Spargel ist äußerst vielseitig und kann auf unzählige Arten in Gerichte integriert werden. Während der Spargelsaison ist dieses zarte Gemüse auf nahezu allen Speisekarten deutscher Restaurants zu finden und auch in der heimischen Küche wird es oft zubereitet. Hier habe ich ein außergewöhnliches Rezept für Spargel Cordon Bleu, das ich im vergangenen Jahr erstmals zubereitet habe. Ausprobiert und für gut befunden – so landete es in meiner ganz persönlichen Rezeptsammlung. Während Spargel oft gedünstet, gegrillt oder in Salaten serviert wird, bietet Spargel Cordon Bleu eine köstliche und raffinierte Möglichkeit, dieses saisonale Highlight in ein unvergessliches Hauptgericht zu verwandeln.
Magst du des Deutschen liebstes Gemüse? Ich kann es im Frühjahr immer kaum erwarten, bis der erste Spargel des Jahres auf den Tisch kommt. Dabei liegt dieser Zeitpunkt gefühlt immer früher im Jahr – diesmal gab es bereits Ende März den ersten deutschen Spargel.
Inhalt
Woher kommt eigentlich der Spargel?
An dieser Stelle habe ich noch etwas aus der Kategorie „nice to know“. Hast du dich schon einmal gefragt, woher der Spargel eigentlich stammt und wie er seinen Weg auf unsere Teller gefunden hat?
Spargel – botanisch Asparagus officinalis – stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Schon in der Antike war er bekannt: Die alten Ägypter, Griechen und Römer schätzten ihn als Heil- und Gemüsepflanze. Im Römischen Reich galt Spargel als Delikatesse – es gibt sogar überlieferte Rezepte und Anweisungen zum Trocknen für den Winter.
Im Mittelalter wurde Spargel vor allem in Klostergärten angebaut, bis er im 16. Jahrhundert über Frankreich auch an europäische Königshöfe kam. Von dort aus verbreitete er sich weiter, vor allem in Deutschland.
Heute ist Deutschland eines der führenden Spargelanbauländer Europas – mit traditionellen Anbaugebieten wie Sachsen-Anhalt (Altmark und Börde), Niedersachsen (Nienburg), Nordrhein-Westfalen (Bonn, Münsterland), Brandenburg (Beelitz), Baden-Württemberg (Schwetzingen – die „Spargelhauptstadt“)
Der weiße Bleichspargel, wie wir ihn heute kennen, wurde im 19. Jahrhundert durch gezielten Anbau im Erdwall entwickelt – so bleibt er zart und farblos. Grüner Spargel dagegen wächst über der Erde und hat mehr Bitterstoffe und Aroma.
Deutscher Spargel oder Importware?
Ja, in der Regel bevorzuge ich den Spargel aus regionaler Produktion – mit Garlipp-Spargel aus Sachsen-Anhalt und Beelitzer Spargel aus Brandenburg haben wir zwei Produzenten direkt ‚um die Ecke‘ (wie der Magdeburger zu sagen pflegt). Sofern möglich, greife ich auf Spargel von diesen Höfen zurück – ich war bisher immer mit der Qualität und vor allem dem Geschmack zufrieden. Denn eines ist bei dem edlen Gemüse ganz wichtig: frisch muss es sein, der Anschnitt nicht eingetrocknet, die Stangen sollten noch quietschen, wenn du sie gegeneinander reibst.

Nicht von ungefähr ist Importware oftmals so gut verpackt, dass du die Anschnittstellen nicht sehen oder den Frischetest beim Gegeneinanderreiben der Stangen machen kannst.
Der Vorteil heimischer Ware liegt zweifellos in den kurzen Transportwegen, die durch die Direktvermarktung entstehen. Dem gegenüber steht ein höherer Preis – der Spargel aus Griechenland, Spanien oder gar Peru ist trotz des großen Transportaufwands meist deutlich günstiger.
Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Zutaten verarbeitet werden sollen, dabei spielen sowohl die Qualität als auch der Preis sicher eine Rolle.
Was ist eigentlich Spargel Cordon Bleu?
Spargel Cordon Bleu ist eine köstliche Variante des klassischen Gerichts Cordon Bleu, bei dem Spargel als Füllung verwendet wird. Traditionell besteht Cordon Bleu aus einem dünnen Schnitzel, das mit Schinken und Käse gefüllt und dann paniert und gebraten wird. Bei Spargel Cordon Bleu lasse ich einfach das Schnitzel weg und umwickele den vorgegarten Spargel mit Schinken und Käse, bevor er paniert und gebraten wird.
Das Spargel Cordon Bleu mit seiner knusprigen Hülle aus Schinken, Käse und Semmelbröseln wird ziemlich mächtig und sättigt sehr stark – ist aber köstlich! Beim ersten Mal hatte ich zwei Portionen à 3 Stangen Spargel pro Person gerechnet – allerdings war das doch ein wenig üppig geplant. Nach einer Portion waren wir satt und ich habe die restlichen bereits gebratenen Spargel Cordon Bleu eingefroren, um sie dann später in der Pfanne noch einmal aufzubraten. Das ging übrigens sehr gut.

