Mit der Fähre nach Schweden – ein Erfahrungsbericht

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

Während ich diese Zeilen offline in meinen Laptop tippe, schippert mich Nils Dacke gerade gemütlich über die Ostsee. Die Nils Dacke. Eine Fähre der TT-Line. Auf dem Weg von Trelleborg nach Rostock, wir sind auf der Heimreise nach einem sehr schönen Urlaub in Schweden. Die Überfahrten mit der Fähre gehören zu Anreise und Abreise, so sparen wir uns eine lange Autofahrt über Dänemark. Verschiedene Fährschiffe haben wir im Laufe der Jahre bereits kennengelernt: Tom Sawyer, Huckleberry Finn, Peter Pan, Skåne, Mecklenburg-Vorpommern haben uns sicher über die Ostsee gebracht – und heute halt die Nils Dacke.

Digital Detox auf der Ostsee

Es ist direkt Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht. Zeit zum Schreiben habe ich ja, online geht der Beitrag dann allerdings erst nach der Reise. Zwar wirbt die Fährgesellschaft auf ihrer Webseite mit WiFi an Bord und schreibt „An Bord von TT-Line kannst du dich auf kostenloses WiFi freuen!“, erwähnt aber nicht, dass dies nur in ausgewählten Bereichen zur Verfügung steht. Auch auf dem Aushang direkt vor dem Bordrestaurant findet sich dazu kein Hinweis.

Fähre nach Schweden

Im Jahr 2021 nicht gerade eine Glanzleistung. Nachdem wir bereits während der Hinreise von Rostock nach Trelleborg auf der Tom Sawyer feststellen mussten, dass im Aufenthaltsbereich des Bordrestaurants kein WiFi verfügbar war, ist der Service auf der Nils Dacke noch schlechter: nur auf den Decks 8 und 9 steht WiFi zur Verfügung. Der Restaurantbereich befindet sich auf Deck 7. Hmpf. Die Decks 8 und 9 sind Kabinendecks, aber eine Kabine haben wir auf Grund früherer Erfahrungen für die Tagesüberfahrt nicht gebucht. Sehen wir es positiv: Digital Detox für 6 Stunden. Zeit zum Schreiben.

Mit welcher Fähre nach Schweden?

Wenn die Planung einer Reise nach Schweden ansteht, stellt sich oft auch die Frage nach der Reiseroute. Soll es von Deutschland aus mit der Fähre nach Schweden gehen? Aktuell (September 2021) stehen folgende Fährverbindungen zur Auswahl:

Für uns ist Rostock naheliegend und so haben wir für unsere Schwedenreisen bisher immer die Route Rostock <–> Trelleborg gewählt. Dabei sind wir bisher sowohl mit TT-Line als auch mit Stena-Line gefahren. Die Unterschiede in Preis und Leistung zwischen den Reedereien sind marginal … allerdings hatte ich im Restaurant der Mecklenburg-Vorpommern (Stena-Line) im vergangenen Jahr einen hervorragenden WiFi-Empfang …

Fähre nach Schweden

Die Strecke Rostock <–>Trelleborg wird mit unterschiedlichen Abfahrtszeiten bedient. Die Überfahrt dauert ca. 6 Stunden. Wir wählen grundsätzlich für die Hinfahrt eine Abfahrtszeit am frühen Morgen, so dass wir nachmittags am gemieteten Ferienhaus in Schweden ankommen. Die Rückfahrt legen wir möglichst auf den Nachmittag, so dass wir ganz entspannt am Vormittag das Ferienhaus verlassen und zum Fährhafen fahren können. Für uns ist das so perfekt, aber ich denke, dafür muss jeder sein eigenes Optimum finden.

Die Buchung der Fähre nach Schweden

Da wir unser Ferienhaus immer schon ca. ein Jahr im Voraus buchen, können wir auch bezüglich der Fähre langfristig planen. Allerdings hat sich seit Corona unser Buchungsverhalten geändert: statt eines supergünstigen Spartarifes entscheiden wir uns eher für Flexibilität und wählen einen Tarif, bei dem wir bis kurz vor Abreise problemlos stornieren oder umbuchen können.

