Lost Places: Der Autofriedhof Kyrkö Mosse in Smaland, Schweden

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

Ein Ausflugsziel der ganz besonderen Art ist Bilkyrkogård Kyrkö Mosse – ein Autofriedhof im Wald, mitten in Smaland, Südschweden. Wer diesen Ort nicht kennt oder gezielt sucht, fährt völlig ahnungslos auf der wenige Meter daneben verlaufenden Landstraße daran vorbei. Im Vorbeifahren ist nicht zu erkennen, was da Interessantes im schwedischen Wald verborgen ist. Einzig ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Bilkyrkogård“ – auf deutsch Autofriedhof – weist darauf hin, dass da irgendetwas sein könnte.

Autofriedhof Kyrkö Mosse Schweden Wegweiser

Ich hatte in verschiedenen Berichten im Internet bereits gelesen, dass der Autofriedhof durchaus sehenswert ist. Auch über die Geschichte dieses faszinierenden Ortes hatte ich im Vorfeld viel gelesen. Das hat mich neugierig gemacht und so kam es vor einigen Jahren zu unserem ersten Besuch auf dem Autofriedhof Kyrkö Mosse. Inzwischen waren wir mehrfach dort, bei jedem Schweden-Urlaub führt einer unserer Ausflüge in den Wald zu den alten Autowracks. Es ist wirklich faszinierend, die Veränderungen an diesem Ort zu verfolgen.

Faszinierende Eindrücke – der Autofriedhof im schönen Smaland lohnt einen Besuch!

Von dem kleinen Parkplatz gelangt man über einen schmalen Waldweg, der bei viel Regen auch schon mal unter Wasser steht, zum Autofriedhof. Alte Autoreifen, die rechts und links des Weges abgelegt sind, weisen die Richtung. Nach wenigen Metern erblickt man bereits die ersten Autowracks. Aufgereiht recht und links am Wegesrand, aber auch überall zwischen den Bäumen. Unfassbar viele sind es.

Autofriedhof Kyrkö Mosse Smaland Autos

Autofriedhof Kyrkö Mosse Smaland Autos

Der Autofriedhof Kyrkö Mosse ist ein Ort, der überrascht, begeistert, staunen lässt und auch nachdenklich macht. So viele Autos, ausgeschlachtet und entsorgt im schwedischen Wald, teilweise eingesunken im morastigen Untergrund. Die runden Formen der Pkw-Karossen lassen erahnen, dass die Baujahre der ehemaligen Schätzchen viele Jahrzehnte zurückliegen und die Autos aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stammen.

Darunter sind neben Pkw der unterschiedlichsten Marken auch Lieferfahrzeuge, ein VW-Bus, ein Traktor und sogar ein alter Bus. Was mögen sie alles mit ihren ehemaligen Besitzern erlebt haben?

Autofriedhof Kyrkö Mosse Smaland Autos

Autofriedhof Kyrkö Mosse Smaland Autos

Direkt neben der alten Werkstatt des ehemaligen Besitzers steht ein alter blauer Bus aus den 50er Jahren. Er ist wohl das bekannteste Motiv des Autofriedhofs, viele Fotos habe ich davon bereits im Internet gesehen.

Autofriedhof Kyrkö Mosse Smaland Bus

Alles ist dem Verfall preisgegeben, die Autos genauso wie Haus, Werkstatt und Scheune des ehemaligen Besitzers. Gleichzeitig ist faszinierend, wie die Natur sich über die Jahre Terrain zurückerobert. Da wächst durch ein Rostloch in der Karosse eines alten Autos ein junger Baum, da sprießt eine Birke aus dem Motorraum eines anderen Autos. Die Karossen vieler Autowracks sind mit Moos bedeckt. Faszinierend ist auch ein Baum, der eingeklemmt durch einen schmalen Spalt quasi mit dem Metall verwächst.

