Blumen fotografieren – 9 einfache Tricks für schönere Blütenfotos

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich in irgend einer Art und Weise dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

Hinaus in die Natur und Blumen fotografieren

In diesem Jahr warte ich besonders ungeduldig auf steigende Temperaturen, Sonnenschein und das Erblühen der Natur. Nach einem gefühlt ewigen Lockdown zieht es mich hinaus ins Freie. Natürlich nehme ich auf meinen Spaziergängen stets die Kamera mit und was liegt zu dieser Zeit näher, als Fotos von dem frischen Grün und den wunderschönen, farbenprächtigen Blüten zu machen. Schließlich muss man für schöne Bilder nicht unbedingt weite Reisen unternehmen, die Schönheit der Natur findest du direkt vor der Haustür.

Regelmäßig teile ich Fotos von Blumen und Blüten auf meinem Instagram Kanal und bekomme häufig die Frage, wie ich diese Fotos denn gemacht habe. Schöne Blütenfotos sind keine Zauberei und ganz einfach, wenn du einige Punkte beachtest. Mit diesem Artikel möchte ich meine bisherigen (Amateur-)Erfahrungen mit der Blumenfotografie teilen.

Blüten und Blumen fotografieren – wenn es auf die Details ankommt

Blumen fotografieren - Blut-Johannisbeere
Blütenstand der Blut-Johannisbeere

Was meinst du, wie groß die Blüte auf diesem Foto ist? Tatsächlich handelt es sich dabei um einen recht  kleinen Blütenstand der Blut-Johannisbeere, der insgesamt maximal 6-8 Zentimeter groß wird. Die einzelnen Blüten sind traubenförmig im Blütenstand angeordnet. Eigentlich beeindruckt der Strauch der Blut-Johannisbeere durch eine hohe Anzahl seiner Blüten – aber auch jede einzelne ist für sich sehenswert. Es kommt eben auf das Detail an. Um diese Details – die kleinen Einzelblüten und die Blütenstaubkörner auf dem Blütenstand – sichtbar zu machen, gilt es einiges zu beachten.

Keine Sorge, ich verfalle jetzt nicht ins Fachsimpeln und es wird jetzt auch gar nicht kompliziert. Schöne Blüten- und Blumenfotos kannst du auch ohne aufwendiges Equipment und Profiwissen machen.

Wähle die prachtvollste Blüte

Für ein schönes Blütenfoto benötigst du natürlich eine schöne Blüte – sie sollte möglichst makellos sein. Wir bewegen uns beim Blumen fotografieren in Richtung Makrofotografie und diese verzeiht keine Makel wie beispielsweise welke oder eingerissene Blütenblätter. Bei Nahaufnahmen der Blüten würden diese Makel sofort ins Auge fallen und die Harmonie des Bildes stören.

Wenn du also die Wahl hast, suche dir die prachtvollste Blume bzw. Blüte für dein Foto aus.

Beachte die Umgebung der Blüte

Du bewegst dich beim Blumen fotografieren in der Natur und da kann es durchaus störende Elemente geben – andere Blüten, ins Bild ragende Grashalme, usw. Entferne diese störenden Elemente, sofern möglich. Sollte das nicht möglich sein, dann versuche die Position zu wechseln. Alles, was du bereits während der Bildaufnahme vermeidest, musst du später nicht bei der Bildbearbeitung korrigieren.

Probiere unterschiedliche Perspektiven aus

Normalerweise fotografieren wir unsere Umwelt ganz normal aus unserer eigenen Augenhöhe heraus. Das würde beim Blumen fotografieren allerdings bedeuten, dass wir auf die meisten Blüten von oben herunterschauen. Kann man machen – aber nur bei den wenigsten Blüten bringt das überzeugende Fotos. Experimentiere mit anderen Perspektiven!

Begib dich auf ‚Augenhöhe mit deinem Motiv‘ und fotografiere die Blumen nicht ‚von oben herab‘.

