In einem Hawker Center in Singapur habe ich Cashew Chicken Thai Style zum ersten Mal gegessen und inzwischen habe ich ein Rezept gefunden, das der Erinnerung gerecht wird – nun ja, nicht ganz so scharf ist es, ein wenig dem mitteleuropäischen Geschmacksempfinden angepasst. Aber ansonsten – perfektes asiatisches Soulfood, das schnell zubereitet ist.
Inzwischen weiß ich: Cashew Chicken Thai Style gehört zu den beliebtesten Gerichten in thailändischen Restaurants weltweit. Kein Wunder: die Kombination aus süß, salzig und pikant ist wirklich köstlich. Genial ist, dass dieser Klassiker der thailändischen Küche auch noch relativ schnell zubereitet ist; perfekt für die Feierabendküche.
In diesem Artikel und Rezept erfährst du Schritt für Schritt, wie du Cashew Chicken Thai Style ganz einfach selbst zubereiten kannst.
Inhalt

Herkunft & Wissenswertes zu Cashew Chicken Thai Style
Viele kennen dieses Gericht nur aus dem Restaurant – doch woher stammt es eigentlich. Obwohl es heute als Klassiker der thailändischen Küche gilt, ist es von der chinesischen Küche inspiriert. Die Technik des Wok-Bratens, die Kombination aus Fleisch, Nüssen und Gemüse sowie die Verwendung von Sojasauce sind ursprünglich typisch chinesisch, wurden jedoch in Thailand auf eigene Weise weiterentwickelt.
In Thailand heißt das Gericht „Gai Pad Med Mamuang“ – was nichts anderes als „gebratenes Huhn mit Cashewnüssen“ bedeutet. Es ist besonders beliebt wegen seiner milden Schärfe und der ausgewogenen Geschmackskombination aus salzig, süß und umami.
Interessant ist: in Thailand wird es mitunter auch ohne Reis serviert und stattdessen als Teil mehrerer kleiner Gerichte in der Mitte des Tisches gereicht. Ganz nach dem Prinzip des gemeinsamen Essens, das in der Thai-Kultur sehr wichtig ist.
Tipps zur richtigen Reihenfolge bei der Zubereitung
Damit dein Cashew Chicken Thai Style richtig gelingt und alle Zutaten perfekt auf den Punkt gegart sind, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Diese strukturierte Vorgehensweise macht zudem das Kochen entspannter.
Zutaten vorbereiten, bevor der Wok oder die Pfanne heiß wird
Die Zubereitung geht blitzschnell – deshalb sollten alle Zutaten bereits vorgeschnitten, abgemessen und griffbereit sein, bevor du mit dem Braten beginnst. Das spart Zeit und verhindert, dass etwas anbrennt oder übergart.
Sauce separat anrühren
Mische alle flüssigen Zutaten in einem geeigneten Behältnis. So kannst du sie später auf einmal zum Gericht geben – ohne hektisches Abmessen während der Zubereitung.
Reihenfolge im Wok (oder Pfanne) beachten
- Zuerst das Hähnchen scharf anbraten und wieder herausnehmen.
- Dann das Gemüse kurz anbraten – es soll knackig bleiben.
- Nun das Fleisch wieder hinzufügen, die Sauce darüber geben und alles gut vermengen.
- Zum Schluss die Cashewkerne unterheben.

Heiß servieren
Cashew Chicken Thai Style schmeckt am besten ganz frisch zubereitet. Dazu passt gekochter Jasminreis.

Häufige Fehler beim Nachkochen – und wie du sie vermeidest
Auch wenn Cashew Chicken Thai Style grundsätzlich einfach zuzubereiten ist, gibt es ein paar typische Stolperfallen, die du vermeiden solltest.
Erster Fehler: Gemüse und Fleisch gleichzeitig in die Pfanne geben
Das Fleisch braucht mehr Zeit zum Garen, während das Gemüse schnell weich wird. Werden beide gleichzeitig gebraten, ist entweder das Fleisch noch roh oder das Gemüse verkocht.
So machst du es richtig: Brate das Fleisch zuerst an, nimm es kurz heraus und gib dann das Gemüse in die Pfanne. Zum Schluss kommt alles mit der Sauce zusammen


