St. Petersburg: Visum, Ausflüge und beste Reisezeit

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So viele Fragen in Vorbereitung unserer Ostsee-Kreuzfahrt galt es zu bedenken. Es geht unter anderem nach Russland, St. Petersburg
Visum – benötigen wir eines? Wie organisieren wir unsere Ausflüge? Ist Mittsommer wirklich eine gute Reisezeit für St. Petersburg?


Alle Berichte zum Highlight unserer Ostsee-Kreuzfahrt: St. Petersburg

Teil 1 – St. Petersburg: Visum, Ausflüge und beste Reisezeit
Teil 2 – Ausflüge in St. Petersburg: Peter-und-Paul-Festung, Aurora und Eremitage
Teil 3 – Ausflüge in St. Petersburg: Peterhof, Metro und Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer (noch in Arbeit)
Teil 4 – Ausflüge in St. Petersburg: Isaak-Kathedrale, Blutskirche und Souvenirshopping (noch in Arbeit)


Ein Wiedersehen mit St. Petersburg

Ein Grund, weshalb wir diese Ostsee-Kreuzfahrt mit der Oceania Marina gebucht hatten, ist der lange Aufenthalt in St. Petersburg. Zwei Overnights in St. Petersburg sind auf dieser Route vorgesehen. Also werden wir fast drei Tage in der alten Zarenstadt verbringen.

Es ist nicht mein erster Besuch dieser Stadt – allerdings liegt die erste Reise sehr, sehr lange zurück. Damals, vor nun schon dreißig Jahren, hieß die Stadt noch Leningrad. Wie sehr mag sich St. Petersburg  inzwischen verändert haben? Was werde ich noch wiedererkennen? Diese Fragen gehen mir schon bei der Vorbereitung unseres Kreuzfahrt-Ausflugs in St. Petersburg durch den Kopf.

Benötigt man für einen Kreuzfahrt-Ausflug in St. Petersburg ein Visum?

Auch bei uns kam in Vorbereitung auf unsere Ostsee-Kreuzfahrt die Frage auf, ob wir ein Visum für den Landgang in St. Petersburg benötigen. Die Antwort ist: es kommt darauf an. Worauf? Nun, es kommt darauf an, wie man seinen Kreuzfahrt-Ausflug gestaltet bzw. organisiert.

Wenn man eine Landreise nach Russland unternimmt, benötigt man generell ein Visum. Unter Landreisen versteht man alle Reisearten – mit einer Ausnahme: Kreuzfahrten. Bei Kreuzfahrten gibt es noch zusätzliche Möglichkeiten, St. Petersburg ohne vorherige Beschaffung eines Visums zu erkunden.

Mit Stand 2018 ist der Status dazu folgender:

1.      Man bucht einen Ausflug vom Landausflugs-Programm der Reederei

In diesem Fall benötigt man kein eigenes Visum. Es gibt quasi ein Gruppenvisum für die gesamte Gruppe des Landausflugs. Dabei ist man an das Ausflugsprogramm und an die Gruppe gebunden, spart allerdings die Kosten und den Aufwand für die Beschaffung eines individuellen Visums.

2.      Man bucht einen Ausflug bei einem örtlichen Anbieter

Wenn man mit dem Kreuzfahrtschiff nach St. Petersburg kommt, gibt es noch eine weitere Variante, ohne Visum die Stadt zu besuchen. Wenn man bei einem der vielen örtlichen Tour-Anbieter im Vorfeld einen Kreuzfahrt-Ausflug bucht, dann beschafft dieser ein sogenanntes Tourticket. Dazu benötigt der Touranbieter die Reisepassdaten und verlangt in der Regel eine Anzahlung. Im Vorfeld der Reise bekommt man dann das Tourticket per eMail zugesandt. Dieses Tourticket muss dann ausgedruckt und auf die Reise mitgenommen werden: bei der Passkontrolle im Hafen St. Petersburg ist das Tourticket gemeinsam mit dem Reisepass vorzuzeigen und gilt quasi als Visumersatz.

