Grapefruit Campari Marmelade selbst gemacht: farblich erinnert sie an einen Sonnenuntergang bei Capri – diese Marmelade holt den italienischen Sommer auf den Tisch! Hast du schon einmal Marmelade selbst gemacht? Das ist total einfach und das Ergebnis sind leckere Sorten, die du in dieser Form nicht im Supermarkt kaufen kannst. Kein Einheitsbrei sozusagen, sondern ganz individuelle Kreationen. Neben der Bereicherung deines Frühstückstisches hast du damit auch ganz wundervolle kleine Aufmerksamkeiten und Geschenke aus der Küche, über die sich Freunde oder Verwandte sicher sehr freuen.
Inhalt

Ein Stück Italien im Glas – die Geschichte hinter der Kombination von Grapefruit und Campari
Manchmal steckt hinter einem einfachen Frühstücksgenuss eine kleine Geschichte – so auch bei unserer Grapefruit-Campari-Marmelade. Wusstest du, dass Marmelade mit einem Schuss Alkohol schon im 19. Jahrhundert beliebt waren? Früchte wurden damals gerne mit Likören oder Spirituosen verfeinert, um den Geschmack zu intensivieren und die Haltbarkeit zu verlängern. Campari, der berühmte italienische Bitterlikör aus Mailand, bringt genau diese besondere Note in unser Marmeladenglas. Seine leuchtend rote Farbe und die leicht herbe Bitterkeit harmonieren perfekt mit der fruchtigen Frische der Grapefruit. Das Ergebnis ist ein Glas voller Kontraste – süß, sauer und mit leichter Bitternote.
„Campari? Was sonst!“
Erinnerst du dich noch an diesen Werbeslogan für den Campari aus den 80er Jahren? Der Likör war in den 80er Jahren die ultimative Zutat für einen Aperitif – als Longdrink Campari-Orange mit Orangensaft kombiniert oder als Campari-Soda oder Campari-Tonic mit Soda-Wasser oder Tonic gemischt. Auch Cocktails gibt es mit dem Bitter-Likör. Bekannt sind beispielsweise der Negroni oder der Americano. Nun, Campari-Orange mag ich immer noch sehr gern als Aperitif und vom Americano haben vor einiger Zeit Freunde sehr begeistert berichtet, die diesen Cocktail auf einer Kreuzfahrt abends nach dem Dinner genossen haben.
Ob auf frischem Brot, zu Käse oder als kleines Geschenk aus der Küche, diese Grapefruit-Campari-Marmelade ist ein kleiner Ausflug in die italienische Aperitif-Kultur.
Was die Grapefruit mit der Weintraube verbindet
Der Name der Grapefruit bedeutet wörtlich übersetzt „Traubenfrucht“. Allerdings erinnert die Grapefruit geschmacklich überhaupt nicht an Trauben – vielmehr bezieht sich der Name auf ein anderes Merkmal. Die Früchte des Grapefruit-Baumes hängen in traubenförmigen Gruppen an den Zweigen – wie eine überdimensionale Weintraube sozusagen. So kam es wohl zu dieser Bezeichnung.
Grapefruit oder Pampelmuse?
Im Obst- und Gemüsebereich eines gut sortierten Supermarktes sind sie ganzjährig zu finden. Grapefruit werden aus vielen Herkunftsländern mit unterschiedlichen Erntezeiten importiert, so beispielsweise aus der Türkei, Spanien, Italien, Zypern, Israel, China, USA, Honduras und Südafrika. Sie alle haben etwas gemein: sie liegen im sogenannten Zitrusgürtel zwischen dem 40. Grad nördlicher und dem 35. Grad südlicher Breite.
Die Grapefruit ist aus einer Kreuzung aus Orange und Pampelmuse entstanden. Auch wenn die Bezeichnungen Pampelmuse und Grapefruit oft synonym verwendet werden, ist das nicht ganz korrekt. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Früchte. Sie unterscheiden sich sowohl im Aussehen als auch im Geschmack.
Pampelmusen sind deutlich größer als Grapefruits. Sie können sogar noch größer werden als die in den letzten Jahren immer beliebter werdenden Pomelos. Zum Vergleich:
- Pampelmuse – bis zu 30 Zentimeter Durchmesser
- Pomelo – bis zu 25 Zentimeter Durchmesser
- Grapefruit – bis zu 15 Zentimeter Durchmesser
Während eine Grapefruit eher rund ist, sind Pampelmusen und Pomelo leicht birnenförmig.
Geschmacklich ist die Grapefruit ein wenig milder und lieblicher als die Pampelmuse. Vermutlich liegt es eben am Geschmack, dass Pampelmusen nur sehr selten in unseren Supermärkten erhältlich sind.
Aber nun genug der Vergleiche zwischen Grapefruit und Pampelmuse – es geht bei diesem Rezept für eine köstliche Grapefruit Campari Marmelade ja um eine Pink Grapefruit. Diese spezielle Sorte habe ich nicht (nur) der schönen Farbe wegen gewählt – grundsätzlich kann man bei dieser Zitrusfrucht sagen: je dunkler das Fruchtfleisch, umso milder ist die Grapefruit. Die Pink Grapefruit schmeckt also ein wenig lieblicher als helle Grapefruit-Sorten. Nun ja, das hübsche Pink wird dann von dem zugegebenen Campari noch verstärkt, so dass die fertige Marmelade tatsächlich an einen Sonnenuntergang bei Capri erinnert.