Die Zutaten für das Spargel Cordon Bleu
Eigentlich ist dieses Gericht eine ganz einfache Sache: es besteht aus Spargel, gekochtem Schinken und Käse, umhüllt von einer Panade.

Grundsätzlich kannst du sowohl weißen als auch grünen Spargel verwenden. Ich habe in meinem Rezept weißen Spargel als Zutat eingesetzt. Solltest du grünen Spargel bevorzugen, dann musst du die Garzeit beim Vorkochen ein wenig verkürzen.
Kochschinken gibt es in unzähligen Varianten – für dieses Rezept solltest du möglichst große und dünne Scheiben verwenden. Damit lässt sich der Spargel sehr gut umwickeln und die Schinken-Hülle wird trotzdem nicht zu dick. Ich habe für mein Spargel Cordon Bleu einen einfachen Gouda verwendet, da dieser nicht den feinen Spargelgeschmack erschlägt.
Spargel Cordon Bleu
Zutaten
- 12 Stangen weißer Spargel
- 8 Scheiben Kochschinken
- 4 Scheiben Schnittkäse
- 1-2 Stück Eier
- 3 EL Weizenmehl Type 405
- 3 EL Geriebene Semmel
- Butter oder Pflanzenmargarine zum Braten
Zubereitung
- Im ersten Schritt wird der weiße Spargel geschält und in einen Topf mit Salzwasser gegeben – alles zusammen zum Kochen bringen und ca. 12 Minuten köcheln lassen.
- In der Zwischenzeit eine Panierstraße mit Mehl, Ei und geriebener Semmel vorbereiten.

- Die Spargelstangen aus dem Wasser heben. Jeweils drei Spargelstangen zusammen mit Käse und Kochschinken fest umwickeln.

- Die so entstandenen Röllchen nun wie Schnitzel panieren: erst in Mehl, dann in Ei und schließlich in den Semmelbröseln wenden. Dabei darauf achten, dass die Panade gut am Schinken haftet.

- In einer Pfanne reichlich Butter oder Margarine erhitzen und die vorbereiteten Spargel Cordon Bleu ringsum knusprig braten.