Blumen fotografieren - Krokus
Beim Blumen Fotografieren auf „Augenhöhe“ mit dem Krokus

Fotografiere Blumen auch einmal aus der Froschperspektive, d.h. schräg von unten nach oben. Du wirst sehen, es ergeben sich ganz andere Ansichten.

Blumen fotografieren - Tulpen
Ein Tulpenfeld aus der „normalen“ Perspektive fotografiert
Blumen fotografieren - Tulpenfeld
Das gleiche Tulpenfeld wie im vorherigen Foto, diesmal aus der Froschperspektive fotografiert

Stelle die Blüten frei

So eine wunderschöne Blüte kommt oft nicht allein daher – in der Umgebung und im späteren Bildhintergrund befinden sich ggf. andere Pflanzen, Gräser oder sonstige Objekte, die vom Hauptmotiv ablenken könnten. Um den Blick des Betrachters jedoch auf dieses Hauptmotiv zu richten, empfiehlt sich die Technik des Freistellens. Das bedeutet, im späteren Foto ist lediglich die Blume oder Blüte scharf abgebildet, während der Hintergrund verschwimmt. Der Schärfebereich ist also verringert.

Blumen fotografieren - Magnolie

Diesen Effekt erreichst du im Spiel mit Blende, ISO und Belichtungszeit. Ausschlaggebend ist die Blende: je weiter die Blende geöffnet ist, umso geringer ist die Schärfentiefe.

Wenn du die Kameraeinstellungen nicht individuell vornehmen kannst, eignet sich auch ein sogenanntes Szenen- oder Motivprogramm. Diese Programme optimieren die Einstellungen für ein bestimmtes Motiv automatisch. Für die Nahaufnahmen von Blumen oder Blüten verwendest du am Besten das Programm für Makroautomatik.

Der Bereich mit der größten Schärfe muss sich dabei nicht immer im vorderen Bereich des Fotos befinden. Ein toller Effekt ist auch, den Bereich vor dem Hauptmotiv unscharf wirken zu lassen und so den Blick des Betrachters auf eine weiter hinten stehende Blüte zu lenken.

Blumen fotografieren - Tulpen
Der Schärfebereich liegt nicht im Bild-Vordergrund, sondern auf Höhe der einzelnen violetten Tulpe.

Friere die Bewegungen ein

Zumeist bewegen wir uns beim Blumen fotografieren im Freien, in der Natur – daher spielen Wind und Wetter eine nicht unwesentliche Rolle. Bei Nahaufnahmen von Blüten besteht also durchaus das Risiko, dass diese vom Wind bewegt werden und dadurch Bewegungsunschärfe entsteht. Diesen ungewollten Bewegungen kannst du mit möglichst kurzen Belichtungszeiten entgegenwirken.

Nutze die Wettersituation für spezielle Fotomotive

Beim Fotografieren von Blumen und Blüten im Freien spielt noch ein Faktor mit, den wir leider nicht beeinflussen können: das Wetter. Natürlich kannst du mit deiner Fototour warten, bis das Wetter für die gewünschten Motive optimal ist. Oder du akzeptierst scheinbar widrige Bedingungen und machst das Beste daraus. Einige Beispiele gefällig?

Bei diesem Foto beispielsweise fehlte die Sonne komplett, es war ein verregneter und kalter Tag. An dieser Pflanze hatten sich die Wassertropfen gesammelt und ergaben ein ganz spezielles Bild.

Blumen fotografieren - arktisches Weidenröschen
Blumen fotografieren – auch bei „schlechtem“ Wetter

Die volle Mittagssonne hatten wir bei dem folgenden Foto. Also habe ich mich entschieden, die Gräser bei grellem Gegenlicht zu fotografieren. Dadurch entstand dieser tolle Effekt, dass die zarten Grasgrannen quasi leuchten.

Blumen fotografieren - Gräser im Gegenlicht
Gräser im Gegenlicht

Bei den im Gegenlicht fotografierten Tulpen weisen die Blütenblätter eine leichte Tranzsparenz auf und wirken fast porzellanartig.