Grapefruit Campari Marmelade selbst gemacht – ein einfaches Rezept
Kochutensilien
- Küchenmesser
- Küchenwaage
- Holzlöffel
- großer Topf
- Messbecher
- kleiner Teller für die Gelierprobe
- 6 kleine Marmeladengläser
- Marmeladen-Trichter
- Kelle
Zutaten
- 1 Kilogramm Pink Grapefruit nur Fruchtfleisch, ohne Schale gewogen – das sind ungefähr 3-4 Früchte, je nach Größe
- 500 Gramm Gelierzucker 2:1
- 150 Milliliter Campari
- 1 1/2 TL Zitronensäure
Zubereitung
- Die Grapefruit schälen und die dünne Haut über dem Fruchtfleisch ebenfalls entfernen. Das erfordert ein wenig Übung und Geschicklichkeit, aber in der Marmelade würde diese Haut stören.

- Ausschließlich die Grapefruitfilets werden verarbeitet.

- Das Fruchtfleisch mit dem Gelierzucker in einen großen Topf geben und vorsichtig vermengen. Ich wähle einen Topf mit großem Durchmesser und einem hohen Rand, damit die Fruchtmasse nur wenig Zentimeter hoch im Topf ist – so können Spritzer bei Kochen nicht den gesamten Herd beschmutzen.

- Die Zitronensäure in ein wenig Flüssigkeit (beispielsweise 2-3 EL von dem Campari) auflösen und ebenfalls in den Topf geben.
- Die Grapefruit-Zucker-Zitronensäure Mischung unter Rühren zum Kochen bringen und mindestens 5 Minuten sprudelnd kochen. Durch das Rühren lösen sich die einzelnen Fasern des Fruchtfleischs voneinander und es entsteht eine gleichmäßige Masse mit nur feinen Fruchtfasern.

- Nach 4 Minuten die Gelierprobe machen – dazu einen Klecks Marmelade auf eine Untertasse geben und kurz in den Kühlschrank stellen. Wenn dieser Klecks beim Abkühlen geliert, ist die Marmelade fertig.

- Abschließend nach der Gelierprobe den Campari zugeben und alles noch einmal kurz aufkochen.

- Die fertige Marmelade durch einen Marmeladentrichter in vorbereitete Gläser füllen und diese sofort fest verschließen.

Marmelade selbst gemacht – und was ist mit der Haltbarkeit?
Ich verwende die Twist-off-Gläser, die ich natürlich vor dem Befüllen gründlich reinige (im Geschirrspüler), fülle die Marmelade so heiß wie möglich ein und verschließe sofort den Deckel. Nach dem Abkühlen sollten sie fest verschlossen und der Inhalt ausreichend konserviert sein. Die auf diese Art abgefüllte Marmelade ist gut lagerfähig und hält sich durchaus ein Jahr.
Achte darauf, dass du nur saubere und unversehrte Deckel verwendest und diesen fest zudrehst. Nach dem Abkühlen der Marmelade sollte der Deckel leicht nach innen gezogen sein.
Beschrifte deine Gläser mit der selbstgemachten Marmelade auf jeden Fall mit der Sorte und mit dem Datum, an dem du sie hergestellt hast und bewahre sie an einem kühlen, dunklen Ort auf. Es eignen sich beispielsweise der Keller oder die Vorratskammer.
Sobald du ein Marmeladenglas geöffnet hast, gehört es in den Kühlschrank.