Allerdings kann man sich auch mit einem Tourticket nicht alleine in der Stadt bewegen, sondern wird für die Aufenthaltsdauer von einem Reiseleiter/einer Reiseleiterin betreut. Diese/r holt die Gäste direkt im Hafen ab und bringt sie im Anschluss an den Ausflug auch wieder zurück zum Schiff.

Der Vorteil: Die Ausflüge finden meist in kleinen Gruppen statt oder können sogar als Privat-Ausflüge gebucht werden.

Es gibt eine Vielzahl von lokalen Anbietern für Ausflüge in St. Petersburg. Wir haben uns für diese Variante entschieden und waren beispielsweise mit Petersburg-Individuell unterwegs. Insgesamt waren wir mit dem Kontakt und der Abwicklung im Vorfeld und der Betreuung und Organisation vor Ort sehr zufrieden. Aber dazu später mehr.

3.      Man beantragt ein Visum für den Besuch von St. Petersburg

Für alle, die absolut individuell in St. Petersburg unterwegs sein möchten, bleibt noch der Weg der Visum-Beschaffung.

Mit einem individuellen Visum kann man sich dann wirklich eigenständig an Land bewegen. Allerdings ist die Orientierung nicht so ganz einfach, da viele Hinweisschilder, Straßennamen etc. nur in russischer Sprache und kyrillischen Buchstaben beschriftet sind. Es empfehlen sich also zumindest Grundkenntnisse der russischen Sprache und des kyrillischen Alphabets.

Der Hafen liegt etwas außerhalb der Stadt, in relativer (ca. 2-3 km) Nähe der Metro-Station Primorskaja. Von dort aus kann man bis zum Newski-Prospekt fahren, also bis in die Innenstadt. Zum Katharinenpalast oder Petershof wird es dann leider etwas umständlicher, weil diese eben außerhalb von St. Petersburg liegen. Insofern würde ich eher die Varianten 1 oder 2 bevorzugen.

St Petersburg Ausflüge Peterhof

Kreuzfahrtausflug in St. Petersburg – Buchung und Vorbereitung

Lange vor unserer Kreuzfahrt haben wir überlegt, wie wir die Landausflüge in St. Petersburg gestalten möchten. Drei Tage in der wundervollen Zarenstadt – wir möchten diese so gut wie möglich nutzen.

Landausflüge der Reedereien buchen wir selten. Stattdessen setzen wir eher auf individuelle Touren mit lokalen Anbietern, nach Möglichkeit als Privatausflug organisiert.

Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass es diverse Anbieter für individuelle Ausflüge in St. Petersburg gibt. Die Preise für die konfektionierten Touren waren bei allen Anbietern ziemlich ähnlich, die Inhalte der Ausflüge ebenso. Also suchte ich drei Anbieter heraus, die durch viele gute Bewertungen in den einschlägigen Bewertungsportalen auffielen. Diese drei Anbieter habe ich dann per eMail kontaktiert und um ein konkretes Angebot für eine private Tour nach unseren Vorstellungen gebeten.

Von einem der angeschriebenen Touranbieter kam gar keine Antwort. Ein anderer ging überhaupt nicht auf unsere Wünsche ein, die ich in meiner Anfrage klar formuliert hatte, sondern wollte lediglich seine konfektionierten Touren verkaufen.

Das Angebot von Aljona (Petersburg-Individuell) war schon recht umfassend, allerdings gab es auch hier noch Gesprächsbedarf. Aljona ging gut auf unsere Vorstellungen und Wünsche ein, nach einigem Mailverkehr war dann alles abgesprochen und wir entschieden uns zur Buchung einer privaten Tour.

Diese soll folgende Highlights beinhalten:

Tag 1:
Peter und Paul – Festung
Aurora
Eremitage inclusive Besichtigung der Schatzkammer

Tag 2:
Peterhof mit Palast und Fontänengarten
Eine Fahrt mit der Metro und Besichtigung einiger Metrostationen
Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer

Tag 3:
Isaak-Kathedrale
Blutskirche
Souvenir-Shop

St Petersburg Katharinenpalast

Eine deutschsprachige Reiseführerin wird uns jeden Tag mit Auto/Fahrer am Schiff abholen und auf den Touren begleiten. Preislich liegen wir insgesamt nicht höher, als wenn wir Ausflüge über die Reederei buchen würden – aber wir sind halt nur zu zweit unterwegs und nicht an eine Gruppe gebunden.

