Kaunertaler Gletscherstraße in Tirol entdecken: Tipps, Highlights & Infos zur spektakulären Panoramastraße bis zum Gletscher auf 2.750 Metern.
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Ein unvergessliches Erlebnis in den Alpen
Hast du schon einmal von der Kaunertaler Gletscherstraße in Tirol gehört? Ich bin in der Vorbereitung unseres Tirol-Roadtrips auf dieses – zu Unrecht – weniger bekannte Highlight in den Tiroler Bergen gestoßen. Sie zählt meiner Ansicht nach zu den beeindruckendsten Panoramastraßen der Alpen. Auf rund 26 Kilometern windet sich die recht gut ausgebaute, mautpflichtige Straße von Feichten im Kaunertal (auf 1.273 Metern Höhe) bis hinauf zum Kaunertaler Gletscher auf 2.750 Metern Höhe. Wir erleben auf dieser Strecke alle Höhenstufen der Alpen – von blühenden Wiesen über dichte Zirbenwälder bis in die hochalpine Eiswelt. Faszinierend!
Am Rand von Feichten liegt die Mautstation. Es empfiehlt sich, gleich frühmorgens die Fahrt anzutreten – im Laufe des Tages wurde es bei unserem Besuch immer voller.
An den Aussichtspunkten entlang der Strecke wird deutlich, warum diese Straße als eine der schönsten Hochalpenstraßen Österreichs gilt. Mit jeder Kurve verändert sich die Landschaft – rauschende Bäche, Wasserfälle und schließlich eine wilde, urtümliche Bergwelt. Du kannst hier eine gemütliche Panoramatour, Wanderungen, eine Seilbahnfahrt oder Gletscherabenteuer erleben.
Geschichte und Bedeutung der Kaunertaler Gletscherstraße
In den 1960er Jahren begann der Bau dieser spektakulären Hochalpenstraße, ursprünglich mit dem Ziel, das Kaunertal touristisch zu erschließen und den Zugang zum entstehenden Kaunertaler Gletscherskigebiet zu ermöglichen.
Mit großem Aufwand wurde die Straße in das hochalpine Gelände gebaut. Kehre für Kehre, entlang steiler Beghänge und mit dem Gepatschstausee, einem der größten Wasserspeicher Tirols. Die Leistung lässt sich erst so richtig erfassen, wenn man auf der imposanten Staumauer steht und über den riesigen türkisfarbenen See blickt, flankiert von den umliegenden Bergen. Einfach fantastisch, was damals auf dieser Höhe geleistet wurde.
Heute hat sich die Gletscherstraße zu einem der wichtigsten touristischen Highlights im Kaunertal entwickelt. Sie verbindet das malerische Tal mit der faszinierenden Gletscherwelt und zieht alljährlich zehntausende Besucher aus aller Welt an.
Route & Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Alle Sehenswürdigkeiten zu beschreiben, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Wir halten auch gar nicht an allen der zahlreichen Stationen und Aussichtspunkten, sondern beschränken uns auf einige wenige Highlights. Schon damit sind wir ganztägig auf der Strecke unterwegs und erst abends wieder zurück in unserem Hotel in Feichten.
Startpunkt in Feichten im Kaunertal
Unsere Fahrt beginnt im kleinen Ort Feichten im Kaunertal, der wirklich sehr malerisch zwischen steilen Hängen liegt. Hier haben wir uns in einem sehr schönen Hotel eingebucht. Anders als die meisten Gäste verbringen wir nur zwei Nächte in diesem Hotel, anschließend wird uns die Reise weiter ins Pitztal führen.

Vom Hotel aus sind es nur wenige Minuten bis zur Mautstelle der Kaunertaler Gletscherstraße. Andere Hotelgäste hatten uns empfohlen, direkt an der Mautstelle gleich die Tickets für die Karlesjochbahn mit zu erwerben – das wäre preislich günstiger als oben am Gipfel. Dieser Empfehlung folgen wir und starten dann direkt unsere Fahrt auf der Kaunertaler Gletscherstraße – anfangs noch ganz sanft ansteigend.
Zu Beginn halten wir an nahezu jedem der ausgewiesenen und durchnummerierten Wegpunkte, die auf schöne Aussichten, Fotospots oder sonstige Highlights verweisen. Schnell stellen wir jedoch fest, dass wir bei diesem Tempo die Strecke keinesfalls bis zum Einbruch der Dunkelheit schaffen werden und entscheiden uns, uns bei der Fahrt bergan nur auf einige wenige Highlights zu konzentrieren und dann bei der Rückfahrt bergab an der einen oder anderen schönen Stelle anzuhalten. Fototechnisch auf Grund des Sonnenstandes und Schattenwurfes der umliegenden Berge nicht unbedingt die beste Entscheidung – aber schließlich benötigen wir ja auch noch Zeit für die Fahrt mit der Karlesjochbahn zum Dreiländerblick.

