Auf verschiedene Art und Weise kannst du die edlen Pfifferlinge zubereiten. Hier stelle ich dir zwei Rezepte vor, die keinen großen Aufwand verlangen und dabei absolut köstlich sind. Natürlich gibt es zusätzlich zu den Rezepten auch viel Wissenswertes und Hilfreiches rund um die Hauptzutat – du erfährst in diesem Artikel viel über die Edelpilze und darüber, wie du Pfifferlinge zubereiten kannst.
Inhalt
Was sind Pfifferlinge?
Sie gehören zu den Edelpilzen und sind im Laufe des Jahres die ersten Wildpilze: die leckeren Pfifferlinge. Ich liebe Pfifferlinge! Bei passendem Wetter kann man sie schon Ende Juni in den Supermärkten finden und ihre Saison geht bis in den späten Herbst. Die Pfifferlinge zubereiten geht eigentlich recht schnell und einfach – die meiste Zeit benötigt man dabei in der Vorbereitung für das Säubern der Pilze.
Der Name der Pfifferlinge lässt es fast schon vermuten: sie haben einen pikantes, leicht pfeffriges Aroma. Bei der Zubereitung sollte man versuchen, dies möglichst zu erhalten.
Pfifferlinge, auch als Eierschwammerl bekannt, sind eine beliebte Pilzsorte in der Küche. Sie haben einen charakteristischen goldgelben bis orangefarbenen Hut, der trichterförmig ist. Die Unterseite des Hutes hat gabelige, dicke Leisten (keine echten Lamellen), die herablaufen. Der Stiel ist meist etwas heller als der Hut und verjüngt sich nach unten.Die Hüte von Pfifferlingen können bis zu 10 cm Durchmesser erreichen, die meisten sind jedoch kleiner.
Pfifferlinge wachsen in Wäldern, besonders in Nadel- und Mischwäldern. Sie bevorzugen saure Böden und gedeihen oft in der Nähe von Kiefern, Fichten, Eichen und Buchen. Ihre Hauptsaison ist der Spätsommer bis Herbst, abhängig von der Witterung.