Autofriedhof Kyrkö Mosse Schweden Baum im Kotflügel

Autofriedhof Kyrkö Mosse Schweden eingewachsene birke

Autofriedhof Kyrkö Mosse eingewachsener Baum

Autofriedhof Kyrkö Mosse Schweden Detail Lenkrad

Das alles täuscht aber nicht darüber hinweg, dass das Terrain natürlich auf lange Zeit kontaminiert sein wird. Überall sieht man alte, rostige Fässer – sicher einst mit Öl gefüllt. Die alten Reifen liegen überall herum, Rost, Metall und Glassplitter. Regen, Wind und Wetter sorgen dafür, dass vieles davon im morastigen Boden versinkt.

Bis zum Jahr 2050 ist der Autofriedhof in seinen Bestand geschützt. Aber was kommt dann?

Die Geschichte hinter dem Autofriedhof Kyrkö Mosse

Mittlerweile hat die Gemeinde Tingsryd (Smaland) auf dem Gelände des Autofriedhofs verschiedene Informationstafeln aufgestellt. Darauf wird in Kurzfassung die Geschichte um Åke Danielsson und die rund 130 Autowracks im schwedischen Wald erzählt. Bis 2016 gab es diese Tafeln noch nicht, bei unserem Besuch im Herbst 2017 habe ich sie dann erstmals gesehen.

Aber bereits vorher habe ich von Åke Danielsson gelesen, der diesen Ort geschaffen hat. Diesen Ort, der heute jedes Jahr viele Besucher anzieht. Åke Danielsson hat dort zunächst seinen Lebensunterhalt mit Torfabbau bestritten und sich dann später der Autoverwertung zugewandt. Übrig geblieben sind die nicht verwertbaren Reste der Schrottautos, einfach stehen gelassen im morastigen Wald.

Autofriedhof Kyrkö Mosse Schweden Detail

Wenn du mehr erfahren möchtest, kannst du die ausführliche Geschichte von Åke Danielsson und den Autowracks im schwedischen Wald  auf einer eigens für den Autofriedhof eingerichteten Webseite nachlesen.

Veränderungen – leider viele von Besuchern verursacht

Bei unseren verschiedenen Besuchen des Autofriedhofs Kyrkö Mosse sind immer wieder Veränderungen vor Ort festzustellen. Nicht nur, dass sich der Rost im Laufe der Zeit immer mehr in die alten Autokarossen frisst oder dass diese immer tiefer in dem morastigen Boden versinken. Leider trägt auch die über das Internet und viele Berichte begeisterter Besucher erlangte Bekanntheit dazu bei, dass der Verfall beschleunigt wird. Viele Besucher geben sich nicht mit dem Anschauen und Fotografieren zufrieden. Sie nehmen Teile der Autos mit, zerstören damit einen einzigartigen Ort immer ein kleines Stück mehr. Eine falsche Interpretation des schwedischen „Jedermannsrecht“! Auch wenn der Ort und die Dinge nicht einem einzelnen Besitzer gehören und jederzeit frei zugänglich sind, gibt das meiner Meinung nach noch lange nicht das Recht zur Beschädigung oder Zerstörung!

Ganz schlimm kam es Ende des Jahres 2016. Die Scheune, in der Åke Danielsson gearbeitet hatte, wurde zerstört. Unbekannte Personen hatten im Wald einen Baum abgesägt, dieser stürzte auf die eigentlich noch recht gut erhaltene Scheune und zerstörte diese. Was für ein Verlust!