Zweiter Fehler: Sauce direkt in die heiße Pfanne improvisieren
Beim Kochen im Wok geht es schnell – zu schnelles Dosieren direkt in der Pfanne führt oft zu einem unausgewogenen Geschmack (zu salzig, zu süß, zu wenig Sauce).
So machst du es richtig: Mische die Sauce vorher in einem geeigneten Behältnis – das spart Zeit und sorgt für ein harmonisches Ergebnis.
Dritter Fehler: Zu wenig Hitze beim Braten
Bei zu niedriger Hitze gart das Hähnchen langsam und wird trocken. Außerdem kann das Gemüse matschig werden.
So machst du es richtig: Arbeite mit hoher Hitze und kurzer Garzeit. Am besten verwendest du einen Wok oder eine große beschichtete Pfanne, damit nichts schmort.
Vierter Fehler: Alles auf einmal in die Pfanne geben
Zu viele Zutaten auf einmal kühlen die Pfanne ab – es entsteht Dampf statt Röstung. So machst du es richtig: Brate in kleinen Portionen und gibt die Komponenten erst am Ende zusammen. So bleiben Textur und Geschmack erhalten.
Cashew Chicken Thai Style
Zutaten
- 600 Gramm Hähnchenbrustfilet
- 2 Stück Paprika rot oder gelb
- 30 Gramm Ingwer frisch
- 3 Stück Lauchzwiebeln
- 1 Handvoll Cashew Kerne geröstet, ungesalzen
- 2 EL Honig
- 1/2 Stück Limette
- 1 TL Speisestärke
- 120 Milliliter Sojasauce
- 1 EL Fischsauce
- 1/2 TL Sambal Oelek
- 2 EL Ketchup
- 3-4 EL geröstetes Sesamöl
Zubereitung
- Zunächst alle Zutaten und das benötigte Equipment auf der Arbeitsfläche bereitlegen.
- Die Paprika säubern und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Lauchzwiebeln in Ringe schneiden, ein wenig der grünen Lauchringe für die spätere Verwendung als Garnitur beiseite stellen.
- Den Ingwer schälen und reiben oder pürieren. Die halbe Limette auspressen, den Saft zum späteren Abschmecken des Gerichtes beiseite stellen.
- Das Hähnchenbrustfilet in mundgerechte Stücke schneiden. In einem Wok oder einer anderen geeigneten Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Hähnchenbrustfilet-Stücke darin von allen Seiten braten. Wenn das Fleisch fertig ist, wieder herausnehmen und beiseite stellen.

- Nun kommen die Zwiebelringe, Ingwer und Paprika in den Wok oder die Pfanne und werden einige Minuten angedünstet, so dass die Paprika noch Biss hat.

- In der Zwischenzeit mischst du in einem geeigneten Behältnis (ich verwende gern einen Messbecher) die Sojasauce, Fischsauce, Honig, Sambal Oelek, Ketchup und Speisestärke. Alles gut miteinander verquirlen.
- Wenn die Paprika beinahe die gewünschte Konsistenz erreicht hat, dann gibst du die Hähnchenbrustfilet-Stücke wieder zurück in den Wok oder die Pfanne, gießt die vorbereitete Sauce darüber und rührst alles gut unter. Anschließend fügst du die gerösteten und ungesalzenen Cashew Kerne hinzu.

- Alles zusammen nun für ca. 5 Minuten köcheln lassen, die Sauce dickt dabei leicht ein und legt sich über Fleisch, Cashew Kerne und Gemüse. Abschließend mit Limettensaft nach Belieben abschmecken.

- Sollte es für deinen Geschmack nicht scharf genug sein, kannst du ggf. noch mit Sambal Oelek nachwürzen.
- Zum Servieren streust du die zurückbehaltenen grünen Lauchringe über das Cashew Chicken. Dazu passt sehr gut gekochter Reis.