Pfifferlinge oder Eierschwammerl?
„Eierschwammerl“ ist vor allem in Bayern, Österreich und Teilen Südtirols gebräuchlich. Dort ist es ein weit verbreiteter Name für die Pfifferlinge. Der Name „Eierschwammerl“ bezieht sich auf die charakteristische Farbe der Pilze, die an die Dotterfarbe von Eiern erinnert. Das Wort „Ei“ deutet auf die gelbe bis orange Farbe hin, während „Schwammerl“ ein allgemeiner Ausdruck für Pilze in diesen Regionen ist.
Sind Pfifferlinge eigentlich gesund?
Pfifferlinge kommen nicht wegen der Inhaltstoffe auf meinen Speiseplan, sondern wegen des feinen Geschmacks. Dennoch an dieser Stelle ein kurzer Blick durch die Gesundheits-Brille.
Inhaltsstoffe
Nun ja, bezüglich der Inhaltsstoffe tun sich die Pfifferlinge nicht gerade besonders hervor. Aber sie sind sehr kalorienarm: zu mehr als 90 Prozent besteht der Pilz aus Wasser, 100 Gramm der beliebten Edelpilze bringen es gerade mal auf 11 kcal.
Wie alle Pilze sind auch Pfifferlinge schwer verdaulich. Sie enthalten kaum Kohlenhydrate oder Fett, dafür aber Eiweiß und Ballaststoffe.
Belastung
Pfifferlinge können – wie alle anderen Waldpilze auch – giftige Schwermetalle wie Blei oder Cadmium enthalten. Außerdem können sie – auch mehr als 30 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl – noch radioaktiv belastet sein. Der Grund dafür ist das besonders langlebige radioaktive Cäsium 137. Dieses ist im Waldboden gespeichert und wird von den unterirdischen Pilzpflanzen aufgenommen und in den Fruchtkörpern – den Pilzen – konzentriert.
Allerdings dürfen in Deutschland Pfifferlinge mit einer Belastung von mehr als 600 Becquerel pro Kilogramm nicht gehandelt werden – insofern greife ich ohne Angst zu den leckeren Waldpilzen im Supermarkt. Außerdem gibt es sie ja nur eine begrenzte Zeit. Und ich halte mich an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.
Empfehlung für den Verzehr
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Wildpilzgerichte nur in geringen Mengen zu verzehren. Dies sollten ungefähr 200 bis 250 Gramm pro Woche sein. Na, passt ja – das ist genau eine Mahlzeit nach meinem Lieblingsrezept für die leckere Pfifferlings-Pfanne in diesem Artikel.
Pfifferlinge einkaufen und aufbewahren
Natürlich schmecken Pfifferlinge absolut frisch am Besten. Möglichst direkt aus dem Wald in die Pfanne, das wäre optimal. Geht aber leider meist nicht. Die leckeren Pilze sind in unseren heimischen Wäldern nicht mehr sehr zahlreich zu finden. Ich habe während eines Urlaubs in Schweden einige wirklich schöne Exemplare gefunden – aber selbst dort gab es zwar Unmengen anderer Pilzarten, jedoch nur wenige Pfifferlinge. Vermutlich habe ich nicht an den richtigen Stellen gesucht.
Ihren Weg in unsere Küche finden die Pfifferlinge meist aus Osteuropa – in Polen oder auch Litauen kommen sie noch zahlreich in den Wäldern vor. Damit haben sie aber auch schon eine kleine Reise hinter sich, wenn wir sie im Supermarkt in den Einkaufswagen legen. Daher unbedingt darauf achten, wie die Pilze aussehen! Die Pfifferlinge sollten noch leuchtend gelb-orange sein. Frische Pfifferlinge haben einen angenehmen, leicht fruchtigen Geruch. Wenn die Pilze schon älter sind, werden sie feucht und färben sich braun oder sie trocknen total aus und werden schrumpelig – in beiden Fällen würde ich sie nicht mehr kaufen.
Hat man aber leckere frische Pfifferlinge gekauft, sollte man sie möglichst bald verarbeiten. Im Kühlschrank halten sich frische Pfifferlinge in einem Papierbeutel oder auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Teller etwa ein bis zwei Tage. Sie sollten nicht in Plastik aufbewahrt werden, da sie sonst schnell schimmeln.
Pfifferlinge einfrieren
Pfifferlinge eignen sich recht gut zum Einfrieren. Dazu müssen sie vorher gründlich gesäubert werden und dann möglichst trocken in einem geeigneten Behältnis eingefroren werden. Idealerweise die Pilze zunächst locker auf dem Boden eines flachen Behälters in den Tiefkühlschrank geben und dann erst in gefrorenem Zustand in eine Tüte oder kleinere Gefrierdose umfüllen. Bei dieser Verfahrensweise kleben sie nicht zusammen und lassen sich später, wenn du die Pfifferlinge zubereiten möchtest, gut portionieren.
Die Pfifferlinge werden dann später direkt in gefrorenem Zustand verarbeitet.
Am Besten allerdings schmecken die Edelpilze ganz frisch.
Pfifferlinge richtig säubern
Um die Pfifferlinge zubereiten zu können, musst du sie natürlich zuerst einmal säubern. Die Theorie besagt, dass Pilze nur trocken zu säubern sind. Am Besten soll man anhaftenden Schmutz mit einer Pilzbürste oder ein wenig Küchenpapier entfernen. In der Praxis gestaltet sich das allerdings meist schwierig. Der anhaftende Schmutz – Sand, Waldboden, Blätter und Nadeln der Waldbäume – erschwert die Reinigung doch sehr. Oft ist es einfach nicht vermeidbar, die Pilze kurz mit Wasser abzubrausen.
Grundsätzlich gilt dabei: so wenig mit Wasser in Berührung bringen, wie möglich. Die Pfifferlinge saugen das Wasser auf wie ein Schwamm und dabei wird der feine Geschmack wortwörtlich verwässert. Vielleicht kommt daher der Name, den die Österreicher diesem Wildpilz gegeben haben: Eierschwammerl.
Ich verwende zum Putzen der Pfifferlinge eine weiche Pilzbürste und sofern erforderlich halte ich sie auch kurz unter fließendes Wasser. Ganz ehrlich: wer mag schon ein sandiges Knirschen beim Genuss des Pilzgerichtes?