Der Gepatschstausee – das Herzstück der Strecke
Ein Stop am Gepatschstausee ist auf jeden Fall Pflicht! An diesem wunderschönen türkisfarbenen See gibt es einige Parkmöglichkeiten und auch die Reisebusse, die auf der Kaunertaler Gletscherstraße unterwegs sind, legen hier einen Stopp ein. Davon lassen wir uns aber nicht abhalten, nachdem die Reisegruppen wieder in ihren Bus eingestiegen sind, können wir den Ort ganz in Ruhe genießen. Was für ein Ausblick!

Wie ein türkisblaues Band liegt der Gepatschstausee eingebettet zwischen den Alpengipfeln. Der See ist wirklich ein beeindruckendes Fotomotiv! Die Dimension des Sees erschließt sich uns später noch, als wir eine ganze Weile auf der Uferstraße an ihm entlangfahren. Aber zunächst genießen wir den Blick von der Staumauer aus.
Die gewaltige Staumauer besteht aus Natursteinen, die direkt aus dem Tal stammen. Anders als bei modernen Betonbauten fügt sie sich beinahe harmonisch in die Landschaft ein. Aus der Ferne wirkt sie wie ein riesiger Hang – erst aus der Nähe erkennen wir die wirklichen Dimensionen: 600 Meter lang und über 150 Meter hoch. Es muss eine enorme Arbeit hinter diesem Bau stecken, die in den 1960er Jahren sicher noch einmal schwieriger war, als heutzutage.
Aber zurück zum See – er ist unglaubliche 6 Kilometer lang, mit einem Volumen von ca. 138 Millionen m³. Damit zählt er zu den größten Stauseen Tirols.
Bis zum Ende des Stausees führt die Kaunertaler Gletscherstraße moderat und relativ gerade bergan – anschließend erwartet den Besucher eine etwas anspruchsvollere Strecke mit steilem Anstieg und insgesamt 29 Kehren. In Serpentinen windet sich die Straße die Hänge hinauf.

Aussichtspunkte & Fotospots auf dem Weg
Wenn du die Kaunertaler Gletscherstraße hinauffährst, merkst du schnell: Es geht nicht nur um die Ankunft am Gletscher, sondern auch um das Erleben des Weges selbst. Entlang der Strecke wartet eine Fülle an Möglichkeiten.
Locations an der Kaunertaler Gletscherstraße dienten als Kulisse für Hollywood-Filme wie „Triple X” mit Vin Diesel oder „Spectre“ mit Daniel Craig – allerdings jeweils als Winterbilder. Obwohl verschiedene Aussichtspunkte entsprechend gekennzeichnet sind, erkennen wir die Stellen nicht wirklich. Beeindruckend ist das Panorama allemal!
Insgesamt sind zwischen Mautstation und Gipfel 34 Stationen ausgewiesen – Aussichtspunkte, Wandertipps und Fotospots. Auf dem offiziellen Flyer erhältst du einen Überblick und für Erläuterungen kannst du dir auch noch eine App als Reiseführer auf dein Handy laden.
Tipp:
Die Locandy-App findest du im jeweiligen App-Store. An der Mautstation gibt es auch Tafeln mit einem QR-Code, den du ganz einfach mit deinem Handy scannen kannst – dann öffnet sich eine Webseite und du kannst die App kostenlos installieren. Ebenfalls findest du den QR-Code auf der offiziellen Webseite der Kaunertaler Gletscherstraße.
Meine Empfehlung: beschränke dich bei einem Tagesbesuch auf einige wenige Stationen und verbringe dort dann entspannt ein wenig mehr Zeit. Vielleicht hast du dabei auch Glück, eines der scheuen Murmeltiere zu entdecken, die in der Alpenlandschaft zuhause sind.