Serviertipps für dein Cashew Chicken Thai Style
Damit dein Cashew Chicken nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch überzeugt, findest du hier ein paar einfache Ideen zum Anrichten und Kombinieren.
Die Beilage: Jasminreis als Klassiker
Am besten servierst du Cashew Chicken Thai Style mit duftendem Jasminreis. Sein leicht blumiges Aroma passt perfekt zur würzigen Sauce. Alternativ kannst du Basmatireis wählen.
Für eine low-carb Variante kannst du z.B. Blumenkohlreis oder gedämpftes Gemüse reichen.
Schön anrichten – das Auge isst mit!
Den Ausdruck „das Auge isst mit“ hat meine Oma schon immer verwendet – und er ist natürlich immer noch aktuell.
Verwende flache Schalen oder tiefe Teller, um Sauce und Reis gut zur Geltung zu bringen. Richte den Reis als kleines Türmchen an (z.B. mit einer kleinen Schale o.ä. geformt), das Cashew Chicken daneben oder ringsherum. Garniere mit frischen Frühlingszwiebeln, Sesam oder etwas gehacktem Koriander – das sorgt für Frische und Farbe auf dem Teller. Ein paar geröstete Cashewkerne obenauf machen es extra knusprig und dekorativ.

Getränketipp: was passt dazu?
Leichte, fruchtige Weißweine wie Riesling oder Sauvignon Blanc harmonieren wunderbar mit der süß-salzigen Würze. Wenn es alkoholfrei sein soll, kannst du zu einem Eistee, grünem Tee oder einfach auch (Sprudel-)wasser mit Limette greifen.
Als Teil eines Menüs servieren
Cashew Chicken Thai Style eignet sich auch ideal als Hauptgericht in einem asiatisch inspirierten Menü. Als Vorspeise bieten sich beispielsweise Som Tam (grüner Papayasalat) oder kleine Frühlingsrollen an. Als Dessert passen gebratene Bananen, Mango Sticky Rice oder einfach frische Früchte wie Ananas, Mango oder Litschi.
Aufbewahrung & Reste – So bleibt dein Cashew Chicken Thai Style frisch
Wie bereits erwähnt, solltest du dein Cashew Chicken am besten frisch genießen. Aber manchmal gibt es eben auch Situationen, die eine Aufbewahrung zum späteren Verzehr erfordern.
Wenn du Reste übrig hast oder das Gericht bewusst auf Vorrat kochst, kannst du es auch problemlos aufbewahren. Hier erfährst du, wie du dabei Geschmack und Konsistenz bestmöglich erhältst.
Im Kühlschrank lagern
Lass das Cashew Chicken Thai Style vollständig abkühlen, bevor du es luftdicht verpackst. In einem gut verschlossenen Behälter hält es sich 1-2 Tage im Kühlschrank. Bewahre Reis und Cashew Chicken am besten separat auf, damit der Reis nicht zu feucht wird.
Einfrieren möglich – mit Einschränkungen
Das Gericht lässt sich einfrieren, allerdings verändert sich die Konsistenz der Cashews und des Gemüses – es wird weicher.
Aufwärmen
Am besten erwärmst du das Gericht in einer Pfanne mit einem kleinen Schuss Wasser oder Brühe. So bleibt die Sauce geschmeidig und nichts brennt an.
Alternativ kannst du es auch in der Mikrowelle bei mittlerer Hitze erwärmen. Dabei gelegentlich umrühren.
Achtung: die Cashews verlieren beim Aufwärmen ihre Knackigkeit. Wer möchte, kann ein paar frische geröstete Nüsse vor dem Servieren darüberstreuen.
Mehr Köstliches aus der asiatischen Küche

