ein toller Reisebericht ! Meine Reise von Peru über Bolivien nach Chile habe ich ja schon geplant. Also gedanklich und mit dem Stift auf Papier. Jetzt bleibt nur noch die Frage: wann trete ich diese Reise an? Wenn es dann soweit ist, werde ich mir jedenfalls Lima auch näher ansehen! Aber vermutlich ohne Privatguide 😉
    Liebe Grüße
    Veronika

  4. Peru liegt derzeit ja sehr im Trend, wobei die meisten Lima wohl nicht unbedingt auf dem Programm haben. Das sollte man Deinem Bericht zufolge wohl ändern – danke für die Tipps!

  5. Und wieder so ein toller Beitrag! Ich bekomme immer Lust irgendwohin zu reisen und neue Orte zu entdecken. Durch das Postcrossing bekomme ich ja nicht schon genug Fernweh 😉 Danke für den tollen Beitrag!
    Liebe Grüße
    Tanja

  6. Nika

    Wow, euer Hotel sieht ja mal richtig toll aus.
    Peru steht auch noch auf meiner Liste, aber das gilt für fast alles in Südamerika. Ich war bisher nur in Brasilien und hab da eindeutig auch noch zu wenig Zeit verbracht.
    Toller Beitrag, er macht auf jeden Fall Lust gleich los zu reisen.

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