Wir haben bei der Hinfahrt außer unserem Stopp am Gepatschstausee noch an diversen Wasserfällen angehalten. Bei der Rückfahrt dann an verschiedenen sehenswerten Stellen. Sehr gut hat mir der Weißsee mit der Spiegelung der Berge im ruhigen Wasser gefallen. Auch das „Freiluftkino“ im Zirbenwald mit Panoramablick auf den Gepatschstausee ist unbedingt eine kurze Pause wert.


Wenn dir der Sinn eher nach Wanderungen steht, findest du entlang der Kaunertaler Gletscherstraße auch sehr gute Möglichkeiten für Wanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und Längen. Auch dafür verweise ich auf die Locandy-App und das Informationsmaterial, das du an der Mautstation erhältst.
Ankunft am Kaunertaler Gletscher
Nach 29 Kehren und mehr als 1.500 überwundenen Höhenmetern endet unsere Fahrt am Parkplatz des Kaunertaler Gletschers. Wir sind in einer anderen Welt angekommen: unten im Tal dominierte sattes Grün, hier gibt es nur noch Felsen und Reste von Eis und Schnee des letzten Winters. Ich hole mal eben schnell meine warme Jacke aus dem Auto, hier oben, auf etwa 2.750 Metern, ist es merklich frisch und der Wind pfeift schon ein wenig stärker.
Im modernen Gletscherzentrum kann man sich aufwärmen, eine Kleinigkeit essen oder einfach auf der Terrasse sitzen und den Moment genießen.

Mit der Karlesjochbahn zur Spitze
Von hier aus führt die Karlesjochbahn noch höher – bis auf über 3.100 Meter. Das Ticket hatten wir ja bereits an der Mautstation gelöst, so können wir ganz einfach das Drehkreuz passieren und in eine der geschlossenen Gondeln steigen. Ansonsten gäbe es hier natürlich auch noch einen Ticketschalter, um kurzentschlossen Tickets für die Karlesjochbahn lösen zu können.

Nun geht es also mit der Gondel aufwärts, über die mit schmutzigen Planen abgedeckten Schneereste vom Vorjahr. Beim Blick nach oben sehen wir die Gipfel der Ötztaler Alpen. Im Winter, mit sauber-weißen schneebedeckten Flächen sieht das sicher beeindruckender aus.
Die Bahn ist barrierefrei zugänglich und daher auch für Familien mit Kinderwagen oder auch für Rollstuhlfahrer ein echtes Highlight.

Der Dreiländerblick – Österreich, Italien und Schweiz auf einen Blick
Oben erwartet uns der legendäre Dreiländerblick, wo Österreich, Italien und die Schweiz in einem einzigen wundervollen Panorama zusammentreffen. Eine Linie verdeutlicht, dass wir uns oben an der Bergstation auch quasi direkt auf der Grenze zwischen Österreich und Italien befinden.


Die Gletscherhöhle – ein Blick ins ewige Eis
Nur wenige Minuten vom Gletscherzentrum entfernt, führte bisher ein gesicherter Steg direkt ins Innere des jahrtausendealten Eises. Dieses besondere Erlebnis können wir leider nicht mehr genießen – die Gletscherhöhle am Kaunertaler Gletscher war im Jahr 2025 nur noch in Fragmenten vorhanden und durfte nicht mehr betreten werden.
Über einen unebenen Pfad klettern wir noch bis kurz vor den Eingang und werfen einen Blick auf die Reste.