Herzhafte Kombinationen mit der Grapefruit-Campari-Marmelade
Du hast diese Grapefruit-Campari-Marmelade selbst gemacht und überlegst nun, wozu sie perfekt passt? Tatsächlich ist diese Marmelade nicht nur als süßer Brotaufstrich geeignet. Sie hat durch die herbe Note des Campari und die leichte Säure der Grapefruit eine spannende Komplexität, die auch zu herzhaften Speisen passt. Einige Ideen gefällig?
Verwende sie für Käseplatten. Besonders gut passt die Grapefruit-Campari-Marmelade zu kräftigen, leicht salzigen Käsesorten wie Ziegenkäse oder gereiftem Cheddar. Ein Klecks Marmelade bringt Frische und einen kleinen bitter-süßen Kontrast.
Du möchtest Antipasti oder Tapas servieren? Probiere die Marmelade auf geröstetem Brot mit Serrano-Schinken. Zusammen mit Oliven und Nüssen entsteht ein süß-bitter-herzhaftes Geschmacksspiel.
Auch in Marinaden und Saucen kannst du die Marmelade verwenden – beispielsweise in kleinen Mengen in einer Marinade für Fleisch oder als Basis für eine pikante Sauce.
Last but not least – auch im Salatdressing macht die Grapefruit-Campari-Marmelade eine gute Figur. Ein kleiner Löffel Marmelade in ein Vinaigrette-Dressing bringt Tiefe und harmoniert gut mit Rukola, Feldsalat oder Endivien.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Grapefruit-Campari-Marmelade
Kann ich die Marmelade ohne Alkohol zubereiten?
Grundsätzlich ja, die Marmelade schmeckt auch ohne Campari wunderbar fruchtig. Allerdings fehlt dann die charakteristische, leicht bittere Note. Du kannst ihn alternativ durch Orangensaft ersetzen.
Wie süß wird die Marmelade?
Mit Gelierzucker 2:1 ist sie angenehm süß, aber die Grapefruit bringt eine frische Säure mit, die die Süße ausgleicht. Wer es etwas süßer mag, kann ein wenig mehr Zucker hinzufügen.
Kann ich andere Zitrusfrüchte verwenden?
Ja! Blutorangen oder eine Mischung aus Grapefruit und Orange funktionieren gut. Das Aroma ändert sich jeweils, da die Grapefruit für die typische herbe Note sorgt.
Wie teste ich, ob die Marmelade fertig gekocht ist?
Ein kleiner Trick: einen Teelöffel Marmelade auf einen kleinen Teller geben und in den Kühlschrank stellen. Nach wenigen Minuten sollte sie leicht gelieren und nicht mehr verlaufen. Dann ist sie perfekt.
Welche Gläser eignen sich am besten?
Kleine Einmachgläser mit Twist-off-Deckel (ca. 225 ml) eignen sich ideal. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt, ist so ein kleines Glas Marmelade schnell aufgebraucht.
Mehr Rezepte für leckeren Brotaufstrich
Aus den verschiedensten Früchten habe ich schon Konfitüre und Marmelade selbst gemacht. Inspiration gefällig?
- Wir machen oft Urlaub in Schweden und in den schwedischen Wäldern gibt es viele Beeren. Mindestens ein Mal geht es dann im Urlaub in den Wald zum Blaubeeren pflücken. Daraus zaubere ich dann eine leckere Blaubeer-Marmelade mit Vanillearoma.
- An Peru erinnert diese Physalis-Konfitüre mit Vanille und Zimt, kommt doch die Physalis – auch Andenbeere genannt – ursprünglich aus Südamerika.
- Sehr aromatisch ist auch die Kiwi-Marmelade mit Banane und Rum (oder in der alkoholfreien Variante eben mit Rum-Aroma) schmeckt meiner Familie sehr gut.
- Magst du Pflaumenmus, scheust dich aber vor der langen Zubereitungszeit? Dann probiere doch einmal dieses Rezept für ein schnelles Pflaumenmus!
Blog-Event CCXXVII – Zitruszeit!
Susanne von magentratzerl.de präsentiert das 227. Blog-Event auf Zorras Blog 1x umrühren bitte aka Kochtopf. Das Motto „Zitruszeit“ gefiel mir auf Anhieb sehr gut – nur irgendwie hatte ich es dann aus den Augen verloren. Dabei war mein Beitrag schon so gut wie fertig – meine köstliche Grapefruit-Campari-Marmelade wartete quasi nur noch darauf, endlich mal den Weg auf den Blog zu finden. Glücklicherweise fiel mir noch rechtzeitig vor Fristablauf ein, dass ich ja den Artikel noch freischalten muss – und hier ist er nun. Viel Spaß beim Nachkochen!











Ah, das ist eine tolle Idee – ich kannte die ähnliche Kombination Mandarine-Aperol, aber das ist mal was neues, danke!
Sieht echt köstlich aus, aber leider kann man mich mit Grapefruit jagen. Aber Y. liebt bitter, ich könnte also eine Portion nur für ihn machen…
Die Gläser halten sich ja eine ganze Weile, insofern kein Problem.