Eine Anzahlung von 10% war nach Buchung zu leisten. Die Überweisung via MoneyGram war für uns zwar absolutes Neuland, aber funktionierte völlig problemlos.

Ungefähr 2 1/2 Monate vor der Kreuzfahrt übermittelten wir die für das Tourticket erforderlichen Daten an Aljona, d.h. für jede Person

  • den vollen Namen (wie im Reisepass)
  • Geburtsdatum
  • Reisepassnummer
  • Staatsangehörigkeit
  • Aufenthaltstermine in St. Petersburg
  • Name des Schiffes

Die Tourtickets erhielten wir einige Wochen später per eMail, rechtzeitig vor der Kreuzfahrt.

Weshalb Mittsommer (nicht) die beste Reisezeit für St. Petersburg ist

Unsere Ostsee-Kreuzfahrt haben wir in erster Linie wegen der Route ausgewählt, aber auch die Reisezeit spielte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. Wir wollten St. Petersburg zur Zeit der „Weißen Nächte“ erleben.


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Was sind die „Weißen Nächte“ und wann kann man diese erleben?

Die „Weißen Nächte“ in St. Petersburg gibt es jährlich rund um Mittsommer. An den Tagen um die Sommersonnenwende – ungefähr von Anfang Juni bis Anfang Juli – wird es durch die geografische Lage St. Petersburgs nicht richtig dunkel und man kann die sogenannte Mitternachtssonne erleben. Es ist magisch, wenn die Sonne nicht mehr hinter dem Horizont verschwindet und alles in ein rot-goldenes Licht taucht – das haben wir ja schon bei diversen Stationen unserer Nordlandkreuzfahrt erleben können. Wie mag das erst in einer Stadt wirken, in der es unzählige goldene Kuppeln auf Palästen oder Kirchen gibt?

Die Scharlachroten Segel

Ein besonderes Highlight findet ebenfalls jedes Jahr um Mittsommer, am zweiten oder dritten Samstag im Juni, statt: Die Scharlachroten Segel.

Der Schulabschluss wird in Russland recht groß gefeiert und zelebriert – nicht nur wie bei uns in Form von Abi-Bällen, sondern mit regelrechten Stadtfesten. Die Scharlachroten Segel ist dabei die größte Feier von Schul-Absolventen in Russland.

Es findet eine fantastisch inszenierte Show statt, deren Höhepunkt die Fahrt eines prachtvollen großen Segelschiffes mit leuchtend roten Segeln auf der Newa zwischen Eremitage und Peter-und-Paul-Festung ist. Außerdem gibt es ein großes Feuerwerk, verschiedene Konzerte in der ganzen Stadt und ein großes Konzert auf dem Schlossplatz.

Diese Zeremonie geht auf die Erzählung Das Purpursegel von Alexander Grin bzw. den danach entstandenen sowjetischen Fantasyfilm Das purpurrote Segel  aus dem Jahr 1961 zurück. Den Gedanken des Films aufgreifend, soll das Schiff als Symbol der wahr gewordenen Träume, der Hoffnung und des Neuanfangs gelten. Nach dem Schulabschluss wird damit der Start in einen neuen Lebensabschnitt symbolisiert.

Das Wetter

Wie sagt man doch so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. St. Petersburg liegt recht weit nördlich und insofern sollte man sich darauf einstellen, dass es auch zum Mittsommer noch recht frisch sein kann. Die Ostsee ist noch vom Winterhalbjahr recht kalt und tut ihr übriges. Während unserer Reise (um Mittsommer) blühte in den Parks von St. Petersburg gerade der Flieder.