Die Buchung über die Online-Portale der Reedereien ist unkompliziert, darüber hinaus gibt es einen telefonischen Kundenservice für eventuelle Fragen.

Bereits bei der Buchung sind Zusatzleistungen wie Frühstück oder ein Tellergericht im Restaurant wählbar.

Check-In und Boarding

Wenige Tage vor dem Reisetermin erhielten wir eine eMail von TT-Line mit Informationen zum Online-Check In. 48 Stunden vor Abreise steht diese Serviceleistung zur Verfügung. Alle relevanten Daten können in einem Webformular eingegeben werden und anschließend erhalten wir einen Barcode per eMail zugesandt. Diesen Barcode müssen wir nun nur noch am CheckIn-Automaten im Fährhafen scannen, um unsere Bordkarten und Zufahrt zur Fähre zu erhalten. Klingt gut.

In der Realität staut es sich dann bei unserer Reise am CheckIn-Automaten im Hafen – nicht alle Passagiere kommen mit dem Prozedere klar (was tun, wenn der Automat den Barcode nicht erkennt?) und Hilfe ist weit und breit nicht in Sicht. Irgendwann sind wir dann aber doch endlich an der Reihe, bei uns funktioniert es auch und die Schranke hebt sich – auf geht’s zur Fähre.

Beim Boarding werden die Fahrzeuge eingewiesen. Zuerst verschwinden die vielen LKW im Bauch des Schiffes und dann dürfen auch die Wohnmobile und PKW an Bord. Während der Überfahrt sind die Fahrzeugdecks verschlossen und dort dürfen sich keine Passagiere aufhalten, daher ist alles mitzunehmen, was man bis zur Ankunft im Zielhafen benötigt.

Fähre nach Schweden

An Bord der Fähren

Die Zeit der Überfahrt vergeht für mich immer ziemlich schnell. Ich hatte eingangs bereits erwähnt, dass wir bei Tagesüberfahrten keine Kabine buchen. Effektiv würden wir diese nur 4 Stunden nutzen, da die Kabinen nur von einer Stunde nach Abfahrt bis eine Stunde vor Ankunft zur Verfügung stehen. Bei einer früheren Reise – ich glaube es war 2016 – haben wir das mal ausprobiert und aus verschiedenen Gründen für uns als nicht passend entschieden. Wir bleiben während der Überfahrt im Aufenthaltsbereich des Restaurants oder des Cafés.

Frühstück, Mittagessen oder Abendessen – je nach Tageszeit – gibt es im Bordrestaurant. Ein wenig erinnert das Ganze an eine Betriebskantine. Die Abläufe sind zweckmäßig optimiert, man geht mit einem Plastiktablett durch den Buffetbereich und anschließend zur Kasse. Effektiv bei vielen Passagieren, die in kurzer Zeit bedient werden möchten. Salat, Schnitzel, Fischfilet, Currywurst und Pommes, Spaghetti Bolognese, Köttbullar stehen auf der Speisekarte – aber heute gibt es wohl die abgespeckte Version: zum Abendessen gegen 19:45 Uhr stehen lediglich Pommes, Ćevapčići und Spaghetti mit Käsesauce zur Auswahl. Dieses Erlebnis führt bei uns zu der Entscheidung, beim nächsten Mal kein Tellergericht im Voraus zu buchen.

Auf den offenen Deckbereichen kann man die Überfahrt an der frischen Luft genießen. Je nach Wetter kann das allerdings schon mal eine stürmische Angelegenheit sein. Es empfiehlt sich also, eine Windjacke o.ä. mitzunehmen.

Fähre nach Schweden

Für Kinder gab es vor Corona ein Animationsprogramm, welches 2021 jedoch noch nicht wieder angeboten wurde. Unabhängig davon sollte auf jeden Fall ein wenig Beschäftigungs-Material für die Kinder ins Handgepäck für die Fährüberfahrt.