Pfifferlinge zubereiten, Variante 1: Pfifferlingspfanne mit Schinken
Wie schon erwähnt, lassen sich Pfifferlinge schnell und einfach zubereiten. Nachfolgend ein recht einfaches, aber sehr leckeres Rezept. Das passt eigentlich immer, egal ob mittags als kleine Mahlzeit oder zum Abendessen. Am liebsten mag ich die Pfifferlinge genau so, nur mit ein wenig Ciabatta oder Baguette serviert. Die aufgeführten Zutaten ergeben 2 Portionen.
Pfifferlingspfanne mit Schinken
Zutaten
- 500 Gramm Pfifferlinge
- 4 Stück Kirrschtomaten
- 150 Gramm Schinkenwürfel
- 1 Stück Zwiebel mittelgroß
- 100 Milliliter Weißwein trocken
- 150 Gramm Creme Fraiche
- 1/2 TL Paprikapulver edelsüß
- 1 Prise Muskat
- 2 EL Butter
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Zuerst werden die Pfifferlinge gesäubert – wie in diesem Beitrag vorstehend beschrieben.

- Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden, die Kirschtomaten halbieren.
- In einer heißen Pfanne die Butter auslassen und die Zwiebelwürfel und die Schinkenwürfel darin anbraten, bis die Zwiebeln glasig werden. Anschließend die Pfifferlinge und die halbierten Kirschtomaten hinzugeben und ebenfalls bei großer Hitzezufuhr einige Minuten anbraten. Wenn sich in der Pfanne Flüssigkeit bildet, ist der richtige Moment zum Ablöschen. Dazu den Weißwein in die Pfanne geben, die Wärmezufuhr herunter regeln und das Ganze abgedeckt ca. 5-8 Minuten köcheln lassen.
- Zum Schluss die Creme Fraiche unterrühren und mit Paprikapulver, Muskat, Pfeffer und Salz abschmecken.

Pfifferlinge zubereiten, Variante 2: Rührei mit Pfifferlingen
Seit vielen Jahren verbringen wir immer wieder einmal einen Urlaub in Schweden – in einem typischen rot-weißen Ferienhaus, in waldreicher Umgebung. Im Spätsommer kann man dort im Wald viele Pilze finden – und so hatten wir eines Tage einige Pfifferlinge gefunden, die es anschließend zu verarbeiten galt. Für eine Pfifferlingspfanne waren es nicht genug Pilze, da kam mir die Idee zu Rührei mit Pfifferlingen. Soo köstlich! Zubereitet habe ich das einfache Gericht mit den Zutaten, die ich im Ferienhaus verfügbar hatte: Eier und Schinkenwürfel hatte ich für unser Frühstücks-Rührei vorrätig, Kräuterbutter und Zitronenpfeffer waren für die Grillsteaks vorgesehen.

Rührei mit Pfifferlingen
Zutaten
- 4 Stück Eier
- 200 Gramm Pfifferlinge
- 1 EL Kräuterbutter
- 50 Gramm Schinkenwürfel
- 1 Stück Zwiebel, klein optional
- Zitronenpeffer
- Petersilie optional
Zubereitung
- Die Pfifferlinge sorgfältig putzen und gegebenenfalls klein schneiden.

- Die Eier in einer Schüssel verquirlen und leicht mit dem Zitronenpfeffer würzen.
- In einer Pfanne die Butter schmelzen und die Schinkenwürfel bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie ein wenig Farbe nehmen. Anschließend die Pfifferlinge zugeben und ca. 5-10 Minuten braten. Wenn gewünscht, kannst du auch die gehackte Zwiebel hinzufügen und mitbraten.

- Die verquirlten Eier zu den Pfifferlingen in die Pfanne geben und bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam stocken lassen, dabei regelmäßig rühren.
- Mit dem Zitronenpeffer abschmecken und ggf. mit frischer Petersilie bestreuen. Heiß servieren, idealerweise mit frischem Brot oder Brötchen.

Fazit
Die einfache Küche bringt manchmal den meisten Genuss! Die Pfifferlings-Pfanne und auch das Rührei mit Pfifferlingen sind einfache, aber raffinierte Gerichte, die durch die frischen aromatischen Pilze einen besonderen Kick bekommen. Sie schmecken mit ein wenig Baguette oder Ciabatta serviert ganz hervorragend! Es gibt ja so viele tolle Rezepte für und mit Pfifferlingen. Super harmonieren beispielsweise auch Pasta mit den edlen Wildpilzen. Unbedingt ausprobieren muss ich mal das Rezept für Flammkuchen mit Pifferlingen von Astrid.
Wie würdest du Pfifferlinge zubereiten?
Auf welche Art und Weise kann man noch Pfifferlinge zubereiten? Hast du ein tolles Rezept, welches ich einmal ausprobieren sollte? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen und Variationen – teile sie doch mit den anderen Lesern und mir mit Hilfe der Kommentarfunktion unter diesem Artikel.