Welche Beilagen passen zum Spargel Cordon Bleu?
Spargel Cordon Bleu ist schon für sich ein echter Genuss, aber mit den richtigen Beilagen wird das Gericht zu einem stimmigen Menü. Hier einige Empfehlungen, die geschmacklich hervorragend harmonieren
Klassisch und immer passend sind Kartoffelbeilagen. Petersilienkartoffeln oder Salzkartoffeln sind einfach zubereitet, aber perfekt als milde Begleiter des Spargel Cordon Bleu. Ein Kartoffelgratin bringt eine cremige, herzhafte Note ins Spiel. Wenn es etwas rustikaler sein darf, dann wähle Ofenkartoffeln oder kleine Drillinge mit Butter und Rosmarin.
Leichte Salate bringen Frische auf den Teller, beispielsweise ein einfacher Blattsalat mit Zitronenvinaigrette oder auch ein Tomaten-Rucola-Salat mit Balsamico. Ganz besonders gut passt auch ein Spargelsalat mit Erdbeeren.
Je nach Geschmack kannst du das Gericht mit einer Sauce abrunden. Klassisch ist natürlich die Sauce Hollandaise, aber auch Kräuterbutter oder ein leichter Joghurtdip mit Schnittlauch passen besonders gut.
Auf jeden Fall solltest du berücksichtigen, dass das Spargel Cordon Bleu durch die Zutaten wie Schinken und Käse sowie die Panade sehr sättigend ist, insofern gehe etwas zurückhaltend mit kalorienreichen Beilagen um. Zum Schluss noch ein Getränke-Tipp – ein trockener Weißwein wie ein Silvaner, Grauburgunder oder Sauvignon Blanc ergänzt das Gericht ideal. Für eine alkoholfreie Alternative empfiehlt sich ein gekühltes Mineralwasser mit Zitrone oder ein hausgemachter Kräuter-Eistee.
Tipps & Tricks für dein perfektes Spargel Cordon Bleu
Damit dein Spargel Cordon Bleu nicht nur gut aussieht, sondern auch geschmacklich überzeugt, findest du hier einige bewährte Tipps aus der Küche:
Spargel richtig garen
Koche den Spargel in leicht gesalzenem Wasser mit einer Prise Zucker und einem Spritzer Zitronensaft – so bleibt er schön hell und behält sein Aroma. Grünspargel hat eine deutlich kürzere Garzeit!
Spargel richtig vorbereiten
Weißer Spargel sollte gründlich geschält werden – am besten mit einem Sparschäler von oben nach unten, dabei das holzige Ende großzügig abschneiden. Grünspargel hingegen muss meist nur im unteren Drittel geschält werden. Wenn der Spargel nach dem Kochen faserig oder bitter ist, war er vermutlich nicht frisch oder nicht sorgfältig geschält.
Die perfekte Panade
Für eine besonders knusprige Panade unbedingt die klassische 3er-Panierstraße verwenden: erst Mehl, dann verquirltes Ei, dann Semmelbrösel. Dabei darauf achten, dass der Kochschinken vollständig bedeckt ist und die Panade nicht zu fest angedrückt wird – so bleibt sie beim Braten schön locker.
Brattemperatur beachten
Brate das Spargel Cordon Bleu bei mittlerer Hitze in ausreichend Butterschmalz oder Pflanzenöl. Ist die Hitze zu hoch, verbrennt die Panade, bevor der Käse ausreichend geschmolzen ist. Bei zu niedriger Temperatur wird das Cordon Bleu fettig statt knusprig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man Spargel Cordon Bleu vorbereiten und aufbewahren?
Das Gericht lässt sich zum Teil vorbereiten. Du kannst die Spargelstangen kochen und mit dem Käse und Kochschinken umwickeln. So vorbereitet lassen sich die Cordon Bleus sich im Kühlschrank (abgedeckt) bis zu 12 Stunden lagern. Panieren würde ich sie erst kurz vor der Zubereitung, weil die Panade Ei enthält. Gebraten hält sich das fertige Gericht bis zu 2 Tage im Kühlschrank und kann in der Pfanne noch einmal knusprig aufgebraten werden.
Kann man Spargel Cordon Bleu einfrieren?
Eingefrorener gekochter Spargel verliert ein wenig an Konsistenz, aber grundsätzlich ist das möglich. Zum Verbrauch würde ich die Cordon Bleu auftauen und dann in der Pfanne noch einmal knusprig aufbraten.
Wie verhindere ich, dass die Panade abfällt?
Wichtig ist, dass der Kochschinken vor dem Panieren trocken ist. Außerdem sollte die Panade nicht zu fest angedrückt werden. Lass die panierten Cordon Bleus vor dem Braten 10–15 Minuten ruhen – so haftet alles besser. Beim Braten möglichst wenig wenden.
Was tun, wenn der Spargel bitter schmeckt?
Bitterer Geschmack deutet oft auf alten oder unsachgemäß gelagerten Spargel hin. Ein Spritzer Zitronensaft oder ein Stück Butter im Kochwasser mildert Bitterstoffe. Achte beim Einkauf auf frische, nicht holzige Stangen mit geschlossenen Köpfen.
Jetzt bist du dran!
Läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen? Dann probiere dieses Spargel Cordon Bleu unbedingt selbst aus – egal ob wie in meinem Rezept beschrieben oder in deiner ganz eigenen Variante.
Hinterlass gern einen Kommentar: Wie hat’s geschmeckt? Hast du eigene Tipps für Abwandlungen? Ich freue mich auf deine Erfahrungen!
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