Pro und Contra Mittsommer als beste Reisezeit für St. Petersburg

All das sind wirklich besondere Highlights und es muss wundervoll sein, St. Petersburg zu dieser Zeit zu besuchen. Oder vielleicht doch nicht? Wie sagt man so schön: Wo Licht ist, ist meist auch Schatten.

Was wir nicht bedacht hatten: zur Zeit der Mitternachtssonne waren wir schon wieder an Bord des Schiffes und damit weit weg von den goldenen Kuppeln. So konnten wir zwar die Mitternachtssonne erleben, nicht jedoch das typische Flair der „Weißen Nächte“ in den Straßencafés und Parks der Stadt genießen.

Zur Zeit der „Weißen Nächte“ besuchen die meisten Touristen die Stadt an der Newa. Die Schulferien in Russland tun ein Übriges. Es ist also voll in St. Petersburg. Sehr voll. Das merkt man überall, insbesondere aber an den touristischen Highlights, die zu einem Besuch in St. Petersburg unbedingt dazugehören.
Zu den vielen Touristen gesellen sich dann noch einmal tausende Schulabgänger, die aus dem ganzen Land zum Fest der Scharlachroten Segel nach St. Petersburg kommen.

Eben wegen der Feierlichkeiten der Scharlachroten Segel gibt es auch einige Absperrungen – während unseres Besuches kam es dadurch zu diversen Umleitungen, die Busse konnten nicht die gewohnten Routen fahren und die Ausflüge mussten teilweise umgestellt werden.

Direkt vor der Eremitage war eine riesige Konzertbühne aufgebaut, von welcher laute Musik über den Platz schallte. Es war schwierig, das wundervolle Gebäude der Eremitage oder den Schlossplatz zu fotografieren.

Zusammengefasst: es ist um Mittsommer schon ein wenig anders in St. Petersburg, als im Rest des Jahres. Je nachdem, ob man das mag oder nicht, sollte man dies bei der Planung der Reisezeit und der Aktivitäten vor Ort berücksichtigen. Eine Garantie für warme Temperaturen gibt es nirgends. Im Juni kann es aber auch noch recht kühl sein. Die eine perfekte Reisezeit gibt es meiner Ansicht nach nicht.

individueller Kreuzfahrtausflug in St. Petersburg Visum

Ankunft in St. Petersburg

Die Oceania Marina legt pünktlich im Hafen von St. Petersburg an. Für uns heißt es: zeitig aufstehen. Wieso eigentlich, wir treffen uns doch erst um 10 Uhr mit unserer Reiseleiterin? Aber da ist ja noch die Immigration. Am Vorabend fanden wir einen Hinweiszettel in der Kabine. Dieser ließ bereits erahnen, dass wir uns beim Landgang in St. Petersburg auf Wartezeiten an der Immigration einstellen müssen.  Dem ist dann auch so. Schließlich sind wir nicht mehr in der EU und benötigen daher für den Landgang den Reisepass und ein Visum – bzw. ein Tourticket als Visum-Ersatz.

An der Gangway hat sich bereits eine lange Warteschlange gebildet. Es dürfen immer nur kleine Gruppen von Gästen das Schiff in Richtung Immigration verlassen. Nach ungefähr einer halben Stunde ist es dann soweit: wir passieren die Passkontrolle.

Unsere Reiseleiterin Valentina nimmt uns vor dem Terminal in Empfang. Sie wird uns, gemeinsam mit einer Fahrerin, an den kommenden drei Tagen durch St. Petersburg begleiten.


Alle Berichte zum Highlight unserer Ostsee-Kreuzfahrt: St. Petersburg

Teil 1 – St. Petersburg: Visum, Ausflüge und beste Reisezeit
Teil 2 – Ausflüge in St. Petersburg: Peter-und-Paul-Festung, Aurora und Eremitage
Teil 3 – Ausflüge in St. Petersburg: Peterhof, Metro und Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer (noch in Arbeit)
Teil 4 – Ausflüge in St. Petersburg: Isaak-Kathedrale, Blutskirche und Souvenirshopping (noch in Arbeit)


 

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