Genau so heißt das Monatsmotto September unserer Foodblogger-Aktion „Leckeres für jeden Tag“ – und so findest du bei allen Teilnehmern köstliche Rezepte der asiatischen Küche. Ich beteilige mich mit diesem Rezept für Cashew Chicken Thai Style – die Beiträge der anderen Teilnehmer verlinke ich dir natürlich auch. Aber zuvor habe ich noch einige Tipps für deinen Vorratsschrank, wenn du gern asiatisch kochst.
Asia-Basics: diese Zutaten solltest du immer im Haus haben
Wenn du gerne asiatisch oder speziell thailändisch kochst, lohnt es sich, ein paar typische Zutaten als Grundausstattung in der Küche zu haben. So kannst du Gerichte wie Thai Cashew Chicken oder andere Klassiker jederzeit spontan zubereiten, ganz ohne Einkaufsstress. Hier sind die wichtigsten Asia-Basics, die du in vielen Rezepten wiederfinden wirst.
Fischsauce
Dies ist eine der zentralen Zutaten in der asiatischen Küche, sie sorgt für salzige Tiefe und Umami. Achte auf eine gute Qualität.
Austernsauce
Diese Sauce ist Dickflüssig, leicht süßlich und kräftig – perfekt für Wok-Gerichte und ideal für diverse Saucen.
Sojasauce (hell und dunkel)
Die helle Sojasauce bringt mehr Salzigkeit und Würze, die dunkle mehr Farbe und leicht süße Nuancen. Häufig werden in Rezepten beide kombiniert.
Palmzucker oder brauner Zucker
Beides eignet sich für die typische süßliche Note vieler Saucen. Alternativ funktioniert auch Kokosblütenzucker oder Honig.
Chilipaste oder getrocknete Chiliflocken
Beides bringt Schärfe ins Spiel. Je nach Vorliebe kannst du mild oder feurig abschmecken.
Jasminreis
Dieser leicht blumig duftende Reis ist der perfekte Begleiter zu fast allen Thai-Gerichten.
Ingwer und Schalotten
Beides möglichst immer frisch verwenden, idealerweise fein gehackt oder im Mörser zerstoßen. Diese aromatische Basis passt zu vielen asiatischen Gerichten.
Öl mit hohem Rauchpunkt
Dieses Öl sollte geschmacksneutral und hitzebeständig sein – beste Voraussetzungen für das Braten im Wok. Geeignet sind beispielsweise Erdnussöl oder Rapsöl. Aber auch geröstetes Sesamöl passt aromatisch ganz hervorragend.
Die Rezepte der anderen Teilnehmer
- Gabi von Langsamkochtbesser hat mit der Heißluftfritteuse gearbeitet und serviert uns Udon-Nudeln mit Auberginen.
- Gochujang-Hähnchen nach Jamie Oliver gibt es bei Bianca von ELBCUISINE – es soll krass lecker und schön scharf sein.
- Britta von Brittas Kochbuch präsentiert uns Spicy Tofu mit Gochujangsauce.
- Cashew-Mango-Hühnchen – das klingt doch wirklich köstlich. Das Rezept findest du auf Reginas Blog Bistroglobal.
- Sylvia von Brotwein hat Massaman Curry zubereitet.
- Kennst du Japanische Sesamkekse? Falls nicht – schau doch einmal auf dem Blog Küchenmomente von Tina vorbei, sie präsentiert uns diese kulinarische Köstlichkeit.
- Den Abschluss bildet ein Rezept von Barbara. Auf ihrem Blog Barbaras Spielwiese präsentiert sie uns Ramen mit Garnelen und Ei.









Hallo Cornelia,
wie schön! Das mag ich auch gerne, hab’s aber noch nie selbstgemacht. Da werden Reise-Erinnerungen wach… Danke fürs Rezept!
Liebe Grüße
Barbara
Oh, genau das habe ich in Singapur auch gegessen (ich liebe Nüsse in pikanten Gerichten!) und auch ich fand es zu scharf. Danke, dass du eine mildere Variante verbloggt hast 🙂
Liebe Cornelia, auf dein Gericht war ich besonders gespannt. Aber offensichtlich unterscheidet es sich doch von meinem. Sorry, dass ich mein Gericht erst jetzt veröffentlicht habe. Ich hatte es schlichtweg vergessen, dass heute Sonntag ist :-). Viele Grüße, Regina
Liebe Cornelia, alles mit Cashews liebe ich, das klingt köstlich! Liebe Grüße, Bianca
Das liest sich gut und sieht hervorragend aus! Wobei ich noch nie das Original gegessen habe und über Geschmack und Feurigkeit nichts sagen kann. Muss ich wohl mal ausprobieren. 🙂
Viele Grüße Sylvia
Liebe Cornelia,
tatsächlich ist dieses Gericht mein Favorit, wenn wir mal zum Thailänder essen gehen. Toll, dass du dieses Gericht für die Aktion ausgewählt und noch dazu so gut verständlich aufgeschrieben hast. Ich freue mich schon aufs Nachkochen.
Herzliche Grüße
Tina
Mmmmh, das klingt aber mal richtig gut. Thai-Küche mag ich auch sehr gerne.
Liebe Grüße
Britta