Blumen fotografieren - Tulpen
Tulpen im Gegenlicht fotografiert

Blüten und Blumen fotografieren – wenn es um ein Blütenmeer geht

Neben den wunderschönen Details einzelner Blüten fasziniert uns auch immer wieder die schiere Menge von Blumen oder Blüten. So besuchen alljährlich viele (Hobby-)Fotografen die blühenden Tulpenfelder, Kirschblüten-Alleen, Sonnenblumen- oder Lavendelfelder.

Bei den Fotos von diesen Blütenmeeren kommt es nicht so sehr auf die einzelne Blüte an, sondern auf den besonderen Anblick von Blüten bis zum Horizont.

Betone die Linienführung

Die meisten Menschen lieben Strukturen und klare Linien. Als besonders angenehm empfinden wir symmetrische Strukturen, sie strahlen Ruhe und Harmonie aus. So ist es kein Wunder, dass auch beim Betrachten von Bildern diese Elemente eine große Bedeutung haben. Achte also beim Fotografieren genau auf den Bildausschnitt. Unterstützen die natürlich vorhandenen Linien die Symmetrie des Motivs und die Bildstimmung? Falls das nicht der Fall ist, kannst du ggf. durch die Veränderung der Kameraposition oder eine andere Perspektive eine bessere Wirkung erzielen.

Blumen fotografieren - Tulpen

Setze die Ausreißer in Szene

So ein Blütenmeer lebt nicht nur von der Menge an gleichen Blüten – besonders betont wird diese durch einzelne Blüten, die aus der Menge hervorstechen. Sei es in Größe, Form oder Farbe – sie unterstreichen und verstärken die Wirkung des Blütenmeeres noch einmal. Diese Ausreißer verdienen es, besonders in Szene gesetzt zu werden. Das kannst du entweder mit ihrer Positionierung im Bildaufbau oder mit der Fokussierung und dem Spiel mit Schärfe/Unschärfe erreichen.

Hier habe ich einige Beispiele:

Auf diesem Foto ragt eine Sonnenblume mit ihrer Größe über die anderen Pflanzen hinaus und bildet so einen sehr schönen Ankerpunkt für unser Foto.

Blumen fotografieren - Sonnenblumen

Hier ist es ein farblicher Ausreißer, der im gelben Blütenmeer der Tulpen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht.

Blumen fotografieren - Tulpen

Last but not least: bearbeite deine Fotos im Nachgang

In Bezug auf die Nachbearbeitung gibt es sicher unterschiedliche Ansichten. Ich persönlich sehe die Bildbearbeitung als wichtigen Schritt beim Blumen fotografieren an und experimentiere gern mit Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur, Farbton …

Ebenso wichtig wie das Motiv ist seine optimale Platzierung im Gesamtbild. Der Goldene Schnitt und die Drittelregel spielen in Bezug auf die Wirkung eines Fotos eine besondere Rolle. Beides sind Regeln  des Bildaufbaus und bewirken in ihrer Anwendung, dass das Hauptmotiv nicht in der Mitte erscheint oder der Horizont nicht in der Bildmitte angeordnet ist. Näher möchte ich an dieser Stelle nicht auf diese Regeln eingehen, das würde hier den Rahmen sprengen.

Wenn du das Motiv nicht zu knapp fotografiert, sondern den zu fotografierenden Ausschnitt etwas größer bemessen hast, kannst du nachträglich am Computer noch Anpassungen am Bildaufbau vornehmen.

Was blüht wann? Inspiration für blumige Fotomotive

Egal ob Einzelblume oder Blütenmeer – die Natur bietet in Deutschland über das Jahr die unterschiedlichsten Möglichkeiten für schöne Blumen- und Blütenfotos.

Blumen fotografieren im Frühjahr

Das Frühjahr ist DIE Jahreszeit zum Blüten und Blumen fotografieren.