Die Ankunft im Zielhafen wird eine Stunde zuvor angekündigt und ungefähr 15 Minuten vor Ankunft werden auch die Autodecks wieder geöffnet. Alle sollen sich bei ihren Fahrzeugen einfinden. Sobald die Ausfahrt freigegeben wird, geht es der Reihe nach über die Rampe wieder auf festen Boden.

Resümee

Die Fähren zwischen Rostock und Trelleborg betrachten wir als ein Verkehrsmittel, welches uns eine längere Autofahrt erspart. Wir empfinden es als wesentlich entspannter, 6 Stunden passiv über die Ostsee gefahren zu werden, als selbst stundenlang am Steuer zu sitzen. Daher geht es auch zum nächsten Schwedenurlaub wieder mit der Fähre von Rostock nach Trelleborg.

Es ist wie bei anderen Verkehrsmitteln auch: mancher Fähre, die wir in den vergangenen 15 Jahren nutzten, hätte eine Grundreinigung gut getan. Und – um noch einmal an meine Ausführungen vom Beginn dieses Erfahrungsberichtes anzuknüpfen – wirklich nutzbares WiFi in allen öffentlichen Bereichen habe ich auf einigen Schiffen vermisst. Übrigens nicht nur ich – auch der maulende Teenager am Nebentisch.


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4 Kommentare
  1. Dieter Osterodt

    Hallo, ein sehr schöner Bericht über die Fähre nach Schweden. Wir haben in diesem Jahr die Brücken ausprobiert man hatte nur das Gefühl es ist ein Gummiband man kommt nie an. Also haben wir für die Rückfahrt wieder eine Fähre gebucht von Trelleborg nach Rostock. Was mir sehr gut gefallen hat ist die kürzere Überfahrt. Nur was dann kam aber nicht sehr schön wir mussten erleben das auf der A20 jeder so fährt wie er möchte. Ich besitze einen neuen Wohnwagen mit einem neuen Fahrwerk und und der 100 hinten dran. Natürlich habe ich dieses ausprobiert nur was dann geschah hat mich doch einigermaßen erschüttert denn es herrscht Wild West auf der Autobahn. Ich fuhr mit meinem Gespann 90 bis 100 Stunden km aber da das für die Kapitäne der Landstraße nicht genug ist wurde ich bei dieser Geschwindigkeit ständig von den dicken Brummern überholt ich glaube ich habe einiges nicht mitbekommen oder?

    1. Cornelia

      Der Wechsel von schwedischem auf deutschen Straßenverkehr ist auch jedes Mal eine Herausforderung für mich. Auf den schwedischen Straßen geht es wesentlich entspannter zu, als bei uns.

  2. SonjaS

    danke für deinen bericht!!
    das mit dem wifi fand ich auch recht ‚unverschämt‘, hatte sogar eine paar gb dazugebucht, um in der kabine arbeiten zu können. nirgendwo steht, dass das wifi nur in bestimmten (und nicht sehr bequemen) bereichen zugänglich ist. in der halle kann ich nicht arbeiten. also geld umsonst ausgegeben. auch wurde so getan, als sei die überfahrt bei tag mit tier nur mit kabine erlaubt, stimmt auch nicht.
    mit der fähre fahre ich nie wieder, 5 std. übers meer schippern, finde ich jetzt auch nicht so prickelnd. musste es nur letztes jahr machen, da DK keinen transit zuließ.

  3. Marie Schade

    Ein sehr schöner Bericht über Eure Überfahrt mit der Fähre. Ich liebe diese Fährfahrten, egal ob kurz oder lang. Man sieht das Land bzw. die Stadt, die man gerade verlässt, langsam immer kleiner werden und beim Ankommen das langsame Annähern an den Zielhafen. Wir sind sowieso immer gerne auf dem Wasser, deshalb haben wir noch immer unser Segelboot auf dem Rursee. Diese Überfahrt würde ich auch gerne machen.
    LG Marie

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