Autofriedhof Kyrkö Mosse Schweden Smaland 2016 2018

Tipps für den Besuch von Bilkyrkogård Kyrkö Mosse

Wenn du jetzt neugierig geworden bist und in deinem nächsten Urlaub im schönen Smaland einen Abstecher zum Autofriedhof im schwedischen Wald machen möchtest, dann habe ich ein paar Hinweise für deinen Besuch:

  • Achte bei der Anfahrt auf der E119 westlich der Ortschaft Ryd auf das Hinweisschild mit der Aufschrift „Bilkyrkogård“ – dann bist du am Ziel.
  • Trage bei deinem Besuch unbedingt festes Schuhwerk! Der Name des Autofriedhofs „Kyrkö Mosse“ lässt es erahnen: er befindet sich in einem Moor und der Untergrund kann wirklich nass sein. Außerdem lauern überall Gefahren durch scharfkantige verrostete Teile, Schrauben, Nägel und Glasscherben.
  • Du bist im Wald und es gibt hier natürlich auch Mücken und Zecken. Also vorher entsprechenden Mücken- und Zeckenschutz auftragen und nach dem Besuch den Körper auf Zecken absuchen.
  • Nimm einen Fotoapparat mit – die verbliebenen Reste der ca. 130 alten Autos aus den 30er bis 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in verschiedenen Stadien des Verfalls geben tolle Fotomotive ab!
  • Eigentlich sollte ich es gar nicht erwähnen müssen – aber vorsichtshalber trotzdem der Hinweis: auch wenn der Autofriedhof Kyrkö Mosse frei zugänglich ist, verlasse den Ort wieder so, wie du ihn vorgefunden hast. Nimm als Andenken nur tolle Fotos mit und erhalte den Ort so wie er ist für die künftigen Besucher!

Weitere Ausflugsziele in Smaland, Schweden

Wenn du noch weitere Tipps für lohnende Ausflugsziele und Aktivitäten in Südschweden suchst, dann schau doch mal in meinem Beitrag Was einen Schweden Urlaub so besonders macht vorbei. Sicher findest du darin die eine oder andere Anregung.

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7 Kommentare
  1. Melanie

    Hey,

    Das sind ja richtig bezaubernde Bilder <3 ich hab mich sofort verliebt! Es ist immer wieder traurig anzusehen, dass viele Besucher, solche Orte einfach zerstören! Für mich gibt es wieder ein Ort denn ich gerne bereisen möchte <3

    Liebste Grüße,
    Melanie

  2. Tina

    Solche Orte haben eine ganz besondere Atmosphäre. Irgendwie hat das was entspannendes, aber auch spannendes. Das find ich ehrlich gesagt sehr interessant und einmal was anderes 😉

  3. Julia

    Schade, dass durch die Besucher soviel zerstört wird. Ich finde den Autofriedhof richtig toll und würde wohl, wenn ich mal wieder im Norden bin dort hinfahren.. Ich mag sowas richtig gern.

    Danke für die Vorstellung!

    Alles Liebe,
    Julia

  4. Die Marion

    Du hast diese morbide Stimmung perfekt eingefangen. Toller Artikel, gerne gelesen.

  5. Birgit | Travelsome

    Das klingt ja nach einem spannenden Ort. Den muss ich mir direkt notieren. Ich mag solche Orte irgendwie.

    Gleichzeitig macht es mich aber auch immer traurig, was der Mensch da der Natur antut, mit alten Ölfässern, Reifen und so weiter.

    Liebe Grüße
    Birgit

  6. Jürgen

    Beim Anblick der alten Autowracks kommt irgendwie ein gruseliges mulmiges Gefühl in mir auf. Wenn der Ort nicht ganz so leicht zu finden ist, ist vielleicht ganz gut so… es bleibt so die besondere Atmosphäre noch einigermaßen erhalten. Sollte ich mal in Schweden sein, ist das auf jeden Fall einen Abstecher wert.

  7. Avaganza

    Liebe Cornelia,

    ein toller Platz … also irgendwie auch unheimlich, aber der Ort hat was. Irgendwie haben mich deine Fotos an „The Walking Dead“ erinnert 😉 … aber ich mag solche Plätze, die „anders“ sind. Ich würde hier auch einen Abstecher hin machen und die Kulisse und Atmosphäre voll auskosten. Danke dir für den Tipp!#

    lg
    Verena

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