Die ersten Frühblüher verzaubern uns ab Februar – die Schneeglöckchen, die Winterlinge und manchmal sogar schon die Krokusse bringen ein wenig Farbe in die Landschaft.

Im März sind die Krokusse dann endgültig da und bilden auf den Wiesen oft wahre Blütenteppiche. Außerdem folgen die Blausterne und die Märzenbecher.

Narzissen und Osterglocken begrüßen uns im April, gefolgt von Tulpen (es gibt auch in Deutschland wunderschöne Tulpenfelder) sowie Rhododendren und Magnolien. Ein Highlight in diesem Monat sind auch die Kirschblüten, insbesondere in Alleen von Japanischen Zierkirschen.

Blumen fotografieren - Kirschblüten

Im Mai verzaubern uns Flieder- und Holundersträucher mit ihren filigranen Blüten in prachtvollen Blütenständen. Auch die Pfingstrose eignet sich sehr gut für Blütenfotos. Ein wahres Blütenmeer auf den Feldern in Deutschland bildet im Mai der Raps.

Viele Anregungen für blumige Fotolocations im Frühjahr findest du übrigens bei Susanne auf ihrem Blog Travelsanne.

Blumen fotografieren im Sommer

Nach dem Frühjahr bietet der Sommer sehr gute Möglichkeiten zum Blumen fotografieren – von Juni bis Anfang September haben auch noch viele Pflanzen ihre Blütezeit.

Zuerst fällt mir dabei der rote Mohn ein – Mohnfelder begeistern mit ihrer leuchtenden Farbe. Mit ein wenig Glück kannst du vielleicht sogar Lavendelfelder entdecken. Ein Highlight sind auf jeden Fall die Sonnenblumen – sie strahlen förmlich Sommerlaune aus.

In Gärten und Parks ist der Sommer die Zeit der Rosen – es gibt sie in vielen verschiedenen Sorten, Farben und Formen.

Immer im August fahren wir gern zu einem Selbstplück-Feld in unserer Region und schneiden einen Sommerstrauß Gladiolen. Gleichzeitig auch eine tolle Fotomöglichkeit.

Blumen fotografieren - Gladiolen
Nicht nur im Frühjahr kann man Blumen fotografieren.

Blumen fotografieren im Herbst

Im Herbst blüht das Heidekraut, sehr schöne Fotos kannst du also beispielsweise in der Lüneburger Heide oder Colbitzer Heide machen.

Blumen fotografieren im Winter

In der freien Natur ist es im Winter – vor allem bei Schneewetter – ein wenig schwierig, Blumen fotografieren kannst du aber auch in der Wohnung. Von November bis Januar hat die Amaryllis Saison und eignet sich mit ihren prachtvollen Blüten hervorragend dazu, fotografisch in Szene gesetzt zu werden.


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2 Kommentare
  1. Winfried

    Hallo, durch Zufall fand ich deinen Beitrag, es gibt dergleichen ja eine Unmenge davon. Ich würde dir aber in einem Punkt wieder sprechen, die Blüten brauchen nicht immer tadellos aussehen, wir bewundern gern das Aufblühen wachsen und Verwelken der Blüten, das gehört zur Natur wie im Leben, einfach dazu. Ich persönlich mache sogar extra Blüten die gerade verwelken. Nichts gegen die allgemeine Vorstellung der makellosen Schönheit, bei Mensch und Blume, es gibt aber auch anderes. Es kann sein das man keinen Abnehmer dafür findet, aber ich mache es trotzdem. Viel wichtiger ist aber bei Blüten-Macro das besondere Licht zu haben, nicht immer einfach. Mit freundlichen Grüßen Winfried

    1. Cornelia

      Hallo Winfried, vielen Dank für Dein Feedback! Ja, natürlich gehört auch das Verwelken dazu – und es ist bestimmt sehr interessant, dies in den Mittelpunkt eines Fotos zu stellen. Muss ich direkt auch mal ausprobieren.
      Viele Grüße, Cornelia

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