Praktische Tipps für deinen Besuch der Kaunertaler Gletscherstraße
Für das Befahren der Kaunertaler Gletscherstraße solltest du dir etwas Zeit nehmen – nicht nur für die Fahrt selbst, sondern auch für die vielen Stopps, die unterwegs beinahe von selbst entstehen. Damit der Ausflug reibungslos verläuft, habe ich hier einige nützliche Hinweise zu Anreise, Maut, Wetter und Ausrüstung zusammengestellt.
Maut, Preise & Öffnungszeiten
Die Kaunertaler Gletscherstraße ist eine Mautstraße, deren Erhaltung und Schneeräumung viel Aufwand erfordert. Die Mautstation befindet sich am Ortsende von Feichten im Kaunertal. Die Straße ist grundsätzlich ganzjährig – in Abhängigkeit von den Wetterbindungen – geöffnet. In den Herbst- und Wintermonaten benötigst du natürlich eine entsprechende Winterausrüstung (Winterreifen, Schneeketten) für dein Fahrzeug!
Zum jeweils aktuellen Straßenzustand und eventuelle wetterbedingte Sperrungen findest du auf der Webseite des Kaunertaler Gletschers tagesaktuelle Informationen.
Die aktuelle Preisliste und die Öffnungszeiten der verschiedenen Einrichtungen sind auf der Webseite des Kaunertaler Gletschers stets aktuell abrufbar.
Beste Reisezeit & Wettertipps
Am schönsten ist die Fahrt auf der Gletscherstraße von Juni bis Oktober. Im Frühsommer blühen die Almwiesen, im Hochsommer locken die klaren Bergseen und frische Luft, und im Herbst taucht das goldene Licht die Bäume in warme Farben.
Auch wenn es im Tal sonnig und warm ist – oben am Gletscher kann es deutlich kühler sein. Eine warme Jacke, feste Schuhe und Sonnenbrille gehören auf jeden Fall ins Gepäck. Das Wetter schlägt in den Alpen schnell um, also lieber im Zwiebellook kleiden und auf plötzliche Wolken oder Wind vorbereitet sein.
Autofahrer, Motorradfahrer & Radfahrer – was beachten?
Die Kaunertaler Gletscherstraße ist asphaltiert und gut ausgebaut, mit insgesamt 29 Kehren. Dennoch solltest du sie mit Respekt befahren: Steile Abschnitte, enge Kurven und der Höhenunterschied erfordern absolute Konzentration.
Bei Motorradfahrern ist die Strecke sehr beliebt – kurvenreich, abwechslungsreich und mit vielen Aussichtspunkten. Auch Radfahrer wagen sich auf die Gletscherstraße, was mich persönlich sehr überrascht hat. Die 26 Kilometer bergauf sind sehr anspruchsvoll, aber anscheinend schreckt das begeisterte Radfahrer nicht ab. Als Autofahrer musst du natürlich sehr achtsam sein und Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer nehmen.
Tipp:
Ob Auto, Motorrad oder Fahrrad – unbedingt die Bremsen checken, denn die Abfahrt ist lang und erfordert technisches Feingefühl.
Parken & Infrastruktur
Am Gletscher gibt es ausreichend kostenfreie Parkplätze für Autos, Busse und Motorräder. Toiletten, ein Restaurant und ein kleiner Shop befinden sich im Gletscherzentrum direkt an der Talstation der Karlesjochbahn.
Am Gepatschstausee befinden sich ebenfalls einige Parkplätze, Toiletten und ein Café.
Für Camper steht im Tal, in Feichten, ein kleiner gepflegter Campingplatz zur Verfügung – geeignet als Ausgangspunkt für die Fahrt oder eine Nacht in alpiner Ruhe. Entlang der gesamten Kaunertaler Gletscherstraße gilt ein Campingverbot.
Fazit: Lohnt sich die Kaunertaler Gletscherstraße?
Ja, absolut! Auf der Kaunertaler Gletscherstraße erlebst du eine Reise durch alle Gesichter der Alpen: vom grünen Tal bis hinauf in die Welt aus Felsen, Schnee und Eis.
Während andere Alpenpässe oft stark befahren sind, geht es im Kaunertal vergleichsweise gemächlich zu. Wenn du dir Zeit nimmst, hörst du das Pfeifen der Mumeltiere. Perfekt für Entschleunigung und für uns der perfekte Einstieg in unseren Roadtrip durch Tirol.
Tipp:
Wenn du früh am Morgen startest, erlebst du die Straße beinahe leer und besonders reizvoll.



Liebe Cornelia,
was für eine wundervolle Gegend du uns hier vorgestellt hast! Ich bin total beeindruckt von den Aussichten und von dem, was du uns über deine Reise berichtet. Auf der Kaunertaler Getscherstraße ist wirklich noch der Weg das Ziel. Vielleicht gehört es deshalb zu den weniger bekannten Highlights – wo doch viele nur auf der Suche nach dem nächsten Instagram-Spot sind.
Wir jedenfalls würden uns dort sofort wohlfühlen. Am liebsten im Herbst mit der Laubfärbung.
Liebe Grüße, Lisa
Oh ja, in der Herbstzeit muss es auch ganz toll aussehen. Wir waren im August dort, da war noch alles sattgrün.
Hallo Cornelia,
leider habe ich es als Wahlösterreicherin noch nicht in diese Ecke geschafft. Was nicht ist, kann aber noch werden. 😉
VG, Janine